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Lehrer wollen weg aus Wetter

Wollenbergschule Lehrer wollen weg aus Wetter

An der Wollenbergschule brodelt die Gerüchte­küche. Viele Lehrer haben Versetzungsanträge ­gestellt, laut Schulamt mehr als üblich.

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Wer geht? An der Wollenbergschule brodelt die Gerüchteküche.  

Quelle: Tobias Kunz

Wetter. Anika Hinrichs ist beunruhigt. Ihre Tochter besucht die siebte Klasse der Wollenbergschule. Vier der fünf Klassenlehrer der Jahrgangsstufe 7 wollen die Schule verlassen, hat sie gehört. Ein Viertel des Kollegiums hat angeblich Versetzungsanträge gestellt.

Was davon wahr ist weiß Hinrichs nicht. Weder von der Schule noch vom Schulamt habe sie Auskünfte erhalten, sagt sie. Ihre Sorge ist, dass die Gerüchte stimmen, der Schulalltag darunter leidet und Schüler zu kurz kommen. „Viele Eltern sind verunsichert”, sagt Hainer Damm, Vorsitzender des Schulelternbeirats.

Seit Monaten kursierten diverse Gerüchte. Er habe versucht, zur befürchteten Versetzungswelle Fakten zu beschaffen, sagt Damm. Doch die Schulleitung habe ihn mit dem Hinweis abgefertigt, dass das Schul­interna seien.

Das Schulamt bestätigt auf OP-Nachfrage, dass viele Lehrer der Wollenbergschule Versetzungsanträge gestellt haben. Die Zahl falle unter den Datenschutz, erläutert Schulamtsleiter Arno Bernhardt. Was er sagen könne: Es seien mehr Anträge als üblich, aber deutlich weniger als ein Viertel des Kollegiums. 

Hintergrund

Die Wollenbergschule in Wetter ist eine integrierte Gesamtschule. Etwa 75 Lehrer unterrichten dort rund 660 Schüler, darunter Haupt-, Real-, Gymnasial- und Förderschüler. Die langjährige Schulleiterin ­Christiane Dietzel ging 2014 in den Ruhestand. Seitdem leitet Barbara Burggraf die Schule.

Ein nennenswerter Teil ist Bernhardt zufolge auf eine Umstrukturierung des inklusiven Unterrichts im Landkreis zurückzuführen. Diese betrifft Förderschullehrer, die Schüler mit erhöhtem Förderbedarf im Regelunterricht unterstützen.

Ab Sommer sind diese Förderschullehrer nicht mehr Angestellte der inklusiven Schulen, an denen sie unterrichten, sondern sie werden an vier regionale Beratungs- und Förderzentren versetzt. Von diesen Zentren aus werden sie dann an die Regelschulen entsandt, an denen sie benötigt werden.

Für die meisten Schüler werde sich dadurch nichts ändern, sagt Bernhardts Stellvertreterin Heike Grosser. Die meisten Lehrer würden weiter an ihren bisherigen Schulen im Einsatz sein, auch wenn sie formal Angestellte eines Förderzentrums sind. In vielen Fällen werde es sich um Versetzungen auf dem Papier handeln.

Laut Grosser haben einige Lehrer der Wollenbergschule die bevorstehende Versetzung an die Burgbergschule in Friedensdorf zum Anlass genommen, Versetzungsanträge einzureichen. Die Gründe der übrigen Anträge unterliegen laut Bernhardt dem Datenschutz.

Zitat

„Wir haben Versetzungsanträge wie jede andere Schule auch.“  Barbara Burggraf, Schulleitern

Betroffene Lehrer wollten sich zu dem Thema nicht äußern, dafür aber Schulleiterin Barbara Burggraf. „Wir haben Versetzungsanträge wie jede andere Schule auch”, sagt sie. Es gebe keinen Grund, alarmiert zu sein. Die Schule habe einen guten Ruf, die Anmeldezahlen seien gut, das Schulkonzept werde von allen Seiten gelobt. Bewerber stünden Schlange, um Teil des Kollegiums zu werden. Die nächste Sitzung des Schulelternbeirats wolle sie nutzen, um die Umstrukturierung zu erklären, sagt die Schulleiterin.

Für die Lehrer, insbesondere für die, die nach Friedensdorf wechseln, sei es eine aufregende Zeit, räumt Burggraf ein. Sie arbeiteten zwar weiter an der Wollenbergschule, hätten aber ab Sommer einen neuen Chef. Gefühlt sei das möglicherweise eben doch etwas anderes.

Wie viele Lehrer darüberhinaus die Schule verlassen – und das nicht nur auf dem Papier – dazu äußert sich das Schulamt nicht. Fest stehe aber, dass frei werdende Stellen neu besetzt werden, sagt Grosser. Fest stehe auch, dass all das keinen Einfluss auf den Schulalltag habe. Unterricht finde an der Wollenbergschule in gewohnter Qualität statt, versichert sie.

von Friederike Heitz

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