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Nordkreis Im Norden Wetters sticht der Spaten in die Erde
Landkreis Nordkreis Im Norden Wetters sticht der Spaten in die Erde
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19:44 19.06.2013
Marburg

Und trotz der Irritationen in der Gemeinde Lahntal darüber, dass zunächst nur der mittlere Teilabschnitt zwischen Goßfelden und Wetter realisiert wird (die OP berichtete), wird sich an den Plänen wohl auch nichts mehr ändern. Möglicherweise wird das Thema allerdings in der nächsten Sitzung der Lahntaler Gemeindevertretung am kommenden Montag noch die Tagesordnung ergänzen.

Der Ortsbeirat des Lahntaler Ortsteils Göttingen hatte sich in seiner Sitzung in der vergangenen Woche verärgert darüber gezeigt, dass nun doch nicht, wie zunächst vorgesehen, bei Göttingen mit dem Bau der Ortsumgehungen begonnen wird. Stattdessen wird ein etwa fünf Kilometer langes Teilstück zwischen Goßfelden und Wetter gebaut, das die Ortsumgehungen von Göttingen nur zu einem Teil entlasten kann und auch nördlich von Wetter in Todenhausen, Simtshausen und Münchhausen nichts an der derzeitigen Situation ändert.

Unterstützung erhielten die Göttinger in dieser Sitzung durch Lahntals Bürgermeister Manfred Apell, der aufgrund der aus seiner Sicht zu erwartenden zusätzlichen Verkehrsbelastung für Goßfelden und Göttingen von einem „Schildbürgerstreich“ sprach.

„Spürbare Entlastung“

Auf Nachfrage der OP äußerte sich das hessische Verkehrsministerium jetzt zu den Gründen für das Vorgehen. „Es ist Ziel der Hessischen Landesregierung, den Bau der Ortsumgehung Münchhausen-Wetter-Lahntal mit dem Abschnitt zu beginnen, in dem möglichst rasch eine deutlich spürbare verkehrliche Entlastung von B252-Ortsdurchfahrten vom Durchgangsverkehr erzielt werden kann“, heißt es aus dem Ministerium. Dieses Ziel könne mit einem Baubeginn zwischen Wetter und Goßfelden „deutlich schneller erreicht werden als mit einem Baubeginn im südlichen Abschnitt bei Göttingen“.Das Land verspricht sich davon deutlich weniger Durchgangsverkehr für Wetter, Niederwetter und Göttingen durch die Anbindung des Teilstücks Goßfelden-Wetter an die Umgehung Wetter (Kreisstraße 123) im Norden und die B 62 im Süden.

Auch wenn man das vor Ort gern anders sähe: Einen baldigen Bau der Göttinger Ortsumfahrung wird es demnach nicht geben. Dieser Abschnitt war nach Angaben aus Wiesbaden zwar zunächst vom Bund zum Baubeginn vorgeschlagen worden.

Allerdings wären in diesem Abschnitt „zeitaufwändige Verlegungen einer Gasleitung und einer Bahnlinie“ notwendig, außerdem „vorlaufende naturschutzfachliche Ausgleichmaßnahmen“, das sind Ausgleichsprojekte, die vor Baubeginn abgeschlossen werden müssten - damit diese Tierarten vor der Zerstörung ihres Lebensraumes auf geeignete andere Flächen umsiedeln können.

Das heißt auch: Dieser Abschnitt ist deutlich teurer als der jetzt favorisierte. Auf OP-Anfrage bezifferte das Ministerium die Kosten für die Umgehung von Göttingen bis Wetter (zur K123) mit 63 Millionen Euro. Das heißt, die Göttinger Umgehung wäre mit geschätzten 43 Millionen Euro mehr als doppelt so teuer wie die zunächst bis 2017 vom Bund bewilligten Mittel - insgesamt rund 20 Millionen Euro - für den mittleren Streckenabschnitt. Die Strecke Wetter-Münchhausen schlüge demnach mit voraussichtlich 31 Millionen Euro zu Buche.

Doch das ist Zukunftsmusik: Der Erste Spatenstich für den baureifen ersten Streckenabschnitt ist nun für den 29. Juli nördlich von Wetter, am späteren Anschluss zur Kreisstraße123, geplant. Die Arbeiten beginnen dann mit dem Bau einer Umfahrung für ein Brückenbauwerk sowie eines Kreisverkehrsplatzes, so die Auskunft aus dem Wiesbadener Ministerium.

von Michael Agricola

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