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Nordkreis Kitas und Schulen gleichen ihre Regeln für Kinder an
Landkreis Nordkreis Kitas und Schulen gleichen ihre Regeln für Kinder an
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18:14 15.08.2012
Kinder sollen in Wetter ab Kindergartenalter in Sachen Gewaltprävention auf eine geradlinige Bahn geschickt werden. Dafür lassen sich die Erzieherinnen und Lehrkräfte der Grundschulen fortbilden. Quelle: Götz Schaub
Wetter

Gewalt unter Kindern und Jugendlichen ist ein weites Feld. In den wenigsten Fällen geht es dabei um schwere Gewaltakte, sprich Körperverletzungen, sondern um Mobbing, Ausgrenzung, körperliche Drangsalierungen oder Beschimpfungen und Beleidigungen.

Weiterführende Schulen bieten ihren Schülern immer wieder Präventionsprogramme an, die ihnen dabei helfen sollen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen und für ihre eigenen Interessen einzustehen. Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern stellte nun zusammen mit Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka, Professor Ulrich Wagner vom Fachbereich Psychologie an der Philipps-Universität Marburg und Mitorganisatorin Diplom-Psychologin Steffi Pohl ein in dieser Form im Kreis noch nie da gewesenes Präventions-Projekt vor. Denn an diesem Projekt nehmen alle Kindertagesstätten und Grundschulen der Stadt Wetter inklusive der evangelischen Kindertagesstätte „Arche“ teil.

Warum fiel die Wahl ausgerechnet auf Wetter? Sicherlich nicht, weil dort das Gewaltpotenzial höher wäre als in vergleichbaren Kommunen. Warum also? Weil in Wetter die Strukturen der involvierten Einrichtungen so gut aufeinander abgestimmt sind. Das liegt am bereits bestehenden Bildungstandem, das gemäß des Hessischen Bildungsplanes eine weitgreifende Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen einfordert. Die Leiterinnen der Schulen und der Kindertagesstätten kennen sich gut und sind es gewohnt, zum Wohle der Kinder eng miteinander zu arbeiten.

Erzieherinnen und Lehrer freuen sich auf das Projekt

Deshalb ist ihre Bereitschaft, dieses Projekt, das zunächst einmal Mehrarbeit fordert, mit Leben zu füllen, mehr als gegeben. Sie freuen sich darauf, daran mitwirken zu können, bestätigten Doris Wabnegg als Gesamtleiterin der städtischen Kindertagesstätten, Andrea Morbitzer, Leiterin der Arche, sowie die Amönauer Schulleiterin Helke Bender und Petra Steuber als Leiterin der Burgwaldschule Wetter. Gemeinsame Fortbildungen und Reflexionsphasen sollen die Voraussetzungen für eine ergiebige Zusammenarbeit bieten. McGovern ist überzeugt: „Gerade frühkindliche Lernprozesse spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung von gewalttätigen verhalten. Daher sollte Prävention schon dort ansetzen, wo die Bildungslaufbahn der Kinder beginnt.“ Die Arbeitsgruppe Sozialpsychologie unter Professor Wagner hat zusammen mit dem Fachbereich Familie, Jugend und Soziales des Landkreises Marburg-Biedenkopf ein Programm entwickelt, das den Namen „PiKS“ erhielt, als Kurzform von „Prävention in Kindergarten und Schule“. Professor Wagner erläutert: „Die Kinder erhalten ein Jahr lang ein wöchentliches Training zum Lösen von Konflikten. Zudem werden Eltern und außerschulische Einrichtungen wie etwa der Sportverein einbezogen.“ Allen Wetteraner Bildungseinrichtungen gemeinsam ist ein Selbstverständnis von Null-Toleranz gegen Gewalt.

Steffi Pohl führt aus, dass anhand einer begleitenden Evaluation die Wirksamkeit des Programms weiter überprüft wird.

Da die Wollenbergschule als weiterführende Schule in Wetter bereits seit einigen Jahren ein Gewaltpräventionsprogramm hat, freut sich Bürgermeister Spanka: „Vom ersten Kindergartenjahr an bis hin zum Schulabschluss können die Kinder und Jugendlichen in Wetter nun ihre sozialen Kompetenzen stärken und Alternativen zu aggressivem Verhalten lernen.“

Das Besondere an diesem Projekt ist die Ganzheitlichkeit. Kinder, die aus den Kindertagesstätten kommen, werden schnell bemerken, dass in Sachen Gewalt auch an den Grundschulen die selben Vorgaben gelten und können sich so weiter entwickeln. Finanziert vom Landkreis, ist das Projekt zunächst bis 2015 ausgelegt.

„PiKS“ ist nach einem Baukastenprinzip aufgebaut. Die Kinder werden ihrem Alter entsprechend mit dem Thema vertraut gemacht.

Wie wichtig das Thema ist, sprach bei der Vorstellung des Projekts Karl-Ludwig Voss, Dekan i.R. an, der zurzeit eine Vakanzvertretung im Kirchspiel Wetter übernommen hat. „Gerade im Fernsehen bekommen Kinder immer wieder zu sehen, dass Konflikte mit Gewalt gelöst werden.“ Auch wenn die „gute“ Seite gewinne, sei dies keinesfalls für die Entwicklung eines Kindes förderlich.

von Götz Schaub

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