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Ja zum Solarpark, Nein zum Fracking

Münchhausen Ja zum Solarpark, Nein zum Fracking

Münchhausen will auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrdepots in Oberasphe vier bis fünf Hektar Fläche mit Solaranlagen bebauen. Dafür sprach sich der Haupt- und Finanzausschuss in der jüngsten Sitzung aus.

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Auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrdepots bei Oberasphe möchte die Gemeinde Münchhausen einen Solarpark schaffen. Der Hauptausschuss befürwortet das.Foto: Martina Koelschtzky

Münchhausen. Der gemeindeeigene Teil des ehemaligen Bundeswehrdepots, das im Moment von Landwirten als Lagerfläche genutzt wird, sowie der oberhalb liegende Gemeindewald sollen als Fläche für regenerative Energien ausgewiesen werden, erklärte Bürgermeister Peter Funk (parteilos) dem Haupt- und Finanzausschuss.

Die dort befindlichen Bunker sollen erhalten, ihre Dachflächen jedoch für Photovoltaik-Anlagen genutzt werden. Wie Funk erläuterte, sei der Baumbestand im fraglichen Bereich im Wesentlichen weniger wertvolles Nadelholz, das für die Sonnenenergienutzung weichen müsse. „Der ältere Eichenbestand weiter oben am Hang bleibt unangetastet“, versicherte er.

Das Regierungspräsidium Gießen begrüße eine entsprechende Nutzungsänderung der Konversionsfläche (ehemalige Militärfläche, die nun zivil genutzt wird) ebenso wie der Ortsbeirat Oberasphe, berichtete Funk.

Zudem gebe es bereits einen Investor, der an der Errichtung eines Photovoltaik-Parks interessiert sei und ein Konzept zur Bürgerbeteiligung vorgelegt habe, so Funk weiter. Auch Windkraftanlagen seien in der Gegend denkbar, zu diesem Zweck sollen Gespräche mit den Städten Biedenkopf und Hatzfeld aufgenommen werden, um im Grenzgebiet zwischen den drei Kommunen gemeinsame Pläne zu entwickeln.

Energiegenossenschaftsoll gegründet werden

Weiter beinhaltet der Beschlussvorschlag für die Gemeindevertretersitzung am 4. September, die Gründung einer Energiegenossenschaft Münchhausen. „Vier bis fünf Hektar Photovoltaik sind dort möglich.

Damit wäre die Gemeinde Münchhausen energieautark, wir könnten allen Strom, den wir brauchen, selbst produzieren“, freute er sich. Dem Grundsatzbeschluss sowie der Aufstellung eines entsprechenden Bebauungs- und Flächennutzungsplans stimmten vier Ausschussmitglieder zu, drei enthielten sich der Stimme.

Ganz und gar ablehnend äußerte sich der Ausschuss zu den Plänen eines US-amerikanischen Energiekonzerns, auf dem Gebiet der Gemeinde Probebohrungen für die Extraktion von Gas aus dem heimischen Schiefergestein vorzunehmen.

„Dagegen muss man sich mit Händen und Füßen wehren“, betonte Robert Höcker (SPD). Er habe eine Dokumentation über das sogenannte Fracking-Verfahren, mit dem Gas aus dem Gestein gelöst werde, im Fernsehen gesehen und sei entsetzt. „Die hydraulischen Methoden, die auch schon bei der Probebohrung zur Anwendung kommen, führen zu einer Verunreinigung des Grundwassers mit den Gasen. In den USA gibt es Regionen, wo es anfängt zu brennen, wenn man den Wasserhahn aufdreht“, berichtete er.

Allerdings könne man nach deutschem Bergbaurecht gegen die Erkundung wenig tun, bedauerte Funk. Der Ausschuss war sich einig, dass solche Raubbau-Methoden „in der Wüste Nevada“ vielleicht tolerierbar seien, nicht aber in dicht besiedeltem und landwirtschaftlich genutztem Gebiet. „Wir müssen alles uns mögliche tun, das zu verhindern“, war die einhellige Meinung im Ausschuss. Vom Land Hessen erwarte man dabei wenig Unterstützung.

von Martina Koelschtzky

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