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Nordkreis Scharfe Sprenggranate liegt auf Holzstapel
Landkreis Nordkreis Scharfe Sprenggranate liegt auf Holzstapel
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13:49 28.11.2018
Gefährliche "Fundsache": Eine 75-Millimeter-Sprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg wurde im Nordkreis auf einem Holzstapel entdeckt. Quelle: Polizei
Treisbach

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass ein bislang unbekannter "Finder" die 75-Millimeter-Sprenggrante einfach in die Hand genommen und auf einem Holzstapel in der Gemarkung am "Bergrücken" abgelegt hat. Das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg wurde dann am vergangenen Freitag (23. November) von einer anderen Person entdeckt, die laut Polizei "genau richtig reagierte". Der Zeuge ließ die Granate unberührt liegen und kontaktierte die Polizei.

Der herbeigerufene Kampfmittelräumdienst habe dann vor Ort die noch vorhandene Zündfähigkeit der Granate festgestellt. Die Granate wurde daraufhin unschädlich gemacht und zur endgültigen fachgerechten Entsorgung mitgenommen. "Die Granate war noch scharf. Ein erneuter Aufprall auf dem Zünder oder auch Schläge dagegen, hätten durchaus eine Explosion verursachen können", sagte einer der Experte vor Ort.

Die OP berichtete im Mai 2018 bereits über einen Mann, der besonders viel Glück hatte, als er eine gefundene Granate aus dem Wald mitnahm. Diese hätte auch explodieren können. Treisbach ist in diesem Jahr gleich mehrfach durch Granatenfunde aufgefallen. So hatte zum Beispiel der Hund eines Spaziergängers einen historischen Blindgänger entdeckt.

Eine weitere Granate wurde in einer Baumkrone in Treisbach entdeckt.

Mahnende Worte

Die erste Person, die die Sprenggrante gefunden hat, habe laut Polizeipressesprecher Martin Ahlich ziemliches Glück gehabt. Deswegen richtet er nochmals mahnende und aufklärende Worte an die Öffentlichkeit:  "Sprenggranaten, Bomben oder andere sogenannte unkonventionelle  Spreng - und Brandvorrichtungen stellen grundsätzlich eine erhebliche Gefahr dar. Wer einen solchen Gegenstand findet, ist gut beraten, seine Finger davon zu lassen, denn das Teil könnte unabhängig vom Zustand und Alter durchaus noch scharf sein und bei unsachgemäßer Behandlung detonieren. Also niemals berühren, erst recht nicht aufheben und wegtransportieren oder woanders hinlegen. Sofort die Polizei anrufen, etwaige Passanten warnen, den Fundort behelfsmäßig absperren oder die Fundstelle irgendwie markieren, damit der Kampfmittelräumdienst den Gegenstand finden und fachgerecht entsorgen kann."