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Nordkreis Kontroverse Diskussion zur Alternative
Landkreis Nordkreis Kontroverse Diskussion zur Alternative
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19:43 21.06.2017
Das Schützenhaus in der Friedhofstraße steht auf einem Grundstück der Gemeinde. Derzeit ist dort nur die Kleiderkammer des Cölber Arbeitskreises Flüchtlinge untergebracht. Quelle: Götz Schaub
Cölbe

So langsam drängt die Zeit, denn die Bücherei kann nicht ewig im Gebäude Heuberg 1 verbleiben. Das Gebäude­ wird bekanntlich der freiwilligen Feuerwehr zugeschlagen. Und: Die Bücher, die der Büchereiverein für den nächsten Flohmarkt gesammelt hat und die derzeit noch im alten Kindergartengebäude lagern, werden schon demnächst in einen Lagerraum auf dem Gelände des Projekts WABL vom St.-Elisabeth-Verein verbracht, so Bernadette ­Neckermann-Achterholt und Gabi Damm vom Vorstand des Büchereivereins gegenüber der OP. Mehr oder weniger als Vorhut. Der Büchereiverein kann sich den Standort in der Lahnstraße schließlich auch sehr gut vorstellen.

Auch wenn Markus Dörnbach von der Bürgerliste während der Bau-Ausschusssitzung am Montagabend darauf hinwies, dass es sich bei dem gemeinsamen Antrag mit der CDU zunächst nur um einen Prüfantrag handelt, sehen SPD und Grüne nicht so sehr die Notwendigkeit dafür.

Hildegard Otto von der SPD sagte: „Ein Ankauf des Schützenhauses ist sicher okay. Wir können dem Prüfantrag auch zustimmen, wenn der Teil, der die Bücherei betrifft, herausgenommen wird. Ein Umbau, um dort die Bücherei einzurichten, wird immense Kosten mit sich bringen und wird auch zeitlich nicht so schnell zu machen sein.“ Unterstützung erhielt sie von SPD-Ausschuss-Mitglied Ernst Fehler, der herausstellte, dass Cölbe zudem „jetzt“ eine Lösung für die Bücherei benötige. Für den Ankauf des sanierungsbedürftigen Schützenhauses steht eine Summe um die 10000 Euro im Raum. Der Umbau, mit einer Geschossaufstockung würde grob geschätzt 250000 Euro kosten, sagte Thomas Wagner vom Bauamt der Gemeinde Cölbe.

„Wir lassen den Antrag so wie er ist“, sagte Marion Hentrich, Ausschussvorsitzende und Mitglied der CDU-Fraktion, und stellte dar, dass sie nicht daran glaube, dass die im Gespräch befindlichen 12000 Euro als Jahresmitte für eine 100 Quadratmeter große Bücherei in Räumen des Projekts WABL auf Dauer ausreiche. „Auch der St.-Elisabeth-Verein muss kostendeckend wirtschaften. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der St.-Elisabeth-Verein Gewerberaum unter 10 Euro pro Quadratmeter vermietet. Vielleicht wird es auf eine bestimmte Zeit festgeschrieben, aber was passiert danach?“, fragte Hentrich.

Dörnbach warf ein, dass man zur Finanzierung des Umbaus vielleicht auch Mittel aus dem Kommunalinvestitionsprogramm umschichten könne, etwa die, die für die Schaffung eines Personenaufzugs am Rathaus vorgesehen sind.

Michael Timme von Bündnis 90/Die Grünen sagte, dass er es sehr kritisch sehe, in einen massiven Umbau des Schützenhauses zu investieren. Er glaubt auch nicht daran, dass sich diese Kosten so schnell im Vergleich zur Anmietung von Räumen im WABL-Projekt amortisieren lassen. Er enthielt sich aber bei der Abstimmung über den Prüfantrag. Die zwei Gegenstimmen der SPD sorgten dafür, dass der Antrag in der Parlamentssitzung am 29. Juni nicht zur Annahme empfohlen wird.

Der Erste Beigeordnete Hans Rösel erklärte in Abwesenheit des Bürgermeisters, dass sich dieser auf jeden Fall dafür ausspricht, es dem Cölber Arbeitskreis Flüchtlinge zu ermöglichen, dass dessen Kleiderkammer erst einmal im Schützenhaus verbleiben kann. Perspektivisch könne er sich dort auch ein Gemeindearchiv vorstellen.

  • Zur Klarstellung: Im Vorbericht zur Ausschuss-Sitzung wurde versehentlich die Nutzfläche für die Bücherei auf dem WABL-Gelände mit 1000 Quadratmetern angegeben. Richtig sind aber wie in diesem Artikel auch geschrieben 100 Quadratmeter.

von Götz Schaub