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Konsumrausch „führt vom Weg ab“

Erntedank Konsumrausch „führt vom Weg ab“

Natürlich stand zum Erntedankgottesdienst der Dank für die Ernte an erster Stelle, doch Dr. Karl Ludwig Voss rückte auch den „schlimmen Umgang mit der Schöpfung“ in den Mittelpunkt seiner Predigt.

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Die Konfirmanden boten ihr zum Erntedankfest selbst gebackenes Brot zum Verkauf an. Das so erzielte Geld kommt einem Sozialprojekt zugute. mahnte zu mehr Genügsamkeit in der Konsumgesellschaft.

Quelle: Ellen Vollmar

Wetter. "Alles Gute kommt her von Gott, dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!“, so heißt in dem von der Kirchengemeinde gemeinsam angestimmten Lied „Wir pflügen und wir streuen“.

Von welcher Vielfalt Gottes Gaben auch in diesem Erntejahr wieder waren, verdeutlichte der Schmuck der Kirche. Verschiedenste Erntefrüchte, von Kürbissen, Äpfeln, Getreide bis hin zu bunten Blumen, zierten den Altar und den Haupteingang der evangelischen Kirche.

Ein Blick auf die Vielfalt der Ernte überrascht jedes Jahr aufs Neue, was man allein mit regionalen Produkten alles zubereiten kann, um satt zu werden.

Mit dem Lied „Herr, deine Güte…“ stimmte der MGV Wetter musikalisch die zentrale Botschaft der Erntedank-Predigt an. „Wir Menschen erfahren Tag für Tag die Güte Gottes. Er begleitet uns im Alltag und beschenkt uns mit reichlichen Erntegaben“, lauteten die einführenden Predigtworte des Dekans im Ruhestand Dr. Karl-Ludwig Voss. Der Gedanke vieler Menschen, immer mehr haben zu wollen, führe vom rechten Wege ab, was sich unter anderem in einem schlimmen Umgang mit der Schöpfung, der eigenen Umwelt und der unserer Nachfahren, ausdrücke. Viel bedeutender sei es, Gott für seine Gaben zu danken, die nicht nur von materieller Natur seien, sondern sich in der Liebe zu unseren Mitmenschen - im Zusammensein mit unserer Familie zeige. Mit Blick auf die vollen Brotkörbe am Seiten- und Haupteingang der Kirche forderte Voss die Zuhörer auf, die Brote, die die Gaben Gottes symbolisierten, mit ihren Mitmenschen zu teilen. Die Brote waren zuvor mit der Unterstützung der Bäckerei Junk von den Wetteraner Konfirmanden gebacken worden und konnten im Anschluss des Erntedankgottesdienstes von den Besuchern der Kirche erworben werden. Die Spenden gehen an die Straßenkinder in Addis Abeba.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor und dem MGV Wetter, geleitet von Kurt Latzko, der neben dem Lied „Herr, deine Güte“ auch „Jacobs ladder“ vortrug. Von Marc Multhaupt geleitet, beeindruckte der Posaunenchor insbesondere mit seinem Zwischenspiel „God be in my head“ von John Rutter. An der Orgel spielte Klaus-Jürgen Höfer.

Anlässlich seines 70-jährigen Geburtstages bedankte sich Höfer bei Dieter Schneider für die Renovierung der Heinemann-Orgel und dessen Unterstützung in den letzten Jahrzehnten: „Dieter Schneider kennt jede Orgelpfeife und deren Klangfarbe und unterstützte uns in den vielen Jahren besonders als Berater“.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde ins evangelische Gemeindehaus zum gemeinsamen Essen und Verweilen eingeladen.

Hintergrund

Erntedank offiziell findet offiziell am 7. Oktober statt. Die Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz lautet, das Erntedankfest am ersten Sonntag im Oktober zu feiern. Regional wird das Erntedankfest jedoch auch nach evangelischer Tradition am ersten Sonntag nach Michaelis gefeiert. Michaelis ist immer am 29. September. In diesem Jahr fiel dieser Tag auf einen Samstag, deshalb gab es schon am 30. September erste Erntedankfeste. Es folgen weitere am 7. Oktober. Eine Woche später, also am 14. Oktober, findet dann traditionell das Erntedankfest des Kreisbauernverbandes Marburg-Biedenkopf statt.

von Ellen Vollmar

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