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Nordkreis Innenstadt ist größte Herausforderung
Landkreis Nordkreis Innenstadt ist größte Herausforderung
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10:15 24.02.2012

Der Amtsinhaber stellte zur Publikums-Frage von Jürgen Etling aus Wetter unmissverständlich klar: „Ein Neubau ist erledigt. Wir müssen in die Zukunft schauen.“ Die Rückmeldung aus der Bürgerschaft sei deutlich gewesen, ein solcher Neubau sei nicht gewünscht. Mittelfristig werde die Stadt in den nächsten fünf Jahren die Halle sanieren, in diesem Jahr werde aber nur das Drängendste gemacht werden können, weil andere wichtige Vorhaben wie die Teilortsumgehung (K 123) und die Schwimmbadsanierung Priorität hätten.

Dass Wetter auch unter ihrer Führung weiterhin auf die Ertüchtigung der alten Halle setzen würde, erklärten auch die drei Herausforderer Spankas. Susann Kalden (Linke), Dr. Richard Fett (SPD)und Jörg Bettelhäuser, der von CDU, Grünen und FDP gestützt wird, sahen wie Spanka nur die Sanierung in kleinen Schritten. „Mehr können wir uns nicht leisten“, gab Dr. Fett angesichts des großen zu unterhaltenden Gebäudebestands in allen Ortsteilen zu bedenken.

Bettelhäuser macht die solide Substanz der Stadthalle Mut, ein Neubau durch einen Investor unter den damals vorgestellten Mietkonditionen sei für die Stadtverordneten nicht in Frage gekommen. Susann Kalden würde die Stadthalle innen schon mal gern in Eigenleistung mit den Bürgern verschönern. Ihr schwebt außerdem ein attraktiveres Ensemble mit dem Schwimmbad und einer gastronomischen Nutzung vor.

Auch die Frage nach dem brachliegenden Grundstück in der Stadtmitte kam auf, das als möglicher Standort für eine neue Stadthalle gegolten hatte. Die Kandidaten betonten jedoch, dass es vor allem Sache des Investors Dr. Lenz sei, was dort geschehe. Es gebe Ideen, so Spanka, eine davon sei die Einrichtung eines Ärztezentrums.

Einem solchen Ärztezentrum, das die Versorgung in Wetter langfristig sichern sollte, stehen die Kandidaten grundsätzlich positiv gegenüber. Ein Internist sei der Stadt schon verloren gegangen, bedauerten alle vier. Richard Fett würde einen Vorstoß deshalb „zu 100 Prozent unterstützen“. Jörg Bettelhäuser gab zu bedenken, dass Ärzte damit auch ein Risiko eingingen, weil die bereits ansässigen Ärzte überwiegend eigene Häuser hätten oder relativ günstige Mieten zahlten. Neue Ärzte anzuwerben sei schwierig, besser sei es, aus dem bestehenden Situation etwas zu machen. Dem stimmten Kalden und Spanka zu. Letzterer meinte aber, dass es nicht um das Anlocken weiterer Ärzte gehen solle, sondern um Nachfolgeregelungen für die bestehenden Arztsitze.

Die Weiterentwicklung der Kernstadt wird von allen Kandidaten als entscheidende Aufgabe für die kommenden sechs Jahre eingeschätzt. Susann Kalden setzt sich für ein effektiveres Stadtmarketing ein, will zum Beispiel aktiv kleinere Einzelhandelsgeschäfte ansiedeln, mit einem Markt die Innenstadt attraktiver machen und den Schwerverkehr aus der Fuhrstraße verbannen. Für Jörg Bettelhäuser kommt es darauf an, eine Verbindung von Parkplätzen und Innenstadt zu schaffen und neben einem Textilvollsortiment einen „Treffpunkt“ zu schaffen, etwa ein Café.
Richard Fett setzt vor allem darauf, dass sich in den Köpfen der Menschen etwas tut. Alle sieben Jahre beim Grenzegang hielten alle Wetteraner zusammen, man müsse es schaffen, dass dies auch dazwischen so sei. Als zentrales Element in der Innenstadtentwicklung will er den Gewerbeverein einbinden.

Kai-Uwe Spanka setzt große Hoffnung auf das Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“, das die Folgen des demografischen Wandels im Blick hat und Wetter gute Möglichkeiten biete.

von Michael Agricola

Ein weiterer Bericht folgt am Samstag in der gedruckten OP.