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Kai-Uwe Spanka bleibt Bürgermeister in Wetter

Bürgermeisterwahl Kai-Uwe Spanka bleibt Bürgermeister in Wetter

Kai-Uwe Spanka bleibt Bürgermeister der Stadt Wetter. Bei der Direktwahl am Sonntag sprach sich eine deutliche Mehrheit für eine weitere Amtsperiode des Verwaltungschefs aus. Gegenkandidaten gab es nicht.

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Nachdem das vorläufige Endergebnis bekannt war, gratulierte Ehefrau Bettina ihrem Mann zum Wahlsieg.

Quelle: Nadine Weigel

Wetter. Er war zwar der einzige Kandidat und durfte vorsichtig optimistisch sein. Trotzdem war Kai-Uwe Spanka am Sonntagabend, kurz bevor die Wahllokale schlossen, ganz schön aufgeregt. „Na, wer da nicht nervös wird“, sagte er und rieb sich die Hände, weil sie kalt waren. Was er denn machen würde, wenn es schlecht für ihn ausgeht, wurde er gefragt. „Dann lasse ich gleich morgen früh mein Fahrrad fertig machen.“ Die Freizeit wolle er dann radelnd ausfüllen.

Über 50 Menschen waren in die Stadthalle gekommen, wo die Ergebnisse der Auszählung präsentiert wurden. Viele von den Männern und Frauen stehen dem Bürgermeister nahe. Seine Frau Bettina war da, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Bekannte – und sogar ein Amtskollege. Cölbes Bürgermeister Volker Carle war gekommen, um zu sehen, wie sich der Kollege bei der Wahl schlägt.

Alle munterten sie Spanka auf, klopften ihm auf die Schultern oder beruhigten ihn. Spanka tigerte umher, unterhielt sich mal hier, mal dort, und versuchte so die quälend langen Minuten zu überbrücken, bis die ersten Ergebnisse vorlagen.

Zuerst kamen die Zahlen aus Todenhausen – die waren nicht gut, und in der Halle wurde es still. Nur gut 55 Prozent gab es dort für Spanka. Die Sache schien knapper zu werden, als wohl so mancher erwartet hatte. Als dann aber in einem nächsten Schritt gleich vier Wahlbezirke ausgezählt waren, zeichnete sich der Wahlsieg ab, und Spanka durfte aufatmen.

Um kurz vor sieben ist alles klar

Um kurz vor sieben dann lag das vorläufige Endergebnis vor: 1 890 Bürger hatten sich für eine weitere Amtszeit des amtierenden Bürgermeisters ausgesprochen. Das sind 64,88 Prozent der Stimmen. „Nein“ hatten 1 023 gesagt.

Sofort brandete Applaus auf, Spanka küsste seine Frau erleichtert und nahm die Gratulationen der Gäste entgegen. Cölbes Bürgermeister Carle war einer der ersten Gratulanten. Nachdem so ziemlich jede Hand geschüttelt war, bedankte sich Kai-Uwe Spanka bei seinen Mitarbeitern in der Verwaltung („ein tolles Team“) und bei den Bürgern, die ihm mit ihrer Jastimme das Vertrauen ausgesprochen hatten und ihm so die dritte Amtszeit ermöglichten.

„Ich freue mich auf die nächsten Jahre“, sagte Spanka. Doch bei aller Freude und Erleichterung blieb er auch selbstkritisch. Die tausend Neinstimmen seien ihm Ansporn für die zukünftige Arbeit, sagte er. Auch die Wahlbeteiligung von 41,22 Prozent stimme ihn nachdenklich. Für seine Kritiker will er in Zukunft immer ein offenes Ohr haben. „Ich verstecke mich nicht im Rathaus“, sagte Spanka. Der Mann scheint viel vorzuhaben. Das Rad muss warten.

von Dominic Heitz

Kommentar: Doppelsieg für den Rathauschef

Kai-Uwe Spanka hat die Bürgermeisterwahl in Wetter gewonnen, und zwar nicht erst am Wahltag. Gewonnen hatte er schon, als sich niemand zum Gegenkandidaten aufstellen ließ. Das Stadtparlament geht geschwächt in die dritte Amtszeit des Verwaltungschefs. Spankas Position ist stärker geworden, weil sich aus den Reihen seiner Kritiker niemand zur Wahl gestellt hat. Wer es nicht selber besser machen will, kann sich später schlecht hinstellen und es besser wissen wollen. Diese Kritiker müssen zukünftig kleinere Brötchen backen. Für den politischen Diskurs ist das schlecht. In Wetter stehen große Aufgaben an – so drückt die Stadt zum Beispiel ein großer Schuldenberg. Um solche Heraus­forderungen zu meistern, braucht es ein starkes Parlament als Entscheidungs- und Kontrollgremium. Es steht zu befürchten, dass es der Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung zukünftig etwas an kontroverser Kraft fehlen wird.

von Dominic Heitz

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