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Klimaschutzmanager soll schnell an den Start gehen

Klimaschutzkonzept in Cölbe und Lahntal Klimaschutzmanager soll schnell an den Start gehen

Zum 1. September können die Gemeinden Cölbe und Lahntal einen hauptamtlichen Klimaschutzmanager einstellen, der Bürger und die Nordkreis-Kommunen bei der Umsetzung ihres Klimaschutzkonzepts unterstützen soll.

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Beigeordneter Michael Meinel und Bürgermeister Manfred Apell aus Lahntal sowie ihre Cölber Kollegen, Bürgermeister Volker Carle und Erster Beigeordneter Thomas Rotarius freuen sich über den Bewilligungsbescheid für die Klimaschutzmanager-Stelle.

Quelle: Michael Agricola

Cölbe. Die Schaffung einer solchen Stelle, die Ansprechpartner und „Lotse“ vor allem auch für die Bürger sein soll, war im gemeinsamen Klimaschutzkonzept „Klimax“, das die Stadt Wetter und die Gemeinden Cölbe, Lahntal und Münchhausen gemeinsam auf den Weg gebracht hatten, empfohlen worden.

Die Parlamente aus Wetter und Münchhausen gingen diesen Schritt letztlich aber dann nicht mit. Sie störten sich zum Teil am Aufgabenprofil, vor allem aber an den Kosten – der Eigenanteil pro Gemeinde beträgt 6.000 Euro für die über drei Jahre vom Bund zu 85 Prozent geförderte Laufzeit des Vertrages.

Weil nur zwei Gemeinden übrig blieben, wurden nun dafür nur 21 Stunden pro Woche bewilligt. Die Stelle werde in den nächsten Tagen ausgeschrieben. Gesucht werde kein Schreibtischarbeiter, sondern einer, der viel unterwegs ist und vor Ort mit den Leuten im Gespräch sei und informiere, so Cölbes Bürgermeister Volker Carle. Er stellte gemeinsam mit seinem Amtskollegen Manfred Apell und den Klimaschutzbeauftragten der beiden Gemeinden, Thomas Rotarius (Cölbe) und Michael Meinel (Lahntal), die Pläne vor.

Zu den Aufgaben des Klimaschutzmanagers soll neben Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Klimaschutz auch die Beratung von Immobilienbesitzern gehören. Diese Beratung gelte nicht nur bezüglich Investitionen in die Erzeugung von Strom oder Wärme aus erneuerbaren Energiequellen, sondern vor allem für Einsparmöglichkeiten.

30 bis 40 Prozent des heutigen Energieverbrauchs ließe sich, unter anderem durch Wärmedämmung oder verbrauchs­ärmere Geräte, einsparen. Gerade bei den alten Ortskernen sei da einiges möglich, so Thomas Rotarius. Dennoch werde der Klimaschutzmanager mit seiner Beratung nicht anderen Fachleuten, etwa Handwerkern, Arbeit „wegnehmen“, wie mancherorts befürchtet wurde.

Er soll vielmehr als „Lotse“ Möglichkeiten aufzeigen, zum Beispiel, ob und wie ein Hausbesitzer Förderungen für energiesparende Vorhaben bekommen kann und dann an die Fachleute weitervermitteln.

Der Klimaschutzmanager wird sich zunächst nur um Lahntaler und Cölber Belange kümmern. Die Bürgermeister der beiden Gemeinden luden ihre Nachbargemeinden dennoch ein, noch einmal im Parlament über eine Beteiligung und damit die Ausweitung der Stelle auf den gesamten Nordkreis nachzudenken, damit die vier Kommunen, die – „wohl als erste in Hessen“ (Apell) – ein gemeindeübergreifendes Klimaschutzkonzept aufgestellt haben, den gemeinsamen Weg fortsetzen.

„Wir könnten mehr erreichen, wenn alle vier Kommunen an einem Strang ziehen“, meint Carle und hofft am Ende auf einen gemeinsamen Konsens. Schließlich bescheinigt das Klimaschutzkonzept den Nordkreiskommunen, dass sie das Potenzial haben, ihren Energiebedarf auf absehbare Zeit komplett aus erneuerbaren Quellen decken zu können. Fukushima habe gezeigt, dass dieses Ziel aber nun noch ein Stück schneller erreicht werden müsse, so Apell.

Apell und Carle sehen jedenfalls nur Vorteile durch die neue Stelle, die jede Kommune 2.000 Euro pro Jahr kostet: Mit den jetzt bewilligten gut 68.000 Euro für den Klimaschutzmanager flössen im Rahmen des Klimax-Konzeptes rund 200.000 Euro in die Region. Und die finanziellen Vorteile, die sich aus der Arbeit des Klimaschutzmanagers für die Menschen und die Gemeinden ergeben, kämen noch dazu.

Da die Bewilligungs-Zusage vom Bund recht kurzfristig kam, wird der eigentlich geplante Starttermin 1. September nicht zu halten sein. Doch die beiden Gemeinden wollen die Stelle nun zügig ausschreiben, sodass der Fachmann im Oktober, spätestens im November die Arbeit aufnehmen kann.

von Michael Agricola

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