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Meilenstein in der Cölber Energiewende

Freiflächenanlage Meilenstein in der Cölber Energiewende

Die noch zu bauende Fotovoltaikanlage auf dem auf 25 Jahre gepachteten Gelände bei Bernsdorf soll schon Ende September Strom „liefern“.

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Die Kinder der Kindertagesstätte Bürgeln beteiligten sich mit zwei Liedern an der Ausgestaltung des ersten Spatenstiches zum Solaracker Cölbe. „Ihr seid unsere Zukunft“, sagte Cölbes Bürgermeister Volker Carle zu den Kindern Und weiter: „Für euch machen w

Quelle: Tobias Hirsch

Bernsdorf. Am Anfang stand eine Idee. Eine Idee des Ersten Beigeordneten der Gemeinde Cölbe, Thomas Rotarius. In seiner Eigenschaft als Energiebeauftragter der Gemeinde entwickelte er zusammen mit dem Bürgermeister eine Vision von einem großen Solarpark. Am Freitag standen sie zusammen mit heimischen Politikern, Vertretern von Firmen und Geldgebern an einem großen Presslufthammer, um den ersten Spatenstich zum insgesamt Fünf-Millionen-Euro-Projekt zu vollziehen.

Sie wissen, was sie geleistet haben und deshalb war ihr Lachen auch ein Lachen der Erleichterung. Mehrfach hatte das Projekt vor dem vermeintlich sicheren Aus gestanden. Erst platzte die Nachricht aus Berlin über die drastische und zeitlich schnellere Kürzung bei der Solarförderung in die Planungen, dann gab es sehr ernste naturschutzrechtliche Probleme (die OP berichtete). Doch Rotarius und Carle suchten zusammen mit ihren Mitstreitern nach Auswegen und haben sie auch stets gefunden. „Nicht zuletzt, weil wir mit dem Regierungspräsidenten in Gießen und dem Landrat im Landkreis Marburg-Biedenkopf auch zwei Personen an der Spitze haben, die der Energiewende sehr positiv gegenüberstehen“, so Carle.

Mit der in Cölbe ansässigen Firma Wagner & Co. Solartechnik habe man zudem einen kompetenten Partner im Boot. Regierungspräsident Dr. Lars Witteck sowie Dr. Karsten McGovern als Vertreter von Landrat Robert Fischbach gaben das Lob gerne zurück an die Gemeinde Cölbe. Witteck nannte das Projekt „beispielgebend“, weil es auch ein Projekt ist, das von der Politik, aber auch den Bürgern gewollt wird. „Die Energiewende funktioniert nur mit den Bürgern, sonst werden die Projekte vor Ort nicht akzeptiert“, sagte Witteck. McGovern bezeichnete den Spatenstich für den Solaracker als einen der schönsten Termine für ihn überhaupt. „Dies ist ein aktiver Beitrag dazu, dass der Landkreis bis 2040 energieautark ist.“

Thomas Payer, Geschäftsführer der Firma Wagner und Co. Solartechnik zeigte sich entschlossen: „Wir sind sehr stolz darauf jetzt vor Ort zeigen zu dürfen, was wir können. Wir gehören im Solarbereich zu den Spitzenfirmen und das wird auch so bleiben, weil wir uns gut aufgestellt haben.“ Was genau wird nun dort „gewonnen“? Evelyn Bamberger, Geschäftsführerin Solaracker Cölbe GmbH & Co.KG, gibt Auskunft: „Der erzeugte Strom wird ausreichen, 800 Haushalte mit Strom zu versorgen“ (siehe HINTERGRUND), Auch der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Andreas Bartsch, zeigte sich überzeugt vom Gelingen. „Für uns ist es sehr schön und wichtig, mit regionalen Firmen zusammenarbeiten zu können.“ Christian Hölting hob als Vorsitzender der Cölber Gemeindevertretung hervor, dass alle Parteien und Gruppierungen im Parlament in dieser Angelegenheit an einem Strang gezogen haben. Carle freute sich auch über die Akzeptanz in der Bevölkerung. Binnen vier Tagen waren alle Solarbriefe im Wert von 600000 Euro gezeichnet.“

Hintergrund: Auf 75000 Quadratmeter entsteht eine Fotovoltaik-Freiflächenanlage. Das Kraftwerk mit 3,3 Megawatt Spitzenleistung wird jährlich 3,1 Millionen Kilowattstunden Solarstrom produzieren. Das entspricht 13 Prozent des Cölber Stromverbrauchs.

von Götz Schaub

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