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Lahn soll wieder natürlich fließen

Renaturierung Lahn soll wieder natürlich fließen

Vier hessische Unternehmen haben sich zur Förderung regionaler Projekte zusammengeschlossen. Der Startschuss für das erste fiel am Dienstag in Caldern, wo die Lahn renaturiert werden soll.

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Der Startschuss für das Renaturierungsprojekt an der Lahn bei Caldern.

Quelle: Manfred Schubert

Caldern. Zwischen Kernbach und Caldern soll die Lahn auf etwa einem Kilometer Länge wieder naturnah und langsamer fließen und neuen Lebensraum für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt bieten. Mit Unterstützung der in diesem Jahr gegründeten Initiative „Nähe ist gut“ wollen der Naturschutzbund (NABU) Hessen, die Gemeinde Lahntal, der Landkreis und das Land Hessen die Lahn aus ihrem engen „Korsett“ befreien.

Die großen Steine, mit denen das Ufer in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts befestigt wurde, sollen beseitigt werden, um dem Fluss die Möglichkeit zu geben, sich wieder als natürliche Auenlandschaft zu entfalten. Außerdem sollen zwei Flutmulden neben dem jetzigen Flussbett angelegt werden. „Die Lahn soll bei Caldern wieder Heimat für Eisvogel, Uferschwalbe, Regenpfeifer und Uferläufer werden“, erläuterte Marko Dorndorf, stellvertretender Vorsitzender des NABU Hessen. Auf die angrenzenden Ackerflächen werde Rücksicht genommen, versprach Planer Ronald Polivka von der Marburger Firma Bioplan.

Der Fluss soll mit diesen Hilfestellungen Steilhänge und Kiesbänke als Lebensraum für die verschiedenen Vogelarten schaffen. Die Entwicklung eines Auwalds soll teils durch gezielte Anpflanzung von Schwarzpappeln und Stieleichen unterstützt werden. Sieben Hektar entlang dieses Lahnabschnitts hat die NABU-Stiftung hessisches Naturerbe gekauft oder von der Gemeinde Lahntal als Ausgleichsflächen erhalten. Für den Ankauf der Flächen wurden laut Landrat Robert Fischbach bereits 44.000 Euro aus der Ausgleichsabgabe zur Verfügung gestellt, dieses Jahr sollen weitere 70.000 Euro fließen. „Die Untere Naturschutzbehörde wird noch etwas dazugeben, und wenn sie noch etwas dazugeben, werden wir das schaffen“, wandte er sich an die Initiative „Nähe ist gut“, die durch Ullrich Schweitzer, Geschäftsführer Marketing von Hassia Mineralquellen, Licher Brauerei-Geschäftsführer Rainer Noll, den Rewe-Regionsleiter Mitte Jürgen Scheider und Vorstand Günter Berz-List von der Schwälbchen-Molkerei vertreten wurde.

Die Initiative fördert das Vorhaben mit bis zu 20.000 Euro und lädt dazu ein, das Projekt per Gewinnspiel zu unterstützen. Für die ersten 20.000 ausgefüllten „IST-GUTscheine“ in den Sammelboxen der Rewe-Märkte spendet die Initiative bis 15. November jeweils 1 Euro für die Renaturierung. Unter allen Teilnehmern werden Kurzreisen in Hessens Natur verlost.

Bürgermeister Apell freute sich, dass der NABU das seit zehn Jahren geplante Vorhaben nicht aufgegeben habe. Dieses grenze nun an Hessen größtes Renaturierungsprojekt, das Furkationsprojekt in Lahntal, und werde einen weiteren Beitrag zum Hochwasserschutz leisten. Mit der Erfassung der Tier- und Pflanzenarten vor und nach dem Vorhaben soll die Entwicklung der biologischen Vielfalt dort durch ehrenamtliche NABU-Experten begleitet werden.

Weitere Informationen zur Initiative und ihren Projekten gibt es unter www.naehe-ist-gut.de.

von Manfred Schubert

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