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Nordkreis Hundekot direkt vor Kinderspielplatz
Landkreis Nordkreis Hundekot direkt vor Kinderspielplatz
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00:19 11.03.2019
Roland Tober (von links), Martin Schneider, Volker Carle und Jörg Block prangern an, dass immer wieder Hundehaufen vor dem Spielplatz in Bürgeln zu finden sind. Quelle: Götz Schaub
Bürgeln

Immer und immer wieder liegen Hundehaufen direkt vor dem Eingangsbereich des Bürgelner Spielplatzes am Höhenweg. Cölbes Bürgermeister Volker Carle reicht es. Er geht davon aus, dass es mit Appellen, an die Mitmenschen zu denken, in diesem Fall nicht mehr getan ist. Dafür existiert das Problem schon viel zu lange.

Und so steht er beim Ortstermin nicht nur mit Bürgelns Ortsvorsteher Jörg Block und Bauhofleiter Roland Tober zusammen, sondern auch mit dem Schutzmann vor Ort, Martin Schneider. Und der macht deutlich, dass Hundehalter, die sich uneinsichtig zeigen und die Hinterlassenschaften ihre Hunde im öffentlichen Raum nicht einsammeln und fachgerecht entsorgen, jetzt mit einer Anzeige zu rechnen haben, die durchaus ins Geld gehen kann.

Hundehalter muss mit Geldstrafe rechnen

„Es ist traurig, dass wir hier direkt vor dem Eingang eines Kinderspielplatzes stehen müssen und über dieses Thema sprechen müssen“, sagt Carle. Aber hier werde nicht mehr einfach nur eine Ordnungswidrigkeit, wie wohl die meisten Menschen vermuten würden, begangen, hier handele es sich um eine Straftat.

„Wer unbefugt Abfälle, die Gifte oder Erreger von auf Menschen oder Tiere übertragbaren gemeingefährlichen Krankheiten enthalten oder hervorbringen können, außerhalb einer dafür zugelassen Anlage ablagert, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden“, zitiert Schneider Teile des Paragrafs 326 des Strafgesetzbuches über den unerlaubten Umgang mit Abfällen.

Nun, Gefängnis ist natürlich in diesem Fall nicht zu erwarten, aber eine Geldstrafe kann und soll es nun geben, sagt Carle und erhält die Unterstützung des Ortsvorstehers. Der oder die Hundehalter, die ihre Hunde direkt ihr „Geschäft“ vor dem Kinderspielplatz verrichten lassen und sich nicht weiter darum kümmern, sollten auch keinesfalls aus falsch verstandener Solidarität unter Nachbarn geschützt werden, sagt Carle. Denn hier würden Menschen, insbesondere Kinder in Mitleidenschaft gezogen. Auch sei es für die Mitarbeiter des Bauhofes wahrlich kein Vergnügen, diesen Hundebesitzern hinterher zu räumen, sagt Roland Tober, aber bliebe diese Aufgabe ja immer an seinen Mitarbeitern hängen.  

Gemeinde hofft auf Hinweise

Carle sagt: „Ich bin mir sicher, dass die meisten Hundehalter sich korrekt verhalten. Es ist das eine Prozent schwarze Schafe, das hier alle in Verruf bringt.“ Es sei nicht nachzuvollziehen, wieso ausgerechnet dieser Platz immer wieder dafür genutzt werde, zumal keine 100 Meter weiter eine Station angebracht ist, wo Hundehalter Tütchen für die Hinterlassenschaften der Hunde kostenlos ziehen können.

Da  der Platz nicht ohne Weiteres kameraüberwacht werden könne, sei man doch auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, sagt der Bürgermeister. Wer glaubt, den sozialen Frieden durch Wegschauen zu sichern, helfe nur dabei, dass andere in Mitleidenschaft gezogen werden.

  • Hinweise an die Gemeinde Cölbe unter Telefon 0 64 21 / 98 500, direkt an die Polizei unter Telefon 0 64 21 / 40 60.

von Götz Schaub