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Kirchengemeinde beschenkt sich selbst

Reddehausen Kirchengemeinde beschenkt sich selbst

Genau vor einem Jahr feierten die evangelischen Christen in Reddehausen die grundlegende Renovierung ihres Kirchsaals. Nun wurden die neuen Prinzipalien, die liturgischen Gegenstände, eingeweiht.

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Der Künstler Michael Possinger (2. von links), daneben Pfarrer Michael Fröhlich sowie die neuen Konfirmanden und die neuen Prinzipalien im Reddehäuser Kirchsaal.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Reddehausen. Reddehausen. Eigentlich hatten die Prinzipalien, der „vornehmsten“ Einrichtungsteile für die liturgische Nutzung bereits am 1. April zusammen mit dem Lindenhof eingeweiht werden sollen, waren aufgrund einer Erkrankung des Künstlers jedoch nicht rechtzeitig fertig geworden.

Aber auch an diesem Tag hatten die Besucher im voll besetzten Kirchsaal Anlass, zusammenzukommen. Die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden der Gemeinde stellten sich an diesem Tag vor. Sie durften an der sehr selten vorkommenden Einweihung der neuen Prinzipalien mitwirken, die so zu einem sehr lebendigen und anschaulichen Vorgang wurde.

Einzelne Konfirmanden liehen nacheinander dem Taufbecken, der Osterkerze, dem Ambo (Lesepult) und dem Altar ihre Stimmen und ließen sie im Gespräch mit dem Pfarrer ihre jeweilige Bestimmung erläutern.

„Heute erhält dieser Raum zu seiner äußerlich neu gemachten Hülle seine Seele und wird seiner eigentlichen Bestimmung wieder zugeführt, ein geistlich-inspirierender Raum zu sein, ein Erfahrungsraum des Glaubens und hoffentlich auch ein Ort der Begegnung mit Gottes lebendigem Geist“, erklärte Pfarrer Michael Fröhlich. Er betonte: „Dass wir heute den zweiten Teil von Reddehausens neuer Mitte, die Fertigstellung des Kirchsaals feiern können, verdanken wir der Arbeit, dem Einsatz und dem Nachdenken unzähliger Menschen.“ Zudem hatten die Reddehäuser etwa 2000 Euro für die Prinzipalien gespendet. Fröhlich erinnerte daran, dass der erste Anstoß zur Renovierung des 1967 gebauten Saales und die Anschaffung einer neuen Orgel Karl-Ludwig Voss, Dekan im Ruhestand, zu verdanken seien.

Michael Possinger, freischaffender Künstler und Metallgestalter aus Guxhagen, nutzte die Chance, nicht nur die neuen Stücke für den Altarbereich zu entwerfen, sondern den Raum gemeinsam mit Architekt und Kirchenvorstand von Grund auf neu zu gestalten. Beispielsweise bei der Farbgebung des Bodens und der Wand, welche die Struktur des Metalls der aus Esche und satiniertem Stahl gefertigten Prinzipalien aufnimmt.

Possinger berichtete, dass der nach dem Betreten des Raumes sehr schnell, innerhalb von drei Wochen, den Entwurf für die meisten Teile fertig hatte. Das dauere sonst manchmal ein bis eineinhalb Jahre. „Nur mit dem Kreuz habe ich mich sehr schwergetan“, bekannte er. Über mehrere Monate schuf er drei Entwürfe, von denen er schließlich den für das aus drei Millimeter starken Bindedrahtstücken hergestellte Wandkreuz auswählte. „Es sprengt die klare Struktur der anderen Teile. In der Mitte hebt sich etwas, der Kern der Gemeinde, Ordnung tritt aus dem Chaos heraus. Es ist einerseits einfach, andererseits komplex“, erläuterte der Künstler seine Idee.

Anfangs seien nicht alle in der Gemeinde mit diesem Wandkreuz-Entwurf glücklich gewesen, mittlerweile sei die Kritik verstummt. Wir wollten eine ansprechende Inspiration für heutige Spiritualität bieten, nicht den Raum in den 1960ern vermodern lassen“, so Fröhlich.

von Manfred Schubert

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