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Kölner will Amönauer Rittergut kaufen

Herrenhaus 17. Jahrhundert Kölner will Amönauer Rittergut kaufen

Jahrelang stand das Junkerngut in Amönau leer. Die Eigentümerin lebt in einem Altenheim. Das Herrenhaus verrottete ­zusehends. Jetzt möchte ein Kölner Unternehmer das Gut kaufen, um dort einzuziehen.

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Ziehen hier bald wieder Menschen ein? Das Rittergut in Amönau ist seit einigen Jahren verlassen.

Quelle: Tobias Hirsch

Amönau. Der Amönauer Kurt Muth hat den Schlüssel zum Schloss. Bekommen hat er ihn vom treuhänderischen Verwalter des Rittergutes. Mit dem Schlüssel konnten die Amönauer damals das Rapunzel-Musical auf dem Schlossgelände veranstalten. Dafür sollte Muth dann aber auch Kaufinteressenten die Immobilie vorführen. Davon kamen einige, aber bislang hat es mit dem Verkauf des Anwesens nicht geklappt.

Das könnte sich nun ändern. Der Miteigentümer einer Kölner Marketingagentur möchte gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin die Immobilie kaufen. Die Frau ist gebürtige Marburgerin und das Paar möchte gern aus Köln in das Marburger Umland ziehen.

Der Kauf zieht sich hin

Seit einem Jahr arbeitet der Unternehmer am Erwerb des Rittergutes. Der Kauf gestalte sich schwierig, so der Kölner, weil diverse Hypotheken auf der Immobilie lasten. Mit den Schuldnern habe man sich weitestgehend geeinigt, jetzt liegt es am Amtsgericht Marburg. Wird dort der Daumen gehoben, kann der Verkauf über die Bühne gehen. Der Unternehmer rechnet mit einer Entscheidung bis Anfang November. „Falls es klappt, können wir Weihnachten einen Sekt aufmachen“, so der Kaufinteressent.

© WhatsBroadcast

Seit einigen Tagen machten in Amönau Gerüchte über den möglichen Verkauf die Runde. Eine Event-Agentur wolle sich dort ansiedeln, hieß es. Der Kölner stellt klar: „Wir planen keine Event-Location.“ Vielmehr will das Paar das Herrenhaus privat nutzen, vielleicht noch ein oder zwei Eigentumswohnungen für weitere Bewohner einrichten.

500 Quadratmeter, 32 Zimmer - alles marode

Das Gelände soll teilweise aber auch für Publikum zur Verfügung stehen, beispielsweise für Veranstaltungen oder exklusive Hochzeiten. „Wir möchten uns weit öffnen“, sagt der Unternehmer, betont aber zugleich, dass er nicht vorhabe, dass Rittergut „gewerblich auszuschlachten“.

Bis das Paar in das Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert einziehen kann, werden aber wohl noch einige Jahre ins Land ziehen. 500 Quadratmeter groß ist das Haus etwa, 32 Zimmer gibt es dort – und alles ist marode. „Das Fachwerk ist in gutem Zustand“, sagt der Kölner. Anders sehe es bei Elektrik, sanitären Einrichtungen, Dach und Fenstern aus. „Man kann dabei schon von einer Kern­sanierung sprechen.“

Kernsanierung steht an

Erschwerend kommen die Auflagen des Amtes hinzu, denn das Gut ist als Kulturdenkmal klassifiziert und viele bauliche Maßnahmen benötigen eine Genehmigung. Mit dem Ende der Arbeiten rechnet der Interessent nicht vor 2023.
Auch wenn es noch einige Jahre dauern mag, bis wieder jemand dort wohnt: Der Amönauer Kurt Muth würde sich freuen, wenn es mit den neuen Besitzern klappt. Denn bei seinen Besuchen im Herrenhaus hatte er den fortschreitenden Verfall mit Sorge beobachtet.

von Dominic Heitz

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