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Nordkreis K1 wird Gemeindestraße, aber kein Feldweg
Landkreis Nordkreis K1 wird Gemeindestraße, aber kein Feldweg
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18:57 05.06.2017
Die Kreisstraße 1 zwischen Simtshausen und Mellnau wird zur Gemeindestraße. Foto: Thorsten Richter Quelle: Thorsten Richter
Mellnau

Rund um die bevorstehende Statusänderung der Kreisstraße 1 zwischen Mellnau und Simtshausen regt sich Ärger in der Bürgerschaft. Die Verbindungsstraße soll zur Gemeindestraße heruntergestuft werden. „Und nun ist die Sorge groß, dass sie bald nur noch ein Feldweg ist“, sagte Münchhausens Bürgermeister Peter Funk während einer Veranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Mellnau. „Ich hoffe, er hat heute Abend das große Portemonnaie für die Straße dabei“, scherzte Funk bei der Begrüßung von Erstem Kreisbeigeordneten Marian Zachow, der auf Einladung von Mellnaus Ortsvorsteherin Margot Diehl gekommen war, um mit über die K1 zu informieren.

Im Zuge der Umgehungsstraße der B252, die voraussichtlich abschnittsweise 2018 und 2020 von Hessen Mobil fertiggestellt wird, waren in der Planung aus dem Jahr 2012 mehrere Verbindungswege und Teile der alten B252 vom Status der Bundesstraße zu Kreis- oder auch Gemeindestraßen degradiert worden.

„Im Rahmen der damaligen Verhandlungen war früh klar, dass sich der Bund zum Ausgleich teilweise zurückziehen wird - und weil für uns natürlich die Umgehungsstraße wichtiger war, wurde dem auch zuge­stimmt“, sagte Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka.

An der Degradierung der K1 von der Kreis- zur Gemeinde­straße ist jetzt nicht mehr zu rütteln, da dies bereits 2012 vertraglich vereinbart wurde. Trotzdem versicherte Marian Zachow den besorgten Bürgern, dass sich dies nicht negativ auswirken würde. „Es war ja irrtümlicherweise mal von einem sogenannten Wirtschaftsweg die Rede, was umgangssprachlich Feldweg genannt wird. Ich bin aber heute Abend hier, um Ihnen zu versichern, dass der Kreis die Straße vor der Übergabe an die Gemeinde ordentlich sanieren wird.“ Eine Verkleinerung der Straße sei nicht vorgesehen.

Auch für den Winterdienst wird laut Spanka weiterhin gesorgt, wobei die Prioritätenliste, nach der Schulwege und ÖPNV-Strecken zu bevorzugen sind, eingehalten werde.

Von Seiten der Bürger gab es allerdings Kritik an den Entscheidungen, man hätte Wiesbaden damals zu schnell nachgegeben und generell würde zu wenig für die Anbindung der ländlichen Regionen gekämpft. Zachow dazu: „Einwände hätten aber 2012 vorgetragen werden müssen. Zudem darf man auch nicht vergessen, dass wir als Kreis damals die neue K123 als Verbindungsstraße zwischen Amönauer Straße und alter B252 ermöglicht haben - und solche neuen Kreisstraßen gibt es kaum noch.“

von Marcus Hergenhan