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Investition wird lange diskutiert

FV Cölbe Investition wird lange diskutiert

Bei der vierstündigen Jahreshauptversammlung des FV Cölbe stand neben den Vorstandswahlen die Kreditaufnahme für den Umbau des Vereinsheims im Mittelpunkt.

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Zum neu gewählten Vorstand gehören Elke Linnenkohl (von links), Christoph Becker, Jürgen Prior, Frank Noll, Inga Günther und Norbert Krämer.

Quelle: Manfred Schubert

Cölbe. 50 Vereinsmitglieder waren dazu ins im Umbau befindliche Vereinsheim gekommen. Bei der Gelegenheit wurde die neu installierte Theke samt Zapfanlage eingeweiht und vermittelte die Hoffnung und einen Vorgeschmack darauf, dass das Vereinsleben bald seinen gewohnten Gang nehmen kann.

Im Dezember 2008 war mit dem Umbau des Heimes begonnen worden. Seitdem wurden von Vereinsmitgliedern, hauptsächlich an Wochenenden, 3.300 Stunden an Eigenleistungen erbracht. Besonders hob Vorsitzender Jürgen Prior den Einsatz der „Rentnerband“ unter der Woche hervor. Im Moment, so der Vorsitzende, habe der Schwung etwas nachgelassen. „Wir müssen wieder Fahrt aufnehmen, um im Sommer fertig zu werden“, erklärte er.

Nach der Erneuerung des Daches kamen im jetzigen zweiten Bauabschnitt der Versammlungsraum, der Schiedsrichterraum und die Toiletten an die Reihe. Umkleiden und Duschen sollen im dritten, die Außenfassade und anderes im Außenbereich im vierten Abschnitt folgen. Für diese Arbeiten und die Inneneinrichtung hatte der Vorstand einen Kreditbedarf von 40.000 Euro errechnet.

„Momentan geht fast alle Energie in den Bau. Das muss ein Ende finden, damit wir uns wieder dem Organisatorischen widmen können. Daher bitten wir, dem Vorstand zu ermöglichen, jetzt in einem Zug zu Ende zu kommen“, betonte Prior, bevor Architekt Oliver Kutsch die Pläne für die Innenausstattung vorstellte.

Dieser betonte, entgegen dem „Gerede im Dorf“, „das Ding werde nie fertig“, liege man gut in der Zeit. Er lobte die Helfer des Vereins, die einen „Superjob“ bei der nicht einfachen Aufgabe gemacht hätten. Schließlich sei das Häuschen fast „auf den Kopf gestellt“ worden.

Für den Aufenthaltsraum sind unter anderem eine Trennwand sowie neue, hochwertige Tische und Stühle vorgesehen. „Die Räume sollen eine gute Aufenthaltsqualität und -funktion haben, wo man gerne hingeht, auch zu privaten Feiern. Das ist wichtig für die Finanzen des Vereins. Daher plädiere ich für die vorgesehene Ausstattung, damit die Anlage abgerundet und funktionsfähig wird“, schloss er.

Genau an diesen Punkten entzündete sich aber eine über einstündige Diskussion unter den Anwesenden, die zum Teil für das Aufschieben verschiedener Arbeiten und Anschaffungen und dadurch geringere Kreditaufnahmen von nur 20.000 oder 30.000 Euro plädierten. Andere wiederum sprachen sich dafür aus, dem Vorschlag des Vorstands zu folgen. Dieser habe sehr sorgfältig beim Bau gehaushaltet und an vielen Punkten, beispielsweise durch günstigen Einkauf, gespart, sodass man bisher unter den ursprünglich veranschlagten 225.000 Euro Gesamtkosten liege. Zudem seien manche Arbeiten wie an den Duschen unaufschiebbar, weil Zuschüsse daran gebunden seien.

Am Ende stimmten 29 Mitglieder für die Genehmigung der ursprünglich beantragten Kreditaufnahme, sechs dagegen und zwei enthielten sich. Für die Anschaffung der Tische und Stühle soll zudem eine Sponsorenaktion zur Refinanzierung stattfinden. Der vakante Posten der Schriftführerin wurde mit Inga Günther besetzt, dafür fand sich kein Nachfolger für Jugendleiter Matthias Riehl. Prior erklärte, ein Kandidat sei im Moment mit dem Bau seines Eigenheims beschäftigt und stünde erst in einem Jahr zur Verfügung. Er hoffe, dass sich noch jemand für diesen elementaren Bestandteil des Vereins finde, vielleicht könnten sich zwei bis drei Personen die Arbeit teilen.

Riehl, der bei der Versammlung abwesend war, habe einen Riesenjob mit den fast 200 Kindern geleistet, sagte Prior unter dem Applaus der Teilnehmer. Laut Riehl sei alles in Ordnung, aber es mangele jetzt an Jugendtrainern. Erstmals sei der 473 Mitglieder starke Verein so weit, Trainerarbeit einkaufen zu müssen.

Man habe Werbung gemacht, an der Universität gesucht, doch lediglich eine Trainerin für die G-Jugend gefunden. Prior appellierte an die jungen Spieler, in die der Verein viel investiert habe, sich zu überlegen, etwas zurückzugeben. Wer sich mindestens drei Jahre an den Verein binde, dem zahle man den Trainerschein. „Wir haben jetzt super Voraussetzungen, um richtig durchzustarten, aber jetzt droht der Unterbau wegzubrechen“, warnte Prior.

Spielausschussobmann Norbert Krämer erklärte ebenfalls, dass er Unterstützung brauche, um den geordneten Spielbetrieb mit den 53 Spielern in beiden Seniorenmannschaften aufrecht zu erhalten. Er hoffe, dass sich für die Rückrunde beziehungsweise die neue Saison noch zwei Mitarbeiter neben ihm und Oliver Herr für den Spielausschuss finden.

von Manfred Schubert

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