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Gemeinsam elektrisch unterwegs

Elektromobilität Gemeinsam elektrisch unterwegs

Schönstadt hat es vorgemacht, jetzt ziehen ­andere nach: Ein Verein will im Landkreis Elektroautos zur gemeinschaftlichen Nutzung ­anbieten. In Oberrosphe sollen ­Anfang 2019 zwei angeschafft werden. „Gemeinsam e-mobil“ heißt das Projekt.

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In Oberrosphe könnten ab Anfang 2019 bereits zwei Elektrofahrzeuge bereitstehen.

Quelle: Andrea Warnecke / dpa

Oberrosphe. Schon seit einigen Jahren bietet in Schönstadt der Verein „Gemeinsam unterwegs“ zwei Elektroautos zur Nutzung an. Das Projekt hat seinerzeit für Aufsehen gesorgt und zieht jetzt Kreise. Der Oberrospher Nils Jansen und Interessierte aus anderen Orten haben ebenfalls einen Verein gegründet. „Gemeinsam e-mobil“ heißt er. Das Ziel: In möglichst vielen Orten des Landkreises und auch darüber hinaus sollen sogenannte Carsharing-
Angebote installiert werden. Der englische Begriff meint nichts anderes, als dass sich mehrere Menschen ein Auto teilen.

Das Angebot des Vereins soll so funktionieren: ­Interessenten werden Mitglied in der Ortsgruppe und dürfen dann die Autos mitnutzen. Für die Elektrofahrzeuge wird ein Platz zum Abstellen und eine Aufladestation installiert. Das übernimmt der Verein, genau wie das Leasing der Elektrofahrzeuge. Für die Mitgliedschaft wird ein Beitrag an die Ortsgruppen fällig. Wie hoch der sein wird, sei noch nicht kalkuliert, sagt Jansen.

Die Ortsgruppen können die ­Höhe selbst festlegen. Allerdings sei auch angedacht, dass Bürger die Autos nutzen können, ohne in der Ortsgruppe Mitglied zu werden. Dann aber zu anderen Konditionen. Die Ortsgruppen zahlen dann Beiträge an den Verein, der als übergeordnete Instanz als Eigentümer der Infrastruktur fungiert und zudem die Autos von einem Händler least.

Hessen Agentur fördert knappe Hälfte der Kosten

In Oberrosphe gibt es über 20 Interessenten. Das hat eine Umfrage ergeben. Wie in Schönstadt sollen zwei Elektroautos angeschafft werden. Welche Modelle welcher Hersteller das sind, wollte Jansen noch nicht verraten. Allerdings sei klar, dass die Fahrzeuge einen großen Kofferraum haben müssen. Denn beim Verein „Gemeinsam e-mobil“ gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die Autos auch für Einkäufe genutzt werden. „Fünftürer aus der Kompaktklasse“ sollen es sein, sagt Jansen.

Am Toilettenhaus des Festplatzes in Oberrosphe soll ein Unterstand installiert werden, gemeinsam mit der Auflade­station. 23.000 Euro kostet das, finanziert über einen Kredit. Bis zu 45 Prozent der Anschaffungskosten könnten von der Hessen Agentur gefördert werden. Im September wird in Wiesbaden aller Voraussicht nach darüber entschieden.

Andere Dörfer sind auch interessiert

Voraussetzung für die Förderung war eine Ausfall­bürgschaft der Stadt Wetter. Die Stadtverordnetenversammlung hat diese Bürgschaft in ihrer letzten Sitzung gewährt. Nils Jansen geht nunmehr davon aus, dass Anfang 2019 die Autos in Oberrosphe zum Einsatz kommen können.

Andere Dörfer könnten nachziehen. Caldern, Cölbe, Niederweimar und Rosenthal im Landkreis Waldeck-Frankenberg arbeiten bereits ebenfalls an der Umsetzung. Auch in Goßfelden wurden die Bürger über das Projekt informiert. Zwölf Interessenten haben mit ihrer Unterschrift ihr grundsätzliches Interesse an der Sache bekundet. Der nächste Schritt dort wäre, eine Ortsgruppe zu gründen.

Noch sind nicht alle schon so weit wie die Ortsgruppe in Oberrosphe. „Aber die Geschichte nimmt Fahrt auf“, sagt Nils Jansen. Der Verein sei nach außen offen. Er soll möglichst vielen Ortsgruppen ein Dach bieten, unter dem die Idee von gemeinsamer Elektromobilität Wirklichkeit werden kann.

von Dominic Heitz

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