Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 17 ° wolkig

Navigation:
Kieselbach: „Radarmessungen sind keine Abzocke“

Lahntal Kieselbach: „Radarmessungen sind keine Abzocke“

Der Nachtragshaushalt der Gemeinde Lahntal weist ein verringertes Defizit aus. Die Einnahmen aus Geschwindigkeitskontrollen fielen geringer als erwartet aus, die Disziplinierung der Verkehrsteilnehmer scheint aber dennoch erreicht.

Voriger Artikel
Die „Pioniere“ geben Rat in Sachen Bioenergie
Nächster Artikel
Aus „wilden Kickern“ wird Traditionsverein

Vom 21. Juni bis 1. August maß die Blitzersäule in Göttingen 182 Tempoverstöße, 105 Fahrzeuge überschritten nachts das vorgeschriebenen Tempo 30.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Sterzhausen. Einer der wichtigsten Punkte am Beginn der jüngsten Lahntaler Gemeindevertretersitzung im Haus am Wollenberg in Sterzhausen war die Einbringung des Nachtragshaushalts, auch wenn dieser im Ergebnis nur eine kleine Veränderung brachte.

Das Defizit verringert sich demnach um 58400 Euro auf 1086500 Euro. Diese Verbesserung ergibt sich unter anderem durch die Einnahmen aus den neuen Verkehrsüberwachungsanlagen, die für ein halbes Jahr mit 180000 Euro veranschlagt werden, von denen allerdings etwa 70000 Euro für die Betreiberfirma und 6600 Euro Porto- und Versandkosten abgezogen werden müssen.

Vier Kameras im Einsatz

Zu den Auswirkungen der neuen Geschwindigkeitsmessanlagen hatte Rainer Kieselbach (SPD) eine Anfrage gestellt. Ab dem 21. Juni bis zum 18. Juli wurden sieben Messsäulen Zug um Zug in Betrieb genommen. Diese werden in unregelmäßigen Abständen mit durchschnittlich vier Kameras bestückt, sind also keineswegs alle durchgehend in Betrieb, teilte der Gemeindevorstand mit. Anfangsschwierigkeiten beim Auslesen der Messdaten seien behoben, der Vandalismus an den Messsäulen in Göttingen und Goßfelden überwunden und „Normalität eingekehrt“, auch wenn noch „Verkehrsrowdys“ nachts im Vorüberfahren an den Säulen hupten.

Vom 21. Juni bis zum 22. August wurden 703878 Fahrzeuge gemessen, das vorgeschriebene Tempo überschritten 3850 davon. 3700 Fahrzeuge fuhren 60 bis 80 km/h statt 50, sechs fuhren in diesem Geschwindigkeitsbereich zwischen 22 und 6 Uhr durch Göttingen, wo um diese Zeit Tempo 30 gilt. 43 Fahrzeugführer fuhren zwischen 80 und 100 „Sachen“ statt 50, zwei besonders „Ambitionierte“, so Bürgermeister Manfred Apell, sogar 100 bis 120 km/h in Goßfelden beziehungsweise Sterzhausen. Die meisten Verstöße registrierte die Messsäule in Goßfelden Richtung Wehrda, 932 waren es zwischen dem 2. Juli und dem 8. August.

Es seien weniger Überschreitungen als gedacht gemessen worden, resümierte Apell, und die relativ geringen Einnahmen zeigten, dass das Gerede von der „Abzocke“ dummes Geschwätz sei. Vielmehr sei das Hauptziel der Geschwindigkeitsreduzierung und Verkehrsberuhigung von Anfang an erreicht worden. Insbesondere von Anliegern der Messstrecken sei berichtet worden, dass der Verkehr wesentlich langsamer geworden sei.

Rainer Kieselbach teilte die Einschätzung: „Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache, zum Beispiel mit den meisten Überschreitungen Richtung Wehrda. Sie zeigen, dass die Messungen keine Abzocke sind, sondern der Verkehrssicherheit dienen.“

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr