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Klare Mehrheit für Apell in Lahntal

Bürgermeisterwahl Klare Mehrheit für Apell in Lahntal

Amtsinhaber Manfred Apell wurde in Lahntal als einziger Kandidat mit 71,47 Prozent der abgegebenen Stimmen in seine vierte Amtszeit gewählt. Die Wahlbeteiligung ging allerdings deutlich zurück, von 47,6 auf 37,3 Prozent. Goßfelden bildet das Schlusslicht in Sachen Wahlbeteiligung. Nur etwa mehr als 27 Prozent der Wähler fühlten sich aktiv angesprochen.

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Manfred Apell kommt am Abend zur Wahlparty.

Quelle: Götz Schaub

Lahntal . „Brungershausen ist ein sehr gutes Ergebnis“, schmunzelte am Sonntag Manfred Apell nach Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses. In dem kleinsten Ortsteil von Lahntal gingen 40 von 66 Wählern an die Urne, nur einer von ihnen stimmte gegen ihn. Im Vergleich weniger deutlich fielen die Ergebnisse in den übrigen Ortsteilen aus. Vielleicht etwas erschreckt über die geringe Wahlbeteiligung wertete Apell das Gesamt-Ergebnis dennoch als gut. Getreu dem Motto, „Wer schweigt, stimmt zu“ will sich Apell doch sicher sein, eine deutlichere Mehrheit im Rücken zu haben als das Ergebnis aussagt. „Wenn man sich in schwierigen Fragen positioniert, muss man damit rechnen, nicht nur auf Zustimmung zu treffen“, sagte Apell und gab sich kämpferisch. „Ich möchte mich auf jeden Fall darum bemühen, auch die zu erreichen, die sich heute gegen mich entschieden haben.“ In Sarnau könne dies nur über Überzeugungsarbeit geleistet werden, denn „dort gibt es immer noch Menschen, die das mit dem Deich einfach nicht verstehen wollen“. Und auch in Sterzhausen vermutet er eine Verärgerung über den „Auszug“ des Rewe-Marktes aus dem Ort an dem B-62-Kreisel als einen Grund für den gewachsenen Gegenwind. „Dabei nehmen die Bürger nicht wahr, dass dies keineswegs meine Entscheidung oder eine Entscheidung der Politik war“, so Apell.
Vergleicht man die Ergebnisse mit jenen von vor sechs Jahren, fällt sofort auf, dass die Goßfeldener schon damals sehr träge waren. Sie bildeten mit 34,99 Prozent auch schon 2004 das Schlusslicht bei der Wahlbeteiligung. Dieser Negativrekord wurde dieses Mal noch getoppt, so rutschte die Wahlbeteiligung deutlich unter 30 Prozent auf 27,69 Prozent. Die Sarnauer schafften es gerade so noch auf 30 Prozent und die Göttinger, Sterzhäuser und Calderner rissen es einfach nicht mehr raus. Dramatisch schon fast der Rückgang in Caldern. 2004 gingen dort noch 444 Menschen zur Wahl und schraubten so die Wahlbeteiligung immerhin auf 47,63 Prozent. Dieses Mal waren es nur 327 Wähler, sodass die Wahlbeteiligung auf 34,6 Prozent fiel. „Ich habe einfach zu oft gehört, dass ich ja sowieso gewinne und es keinen großartigen Sinn mache, zur Wahl zu gehen“, sagte Apell. Zur öffentlichen Wahlergebnis-Bekanntgabe im Verwaltungsgebäude in Sterzhausen ließen sich fast nur Funktionsträger aus der Gemeinde sowie Bürgermeister-Kollegen blicken. Von der CDU wurde bis 19 Uhr niemand gesehen, doch war dafür ihre Anzeige zur Bürgermeister-Direktwahl im Amtlichen Bekanntmachungsblatt der Gemeinde Lahntal mehrfach Thema. Darin stellte die CDU die Frage: „Sind Sie mit unserem Bürgermeister und dessen Politik in unserer Gemeinde zufrieden?“ Und dann: Sie haben am 5. September die Wahl... Ja oder Nein.“ Das Nein war dabei fett gedruckt. Und: „Nicht zur Wahl gehen ist die schlechteste Wahl“. Die Frage war nun, was wollte die CDU den Wählern damit sagen, schließlich hatte sie selbst den Unzufriedenen keine Alternative angeboten. Letztendlich erntete die CDU für diese Aktion bei ihren politischen Kollegen nur Kopfschütteln.
Der Bürgerblock Goßfelden, Sarnau, Göttingen, der es früher oft mit der CDU gehalten hatte, hatte sich wahltechnisch festgelegt und gemeinsam mit den Grünen, der Wählergemeinschaft Lahntal-Sterzhausen und natürlich der SPD dazu aufgerufen, Manfred Apell zu unterstützen. Dieser versprach, mit aller Kraft und Energie 2011 in die vierte Amtszeit zu gehen.

von Götz Schaub

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