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Lkw-Fahrer: „Ihr gehört alle eingesperrt...“

Simtshausen Lkw-Fahrer: „Ihr gehört alle eingesperrt...“

An diesem Freitag waren die Simtshäuser mit ihrem „Herbstputz“ an der B 252 dran.

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Am Freitag kam es in Simtshausen zwischen 12 und 17 Uhr für den Durchgangsverkehr zu Behinderungen.

Quelle: Julia Büttner

Simtshausen . Die Bestürzung über das niederschmetternde Urteil des hessischen Gerichtshofes zum Durchfahrtsverbot für Lastwagen über zwölf Tonnen ist bei den Anwohnern in Simtshausen greifbar. Für die Bürger ein Grund mehr, jetzt nicht locker zu lassen. Also wurden wieder einige Pkw sowie Traktoren auf der Straße geparkt.

„Minister Posch kündigt an, er möchte sich einsetzen. Was ich mich jedoch frage ist, warum kommt denn kein Politiker hierher und tut dies hier kund?“, fragt sich Helmut Naumann, Vorsitzender der Bürgerinitiative für eine Ortsumgehung. „Die Leute werden alleine gelassen. Wir starten diese ganze Aktion hier, damit die Politiker mal wachgerüttelt werden!“

Eine Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte, aber verrät, dass sie Mitglied im Naturschutzbund beklagt, dass man einfach nicht ernst genommen werde. „Ich bin zwar im NABU, aber trotzdem müssen auch wir Menschen geschützt werden.“

Die Enttäuschung steht hier jedem ins Gesicht geschrieben, und so langsam macht sich auch Frust breit, so schimpft eine weitere Anwohnerin lautstark: „Die hohen Bonzen, müssten hier auf--m Bürgersteig in einem Zelt festgehalten werden. Dann hätten wir ruck zuck die Umgehungsstraße“ Ein Lkw-Fahrer brüllt hingegen „Ihr gehört alle eingesperrt. Und der Schlüssel weggeworfen.“ Hupende Lkw- und Pkw-Fahrer bestimmen das Bild. Die meisten machen mit eindeutigen „Gesten“ deutlich, was sie von der Aktion halten. Doch es gibt auch Ausnahmen, Autofahrer, die mit erhobenem Daumen und einem Lächeln auf dem Gesicht die Bewohner ermuntern, nicht locker zu lassen.

Die meisten der Anlieger sind entschlossen bekunden aber auch ihre Hoffnungslosigkeit, jemals eine Umgehungsstraße zu bekommen und wieder ruhig schlafen zu können. „Ich kann nachts nicht schlafen, weil dauernd die lauten Lkws vorbeifahren“, erzählt der kleine Matthias.

Als plötzlich die Polizei damit begann, den Verkehr zu regeln, machte sich unter den Anwohnern große Empörung breit. Damit hätte hier niemand gerechnet, da die vergangenen Herbstputzaktionen in Münchausen, Todenhausen und Göttingen auch ohne die „Hilfe“ von uniformierten Beamten auskamen. „Die Wartezeiten sind trotzdem da, ich gebe die Hoffnung nicht auf“, sagt Jörg Eucker. Das die älteren Mitbürger von Hoffnungslosigkeit geplagt sind, kann er jedoch verstehen. „Die warten ja auch schon Jahrzehnte“, sagt er weiter.

von Julia Büttner

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