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Nordkreis Kelten, Franken und der Christenberg
Landkreis Nordkreis Kelten, Franken und der Christenberg
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17:48 04.09.2014
Blick aus der Vogelperspektive auf den Christenberg. Ein neues Buch gibt einen allgemein verständlichen Überblick über seine wechselvolle Geschichte.Foto: Thorsten Richter Quelle: Thorsten Richter
Münchhausen

Wenig Augenscheinliches deutet darauf hin, dass der Ort in früheren und längst vergangenen Zeiten einmal größere und überregionale Bedeutung hatte. Immerhin, die eindrucksvolle mittelalterliche Kirche im Friedhof fällt auf, mitten im Wald gelegen und dem Heiligen Martin geweiht, ein Hinweis auf das hohe Alter ihrer Gründung.

Erst wer sich genauer umschaut, sieht am Zugang zu Friedhof und Kirche Reste ehemaliger Wallanlagen an der einzigen flach zugänglichen, östlichen Seite der Kuppe. Von den ehemals wohl recht zahlreichen, jetzt kaum noch auffälligen, im Laufe der Zeiten verschliffenen Grabhügeln sind in den umliegenden Wäldern immer noch einige erkennbar, doch muss man sie suchen. Erst der Besuch des kleinen Museums im der Kirche benachbarten ehemaligen Küsterhaus klärt über die reiche Geschichte des Platzes auf.

Neben spärlichen schriftlichen Überlieferungen brachten vor allem archäologische Untersuchungen im Laufe der vergangenen fünfzig Jahre an den Tag, welche Bedeutung der Platz einmal gehabt haben muss, und zwar gleich zweimal im Laufe der Geschichte.

Zum einen war das während der Eisenzeit um die Mitte des letzten vorchristlichen Jahrtausends, der Zeit der Blüte der keltischen Kultur, an deren äußersten nördlichen Rand der Christenberg lag, zum anderen ein Jahrtausend später im Frühmittelalter, zur Zeit der Auseinandersetzungen zwischen den bereits christianisierten germanischen Franken und den noch heidnischen Sachsen, die ebenfalls in diesem Gebiet aufeinandertrafen (Schlacht bei Laisa/Battenfeld).

Die Ausgrabungsergebnisse liegen teilweise in wissenschaftlichen Publikationen vor, doch fehlte bisher eine ausführliche, allgemein verständliche und und auf den aktuellen Stand gebrachte Darstellung von Geschichte und Archäologie des Christenberges. Das hauptsächlich von Armin Weber und Walter Holzapfel verfasste Buch ist nun mehr als nur ein kurzer Führer; es fasst die wissenschaftlichen Erkenntnisse ausführlich und leicht verständlich zusammen und stellt gleichzeitig den Christenberg in sein historisches Umfeld, so dass die jeweiligen Zeiten erfassbar und die Bedeutung des Platzes sowie Taten und Intentionen der agierenden Menschen erkennbar werden.

Der darstellende Teil des Buches ist in zwei Teile gegliedert. Zunächst gehen Weber und Holzapfel im Kapitel „Die Kelten auf dem Christenberg“ auf die vorgeschichtliche Siedlungsperiode ein und betten zunächst den Ort überregional in sein zeitliches und kulturelles Umfeld ein, bevor sie auf die Eisenzeit in Hessen und schließlich auf die Situation auf dem Christenberg eingehen.

Der zweite, von Armin Weber verfaßte Teil „Die Franken auf dem Christenberg“ ist ähnlich aufgebaut. Eine kurze Darstellung der fränkischen Geschichte führt in die Zeit des Frühmittelalters ein, bevor auf die Bedeutung des nordhessischen Raumes während der Christianisierung (etwa Bonifatius) und der Auseinandersetzungen zwischen Franken und Sachsen in dieser Zeit eingegangen wird. Mit den Erkenntnissen zum Christenberg schließt auch dieser Teil ab.

Eine ausführliche Literaturliste weist dem Interessierten Wege, sich intensiver mit dem Platz, den betreffenden Zeiten und den jeweiligen Kulturen zu beschäftigen.

Das mit zahlreichen Fotos, Karten und Plänen reich ausgestattete Buch lädt zum Blättern und Schmökern ein; viele interessante Photomotive und Fundabbildungen verleiten gleichzeitig zum Weiterlesen.

Aufgrund der schönen Ausstattung nimmt man das Werk gern zur Hand, auch häufige Verwendung wird dem soliden Einband sobald keinen Schaden tun, auch wenn man es als - in knappem Din A 4 Format etwas großformatigen - Führer im Gelände benutzt.

Förderkreis Christenberg (Hrsg.): Kelten und Franken auf dem Christenberg, Münchhausen 2013 Hardcover mit Fadenheftung, 110 Seiten, 18 Euro, zu beziehen über den Förderkreis Christenberg, per E-Mail an: info@foerderkreis-christenberg.de

von Dr. Robert Heiner

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