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Nordkreis Kandidaten suchen Gespräch mit Bürgern
Landkreis Nordkreis Kandidaten suchen Gespräch mit Bürgern
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00:19 13.09.2018
Der Gemeinde Cölbe – hier der Kernort – steht nun ein Wahlkampf bevor. Quelle: Thorsten Richter
Cölbe

Wenn zwei dasselbe wollen, schaut nicht selten einer in die Röhre. Im Falle der anstehenden Bürgermeisterwahl in Cölbe ist bis zum 28. Oktober nicht klar, wer von den beiden Bewerbern das Nachsehen hat. Bis dahin wollen Dr. Jens Ried und Carola Carius die Bürger der Gemeinde von ihren Ideen­ überzeugen. Am liebsten im persönlichen Gespräch.

Carola Carius,

Rund 2500 Haushalte gibt es in Cölbe. Bis zum Wahltag sind es noch genau 50 Tage. Wenn die beiden Kandidaten wirklich überall an die Tür klopfen, müssen sie 50 Haushalte am Tag besuchen. Klingt schwierig, aber sie haben es sich vorgenommen. Einmal jedem Wähler in die Augen schauen, ein Wort wechseln und die eigene Position vertreten, das ist ihr Plan. In dieser entscheidenden Phase geht es für die beiden um ­jede Stimme.

Für Dr. Jens Ried ist es sozusagen die letzte Etappe eines einjährigen Marsches. Schon im Herbst 2017 hatte der Christdemokrat die Entscheidung getroffen, sich um den Chefposten im Rathaus zu bewerben. Ried sitzt seit 2011 für die CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung. „Ich war nicht immer mit allem einverstanden“, sagt Ried. Deshalb habe er entschieden, sich selbst der Verantwortung zu stellen.

Ried wird in seiner Absicht, Bürgermeister zu werden von der CDU und von der Bürgerliste unterstützt. Auch aus Reihen der Sozialdemokraten habe er Unterstützer, sagt er. Allerdings plädiert der promovierte Naturwissenschaftler für eine parteiübergreifende Zusammenarbeit. „In den Kommunen sollte man sachbezogen handeln“, sagt er.

Jens Ried arbeitet derzeit in Nürnberg. Er hat sich freistellen lassen, um sich voll und ganz dem Kampf um das Amt zu widmen. „Ich bin im Wahlkampfmodus“, sagt er. Und das nicht erst seit kurzem. Monatelang habe er schon kein freies Wochenende mehr gehabt, sich auf vielen Veranstaltungen blicken lassen, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

„Cölbe kann mehr“ ist Rieds Wahlspruch. Er hat ein Thesenpapier erarbeitet, mit dem er auf Stimmenfang gehen möchte. Schwerpunkte möchte Ried beispielsweise in der Entwicklung der Gemeinde setzen. Die Balance zwischen Arbeits-, Wohn- und Naturbereichen sei ihm wichtig, genau wie günstiger Wohnraum und innovative Wohnkonzepte. Auch Bürgernähe, Kindesbetreuung und Angebote für Senioren stehen auf seiner Agenda.

Seine Kontrahentin hat ebenfalls kommunalpolitische Erfahrung im Wahlkampf-Gepäck. Carola Carius war einige Jahre Ortsvorsteherin in Schönstadt. Die Diplom-Ingenieurin­ arbeitet im Hessischen Wirtschaftsministerium in Wiesbaden. Den Wunsch, Bürgermeisterin zu werden, hege sie schon seit Jahren, sagt sie. „Es macht mir große Freude zu gestalten.“ Im März dieses Jahres entschied sie schließlich, sich als Kandidatin aufstellen zu lassen.

Jens Ried.

Carius hat zwar ein grünes Parteibuch, möchte es aber ohne die Unterstützung der eigenen Fraktion auf den Stuhl der Bürgermeisterin schaffen. Natürlich habe sie Unterstützer aus den eigenen Parteireihen. Aber ­eigentlich wolle­ sie eine parteiunabhängige Politik machen, sagt sie. „Ich greife nicht auf ein System zurück, das mich stützt.“ Ihre Themen im Wahlkampf sind mannigfaltig. Im Kern steht bei ihr der Gedanke, dass die Gemeinde Cölbe und deren Ortsteile enger zusammenrücken. Zudem möchte sie junge Menschen in die Gemeinde locken, um Nachwuchssorgen in Vereinen, Feuerwehr und Politik zu lindern.

Dem Gewerbe möchte sie mit „runden Tischen“ unter die Arme greifen, um ­Arbeitsplätze nach Cölbe zu holen.

Jens Ried sollte sich jedenfalls keine Hoffnungen machen, dass seiner Gegnerin im Häuserwahlkampf die Puste ausgeht. Denn Carola Carius ist Marathon-Läuferin.

OP-WAHLFORUM

Die OBERHESSISCHE PRESSE veranstaltet am Donnerstag, 18. Oktober, auf Hof Fleckenbühl das OP-Wahlforum zur Bürgermeisterwahl in Cölbe. Dann müssen sich die Kandidaten den Fragen aus Bevölkerung und Redaktion stellen.

von Dominic Heitz