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In der „Neuen Mitte“ pulsiert das Leben

Junges Goßfelden In der „Neuen Mitte“ pulsiert das Leben

Alt ist in Goßfelden nur die Steinbrücke über die Lahn. Und die hat historischen Charme. Sonst ist der Ort jung und lebendig und unterbreitet allen Generationen attraktive Angebote.

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Axel Wintermeyer (oben Dritter von links)besichtigte das Kultur- und Gemeinschaftszentrum in Goßfelden.

Quelle: Götz Schaub

Goßfelden. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg - mit der deutlichen Mehrheit der Lahntaler Kommunalpolitiker im Rücken haben Lahntals Bürgermeister Manfred Apell und die aktiven Bürger aus Goßfelden bewiesen, dass aus einem finanziellen Wagnis durchaus ein Erfolg werden kann, wenn zum einen seriös geplant und zum anderen ausdauernd an der Sache gearbeitet wird: Die „Neue Mitte“ in Goßfelden hat sich nach zaghaften Anfängen zu einer absoluten Erfolgsgeschichte entwickelt. Und die ist noch lange nicht fertig geschrieben, sondern verspricht noch einige Höhepunkte. Im Kultur- und Gemeinschaftszentrum haben vielfältige ehrenamtlich getragene Angebote der Gemeinde ihren Platz gefunden. Als besonders gelungen erwies sich die räumliche und zeitliche Zusammenlegung der Öffnungszeiten des Begegnungscafés und der Bücherei, die im ehemaligen Lebensmittelladen neben einem Bewegungsraum und einen Jugendtreff eingerichtet wurden.

„Die angeglichenen Öffnungszeiten haben sich zu hundert Prozent bewährt“, sagt Goßfeldens Ortsvorsteher Wilfried Lies. So kommen dort junge und ältere Menschen ganz automatisch zusammen.

Im Café nahm jüngst ein Gast aus Wiesbaden Platz und informierte sich interessiert bei leckerem Kuchen über das Gesamtprojekt. Dieser Gast war Axel Wintermeyer, Chef der Staatskanzlei und Demografiebeauftragter der Hessischen Landesregierung. Er nutzte die Zeit in den Sommerferien, sich direkt vor Ort Projekte anzusehen, die Dörfer im Kampf gegen Einwohnerrückgang entwickeln und somit attraktiv halten. Wintermeyers Motivation ist es, Beispiele zu sammeln, wie dem demografischen Wandel entgegengewirkt werden kann. Dabei schaut er insbesondere nach Beispielen aus dem ländlichen Raum, die es wert sind, auch an anderen Stellen als Idee vorgeschlagen zu werden.

Goßfelden verfügt als Kindergarten- und Schulstandort und mit seinem lebendigen Vereinsleben schon über zahlreiche Pluspunkte, wenn es für Menschen darum geht, sich für das Dorf als Wohnort zu entscheiden. Mit dem Umbau der Alten Schule zu einem Gesundheitszentrum ist es den Goßfeldenern nun auch gelungen, ein klares Signal zu setzen, dass nicht nur viel für junge Menschen, insbesondere Familien, getan wird, sondern auch für die langjährigen Bürger, die in Goßfelden älter beziehungsweise alt geworden sind. Sie dürfen sich zum einen, wie alle anderen Bürger auch, über das Café freuen, zum anderen über die Sicherheit, dass es in Goßfelden auch in den nächsten Jahren ein ärztliches Angebot geben wird. Nicht zuletzt durch den Einzug einer bereits vorhandenen Gemeinschaftspraxis von Allgemeinärzten in die umgebaute und sanierte Alte Schule, die direkt neben dem Begegnungscafé steht.

Michael Meinel vom Lahntaler Gemeindevorstand sagt: „Wir haben uns große Gedanken gemacht, die Neue Mitte dahingehend zu entwickeln, dass die einzelnen Teilstücke miteinander verzahnt werden. So muss man auch die Sanierung der Alten Schule sehen. Wir haben die Voraussetzung geschaffen, dass sich Ärzte für Goßfelden entscheiden und Lust haben, hier auch zu arbeiten.“

Privatpersonen wollen als Verein zusammen bauen

Mit dem Einzug in die Alte Schule zeigen die Ärzte, dass sie ihre Zukunft weiter in Goßfelden sehen. Unter anderem mit diesem Wissen ausgestattet, hat sich eine Gruppe Menschen gefunden, die zusammen einen Plan verfolgen.

Sie wollen zusammen in ein Gebäudekomplex investieren, der auf dem noch freien Gelände des ehemaligen Festplatzes entstehen soll. Dieses Projekt, das sie als Verein angehen wollen und das ihnen persönlich eine neue Heimat in Goßfelden bringen soll, ist ein privates und eigenständiges Vorhaben und läuft somit auch getrennt von dem Vorhaben des St-Elisabeth-Vereins, der ebenfalls auf dem Gelände ein Haus für eine Wohngruppe errichten möchte.

Die Gruppe der Privatpersonen agiert unter dem Vereinsnamen „Wohnhof Lahntal“ und trifft sich jeden ersten Montag im Monat um 18 Uhr im Café. Die Mitglieder suchen durchaus noch Gleichgesinnte, die Lust haben, an dem Projekt mitzuwirken. Die Wohneinheiten sollen zwischen 60 und 95 Quadratmeter groß werden.

Eine Kontaktaufnahme zum Verein Wohnhof Lahntal zur weiteren Information ist möglich bei Alexandra Nikoley, Telefon 06425/2612 (AB), oder per E-Mail analexandra.nikoley@gmx.de Das Begegnunscafé sowie die Bücherei sind jeweils dienstags und freitags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

von Götz Schaub

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