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Lahntaler haben Nase voll vom Hochwasser

Infoabend über Prävention Lahntaler haben Nase voll vom Hochwasser

Trotz vieler vorbeugender Projekte kam es in 
der Gemeinde Lahntal auch in diesem Winter wieder zu Hochwasser. Bei einem Infoabend sprach Bürgermeister Apell über mögliche Lösungen. Auch Bürger könnten helfen.

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Heinrich Graf (von links), unter anderem zuständig für die Betreuung des Straßen- und Gewässernetzes in Lahntal, Bauamtsleiterin Sandra Riehl, Bürgermeister Manfred Apell, Constanze Foerster, Technische Leiterin Zweckverband Mittelhessische Abwasserwerke, und Bauhof-Geschäftsführer Roland Tober sprachen mit Bürgern über den Hochwasserschutz in der Gemeinde.

Quelle: Schubert

Sterzhausen. „Es gibt keinen allumfassenden Schutz vor Hochwasser und Starkregen“ schloss Bürgermeister Manfred Apell seinen Vortrag ab, mit dem er das Gespräch mit den Bürgern über den Hochwasserschutz in der Gemeinde Lahntal einleitete.

Das Interesse war höher als erwartet, etliche der 56 Teilnehmer im Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung verbrachten mangels Stühlen über zwei Stunden auf Tischen sitzend. Als Fachleute waren Bauamtsleiterin Sandra Riehl, Heinrich Graf, unter anderem zuständig für die Betreuung des Straßen- und Gewässernetzes in Lahntal, Bauhof-Geschäftsführer Roland Tober und Constanze Foerster, Technische Leiterin des Zweckverbands Mittelhessische Abwasserwerke, anwesend.

Verstopfte Gräben

Das Jahr hatte kaum begonnen, als starke Niederschläge in manchen Ortsteilen Keller unter Wasser setzten, in anderen das Abwasser sich bis ins Haus zurück zu stauen drohte. Das hatte Vorwürfe an die Gemeinde zur Folge: angeblich seien Gräben nicht geräumt worden, Neubaugebiete würden mit ihren Abwässern den Rückstau in den Kanälen verursachen oder die Gemeinde kümmere sich insgesamt zu wenig um Hochwasserschutz.

Letzterem trat Apell mit der Auflistung von in den vergangenen Jahren umgesetzten Schutzmaßnahmen entgegen, angefangen von den Furkationsrinnen zwischen Caldern und Sterzhausen, das zu seiner Zeit das größte Projekt im Einzugsgebiet des Rheins in Hessen gewesen sei, über die Erneuerung der Lahndeiche in Sarnau, die Renaturierung des Erlenbachs in Caldern und die Verlegung und Renaturierung des Rodenbachs in Goßfelden sowie Maßnahmen am Steingraben in Sterzhausen.

In seinen 25 Amtsjahren habe sich der Hochwasserschutz aber verändert. Früher lag der Schwerpunkt auf der Lahn, heute wirkten sich vermehrt so genannte Starkregenereignisse punktuell aus. „Wir konzentrieren uns darauf, unternehmen Begehungen in den Ortsteilen, um mögliche Gefahrenschwerpunkte zu erkennen“, erklärte Apell.

Kanäle sind groß genug

Die Kanäle seien ausreichend dimensioniert, um das Abwasser aus den Neubaugebieten aufzunehmen, selbst wenn alle Badewannen gleichzeitig entleert würden. Das Problem seien Fremdwassereinträge, also bei Starkregen eindringendes Regenwasser, sagte der Bürgermeister.

Die Gräben würden nach Pflegeplan, an erkannten Gefahrenpunkten auch öfter, vom Bauhof geräumt. „Aber wenn jemand Grasschnitt am Rand ablegt, um die grüne Tonne zu entlasten, oder Plastiksäcke in den Graben wirft, ist das das erste, was zu Verstopfungen führt.

Und wenn jemand sein Grundstück aus falschem ‚Selbstschutz‘ unnötig auffüllt, leitet er nur mehr Wasser seinem Nachbarn zu“, nannte Apell einige vermeidbare Fehler. Er rief die Bürger auf, mögliche Gefahren der Gemeinde zu melden, frühzeitig, vor einem Starkregen. „Wir bemühen uns, aber wir werden nie perfekt sein.

Der Schlüssel liegt darin, dass wir miteinander reden“, betonte der Bürgermeister.

Bedenken werden geprüft

Viele Zuhörer aus allen Ortsteilen brachten ihre Bedenken und Anregungen vor, die protokolliert wurden und geprüft werden sollen. Von Bäumen, die in Goßfelden in die Lahn zu kippen drohen – zu dem Ortsteil soll laut Apell noch eine eigene Veranstaltung folgen – bis zu Problemen, die mehrere Redner durch 
den Bau der neuen B 252 entstehen sehen.

Ein Brungershausener berichtete, zur Selbsthilfe gegriffen und mit einer Pumpe einen halben Tag lang drei Kanäle freigespült zu haben. So lange es so nass sei, gehe das ganz gut. Er regte an, dass die Jugendfeuerwehr vielleicht einige Übungen abhalten und dabei weitere Kanäle durchspülen könne.

von Manfred Schubert

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