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Lob, Freude und große Erleichterung

Wiedereinweihung der Kirche Lob, Freude und große Erleichterung

Was wie ein fast normaler Gottesdienst begann, endete mit Johlen und Freudenpfiffen. Der Festgottesdienst zur Einweihung der innen renoviertenKirche in Niederasphewar ein Freudenfest.

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Volle Bänke zur Wiedereinweihung.

Quelle: Freya Altmüller

Niederasphe. Die Kirche ist proppenvoll, der Geruch von frischer Farbe liegt noch in der Luft. Es ist das erste Mal seit Frühling vergangenen Jahres, dass hier wieder ein Gottesdienst stattfindet.

Zur Einweihung gibt es einen Festgottesdienst, den der Posaunenchor Niederasphe eröffnet. Der Kirchenchor „cantus firmus“ singt ein Menuett aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel, das so fröhlich und frisch wie die Innenrenovierung auf die Menschen wirkt.

Neben dem Anstrich sind in der Kirche auch die Elektrik, die Heizung, große Teile der Fußbodenfliesen und noch einiges mehr erneuert worden. Die Orgel ist renoviert und ausgebaut. Sie beeindruckt mit einem Bass, als Gerold Vorrath die tiefen Töne zur Begleitung des Liedes „All Morgen ist ganz frisch und neu“ spielt.

Drei Jahre plante der Förderverein die Sanierung und sammelte fleißig Spenden. Dank der vielen Unterstützer und freiwilligen Helfer, die unter anderem auch handwerkliche Arbeiten übernahmen, wurde das Unternehmen ein voller Erfolg. „Als ich die Dokumentation der Arbeit des Förderkreises las, bin ich aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen“, lobt Propst Helmut Wöllenstein.

„Wie unglaublich fantasievoll und begeistert man da ans Werk ging“. Spenden wurden unter anderem bei Veranstaltungen gesammelt, vom Adventsmarkt über Benefizkonzerte bis hin zu einem Dialektgottesdienst „Eine echte Form von Gemeinsinn“ sei in der Gemeinde „entstanden und gelebt worden“, erzählt Pfarrerin Schulze-Wegener.

Die letzte Kollektebetrug 50 Cent....

Nach all dem Lob ein Schock: „Die Kollekte vom letzten Gottesdienst betrug 50 Cent...“, sagt William Wentzel bei den Ankündigungen. Betroffene Stille, einer fragt erschrocken „Was?“. „Und 130 Euro“ beendet Wentzel seinen Satz nach längerer Pause. Herzhaftes Lachen im Publikum.

Hermann Koch, der Vorsitzende des Förderkreises, berichtet: „Bei der Spendensammlung waren wir jedes Mal aufs Neue begeistert und überrascht, was uns zugekommen ist“. Mit Hausbesuchen in allen Niederaspher Haushalten, bei denen Überweisungsträger für anonyme Spenden hinterlassen wurden, sowie Anschreiben an ehemalige Niederaspher und an Firmen gelang es, von Juni bis November 2009 rund 77000 Euro zu sammeln. Diese Summe wurde vom „Kirchenerhaltungsfonds“ verdoppelt. In der Zeit danach kamen weitere 43500 Euro zusammen. „So gelang es, die Renovierung zu fast zwei Dritteln selbst zu finanzieren, die Restauration und den Ausbau der Orgel zur Hälfte“, erzählte Koch.

Für die Orgel wurden die Kollekten und Spenden der vergangenen 20 bis 25 Jahre eingesetzt. Nach der Rundum-Renovierung fehlt jetzt nur noch einiges an Ausstattung, wie Sitzkissen auf der Empore und neue Liedtafeln.

Unter den vielen Helfern möchte Hermann Koch einige besonders hervorheben: Willi Platt aus Kombach bei Biedenkopf, der die Elektrik der renovierten Kirche dort gemacht hat und auch in Niederasphe einsprang, die „Truppe junger Schreiner“, die das Podest unter den Bänken gefertigt hat, die „immer griffbereite Truppe für alle Fälle, nämlich die Rentner, die alles kann und für alles zuständig war“ und die „sehr engagierten Frauen“.

„Ohne die hätte unsere Kirche nicht diesen Anstrich. Ich glaube, unsere Anstreicher können davon ein Lied singen, ,ein halbes Tönchen dunkler oder heller‘...“ Abermals Lachen im Publikum und am Ende Applaus für Koch. Mit Beifall wird das Publikum überhaupt immer weniger sparsam und als der Posaunenchor zum Schluss „Danke, für diesen guten Morgen“ spielt, klatschen die Zuhörer im Takt mit und danach johlen und pfeifen sie sogar.

Dann geht es zum gemeinsamen Mittagessen, über den neuen Boden, der nach mehreren Hinweisen der Redner durchaus nicht geschont, sondern von vielen regelmäßig genutzt werden soll.

von Freya Altmüller

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