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Nordkreis Hof Fleckenbühl droht das Aus
Landkreis Nordkreis Hof Fleckenbühl droht das Aus
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17:46 28.08.2018
Der Hof Fleckenbühl in Schönstadt in einer Luftaufnahme aus dem Jahr 2010. Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter
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Schönstadt

So sieht es jedenfalls der Landkreis Marburg-Biedenkopf, der dem Hof kürzlich mitgeteilt hat, die Überweisungen Ende September einzustellen. Hintergrund: In Berlin hatte ein Bewohner der Synanon-Einrichtung mit dem dortigen Kreisjobcenter gestritten. Das Amt wollte dem Mann kein Arbeitslosengeld zahlen und bekam vom Gericht Recht. Für die Richter ist das Konzept der Selbsthilfegruppe als stationäre Einrichtung zu bewerten. Die Bewohner stünden dem Arbeitsmarkt demnach nicht zur Verfügung. Damit falle die Grundlage einer Förderung mit Arbeitslosengeld weg.

Hof Fleckenbühl ist aus der Berliner Synanon-Einrichtung hervorgegangen und arbeitet nach einem ähnlichen Selbsthilfekonzept. Auch in Schönstadt beziehen viele Bewohner Leistungen vom Marburger Kreisjobcenter. Diese Praxis hat nun ein Ende. Für die Selbsthilfegruppe brechen im schlimmsten Fall Einnahmen zwischen 500.000 und 600.000 Euro im Jahr weg.

Die Hoffnungen ruhen jetzt auf dem Landeswohlfahrtsverband (LWV). Der Verband stellt aber bestimmte Anforderungen an Einrichtungen, deren Bewohner er unterstützt. Der Hof steckt nun im Dilemma. Denn obgleich das Gericht solche Selbsthilfegruppen als stationäre Einrichtung einstuft, tut das der LWV noch lange nicht. Ob der Hof die Anforderungen erfüllt, wird derzeit geprüft.

von Dominic Heitz

Einen ausführlichen Bericht zum drohenden Aus für den Hof Fleckenbühl  lesen Sie hier. (Artikel ist nach Anmeldung für OP-Leser zugänglich.)

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