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Nordkreis Mellnau will zukunftsfähig bleiben
Landkreis Nordkreis Mellnau will zukunftsfähig bleiben
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18:26 23.10.2014
Ein Blick von der Burg auf das Dorf Mellnau. Quelle: Carina Becker
Mellnau

Der mögliche Kindergartenneubau in Unterrosphe wirft in Mellnau weiterhin „ungeklärte Fragen“ auf. Dabei geht es überhaupt nicht um den neuen Kindergarten, sondern um das, was Mellnau im Falle des Neubaus in Unterrosphe für sich zu erwarten hat. „Wir haben die Dorferneuerung hinter uns, haben Projekte verwirklicht, um jungen und alten Menschen etwas zu bieten“, sagt Ortsvor­steherin Margot Diehl. Jetzt müsse man aber zur Kenntnis nehmen, dass der Kindergarten aus dem Ort herausgenommen werden soll.

„Da muss man doch die Frage stellen, wie es weitergehen soll. Folgt dann auch in absehbarer Zeit die Schule? Wir wollen unseren Ort zukunftsfähig gestalten, und dazu gehören Kinder. Wir hätten auch gerne Alternativkonzepte diskutiert“, so Diehl gegenüber der OP. Sie könne allerdings auch Bürgermeister Kai-Uwe Spanka verstehen, wenn dieser sagt, dass sich verschiedene dezentrale Modelle nicht rechnen. „Aber wissen wir sicher, dass der Kindergarten in Unterrosphe akzeptiert wird? Wenn es dort keine Betreuung für unter Dreijährige gibt, liegt es doch nah, dass Eltern, die deswegen sowieso nach Wetter fahren müssen, ihre älteren Kinder auch dort in den Kinder­garten bringen“, nennt sie ein Beispiel. Für solche Unsicherheiten wolle man nicht leichtfertig die derzeitigen Einrichtungen Kindergarten und Schule hergeben.

Andreas Ditze, Mitglied des Ortsbeirats, findet es zudem komisch, dass das Ortsgremium in verschiedene Verwaltungsvorgänge nicht eingebunden beziehungsweise nur unzureichend darüber informiert wird. „Da wird von der Stadt Wetter ein Spielgerät abgebaut und wir bekommen nur gesagt, dass es dieses Jahr nicht wieder aufgebaut wird, weil kein Geld da sei.“ Plötzlich stehe die Frage im Raum, ob der Brandschutz in Kindergarten und Schule ausreichend sei. „Wir wollen wissen, was hier passiert“, so Ditze. Um mit dem Bürgermeister ins Gespräch zu kommen und die nötigen Infos künftig zu erhalten, will der Ortsbeirat in naher Zukunft noch einmal tagen und dazu Bürgermeister Kai-Uwe Spanka einladen.

Richtig attraktives Angebot im ländlichen Raum

Dieser sagt zum Kindergartenneubau: „Das Geld ist im Haushalt eingestellt, die Fördersumme von 300000 Euro sicher. Wir könnten sofort anfangen.“ Und weiter: „Es geht hier nicht darum, ob ich als Bürgermeister einen neuen Kindergarten haben will. Es ist auch keine leichte Entscheidung, die Kindergärten aus den Dörfern Mellnau und Oberrosphe zu nehmen. Es geht darum, den Bürgern insbesondere im ländlichen Raum ein richtig attraktives Angebot zu machen, wovon aufgrund der räumlichen Nähe alle drei Orte etwas haben, und das ist ein neuer Kindergarten mit allen modernen Standards und langen Öffnungszeiten.“

Er setzt darauf, dass in der nächsten Sitzung des Stadtparlaments das deutliche Signal kommt, dass es endlich weitergehen kann.

„Die Entscheidungen für Unterrosphe sind doch schon gefallen, aber ich habe dennoch alle wichtigen Unterlagen zusammentragen lassen, die ich nochmal als Information ohne Beschlussempfehlung in die vorgelagerten Ausschüsse geben werde.“ Spanka hofft, dass es dann endlich weitergehen kann. Die jüngste Sitzung der Stadtverordneten hat jedenfalls in Oberrosphe für große Verärgerung geführt, die zu drei Rücktritten aus dem Ortsbeirat führten.

Der Ortsbeirat hatte sich schon lange für den Neubau in Unterrosphe ausgesprochen und verwies auch auf die gleichlautende Empfehlung einer eigens eingesetzten Kommission. Zuletzt sei die Arbeit der Kommission von Einzelpersonen kritisiert und zerredet worden. Heinrich Hahn beispielsweise hatte schon deutlich früher angekündigt, dass er sich als Mitglied der Kommission verschaukelt vorkomme, wenn das Ergebnis keine Auswirkungen auf das Projekt habe. Das Verhalten der Stadtverordneten, den Tagesordnungspunkt Kindergartenneubau nicht zu verhandeln, weil neue Zahlen zur Kinderentwicklung vorgelegt wurden, sorgte dann für den Rücktritt von drei Ortsbeiratsmitgliedern in Oberrosphe. Von den Nachrückern lehnten gleich zwei ihr neu erworbenes Mandat ab.

Neben Heinrich Hahn traten auch Norbert Kunz und Carina Born allesamt von der Wählergemeinschaft Oberrosphe zurück.

Carina Born gibt hauptsächlich persönlich Gründe für ihren Rückzug aus dem Ortsbeirat an. Doch das Fass zum Überlaufen brachte schon der Umgang des Wetteraner Stadtparlaments mit dem Thema Kindergartenneubau in Unterrosphe. „Da setzt man sich hin, erarbeitet eine Idee, unterstützt Planungen, und dann wird von Seiten der Politik nur verschoben und diskutiert. Dafür ist mir meine freie Zeit dann doch zu kostbar.“

von Götz Schaub

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