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Lahntaler sprechen sich gegen Fracking aus

Parlament Lahntal Lahntaler sprechen sich gegen Fracking aus

Einigkeit wie selten herrschte im Lahntaler Parlament beim Thema Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf. Auch der SPD-Antrag zum Fracking erhielt alle Stimmen.

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Manfred Apell kann sich in Lahntal durchaus verschiedene eigene Genossenschaften vorstellen.

Quelle: Archivfoto

Caldern. Die am 2. Oktober gegründete Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf kann sich nun auch sicher sein, dass die Gemeinde Lahntal mit von der Partie sein wird. Die Lahntaler Gemeindevertreter beschlossen den Beitritt ihrer Gemeinde einstimmig während ihrer Sitzung im Bürgerhaus Caldern.

Zweck der Genossenschaft ist unter anderem die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder. Diese Energiegenossenschaft soll neben eigenen Projekten auch als Starthilfe beziehungsweise Beratungsinstanz für neue projektbezogene Genossenschaften fungieren. Lahntals Bürgermeister Manfred Apell und der Gemeindevorstand sehen insbesondere darin einen Nutzen für die eigene Gemeinde.

So hält derzeit der Gemeindevorstand drei örtliche Energiegenossenschaften für überlegenswert. Eine Bioenergie-Genossenschaft Kernbach für den Aufbau eines örtlichen Nahwärmenetzes, eine Solar-Energiegenossenschaft Lahntal für den Ausbau von Photovoltaikanlagen im Gemeindegebiet Lahntal und eine Windenergie-Genossenschaft Lahntal-Wetter für die Finanzierung des Windparks „Wollenberg“.

n Ebenfalls einstimmig spricht sich das Parlament Lahntal gegen die Förderung von unkonventionellen Erdgasvorkommen in der Region aus. Dies primär, weil die Methode zur Erschließung des Erdgasvorkommens, das sogenannte Fracking nicht abzuschätzende Risiken für das Grund- und Trinkwasser berge.

Die SPD-Fraktion hatte dies per Antrag thematisiert und stieß dabei bei allen Parteien auf Unterstützung. Die Firma BNK Deutschland GmbH hat sich in Deutschland die Lizenzen für sieben Erlaubnisfelder gesichert, um nach Erdgasvorräten im Boden zu suchen.

Ein Gebiet erstreckt sich über alle nordhessischen Kreise bis in den Landkreis Marburg-Biedenkopf hinein. Betroffen wäre insbesondere die Gemeinde Münchhausen sowie in Teilen die Kommunen Wetter, Rauschenberg, Stadtallendorf und Neustadt. In anderen Ländern in Europa ist Fracking bereits verboten, zum Beispiel in Frankreich“, sagte Bürgermeister Apell.

Der Gemeindevorstand der Gemeinde Lahntal soll zudem die Hessische Landesregierung auffordern, sich für eine Novellierung des Bundesberggesetzes einzusetzen. Florian Erle führte als Antragstelle der SPD aus: „Als das Bundesberggesetz verabschiedet wurde, gab es diese Methode des Frackings noch nicht.“

Beim Fracking gehen die Bohrungen zunächst vertikal in die Tiefe, dann aber horizontal in die Fläche. Dabei sei es nicht vorhersehbar, welchen Weg die zur Aufsprengung des Gesteins eingesetzten hochgiftigen Chemikalien nehmen werden, die somit das Grund- und Trinkwasser sowie auch das Erdreich nachhaltig belasten können.

von Götz Schaub

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