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„Heiligabend wollen wir hier feiern“

Kirche Warzenbach „Heiligabend wollen wir hier feiern“

Die Martin-Luther-Kirche ist ein kleines Schmuckstück. Damit die Gemeinde weiterhin Freude an dem Gotteshaus hat, wird nun der Innenraum saniert. Bis Weihnachten werden die Messen anderswo gelesen.

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Die spätmittelalterliche Kirche in Warzenbach wird nun auch innen saniert. 

Quelle: Tobias Hirsch

Warzenbach. Nachdem in den vergangenen Jahren Dach, Turm und Fassade der spätmittelalterlichen Kirche erneuert wurden, geht es jetzt drinnen weiter. „Ursprünglich wollten wir ja nur den Innenraum neu gestalten“, sagt Pfarrer Norbert Janker. Der Marburger Architekt Michael Schneider-Lange hatte dann aber geraten, erst mal bauliche Probleme im Dachstuhl zu beheben.

Das ist geschehen, rund 380 000 Euro von der Landeskirche und dem Kirchenkreis Kirchhain wurden verbaut. Jetzt kann der eigentliche Plan umgesetzt werden.

Rund 114 000 Euro hat der Förderverein „Martin-Luther-Kirche Warzenbach“ gesammelt für den Umbau im Inneren. Die gleiche Menge legt die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck drauf. Eine Menge Geld, die aber benötigt wird, weil es viel zu tun gibt.

Pfarrer Norbert Janker (rechts) und Helmut Kombächer, Vorsitzender des Fördervereins und Mitglied des Kirchenvorstandes, erläutern die Umbaupläne. Fotos: Tobias Hirsch

Da sind zum Beispiel die Elektroinstallationen, die nicht mehr den aktuellen Sicherheitsbestimmungen entsprechen. Ein neuer Schaltschrank muss her, neue Kabel müssen gelegt werden. Auch die Beleuchtung wird überarbeitet. Die Lampen an den Wänden werfen laut Pfarrer Janker einen Schatten auf die Gesangbücher. Neue Leuchter sollen das verhindern.

Die Heizungsanlage wird erneuert; zukünftig sollen Heizelemente unter den Sitzbänken für Wärme sorgen. Bislang wurde das Gotteshaus mit drei Nachtspeicheröfen beheizt. Die Anlage habe den Raum aber nur unzureichend aufgewärmt und sei darüber hinaus kostenintensiv gewesen, sagt Janker.

Die Orgel wird in Lich erneuert

Die Orgel sei über einhundert Jahre alt und bislang überhaupt noch nie renoviert worden. Die Firma „Förster & Nicolaus“ aus Lich soll das Instrument ausbauen, reinigen und beschädigte Pfeifen ersetzen. Die hölzerne Empore wird an beiden Seiten um etwa drei Meter verkürzt. Dadurch gehe etwas Platz verloren, der aber „sowieso nur selten genutzt wurde“, wie Janker sagt.

Der Verlust werde zum Teil dadurch kompensiert, dass die Heizkörper hinter den Bänken am Boden ausgebaut und dort zusätzliche Sitzplätze installiert werden. Die beiden Treppen hinauf zur Galerie sollen überarbeitet werden. Die Trittflächen werden vergrößert und mit rutschfester Farbe beschichtet.

Wände und Holzbauten bekommen auch einen neuen Anstrich. Der hölzerne Fußboden wird erneuert, darunter soll eine Isolierung installiert werden, die Feuchtigkeit aus Boden und Mauerwerk heraushält – in der Vergangenheit war das ein Problem in der Kirche. Und auch am Altar wird es eine Änderung geben. Zwar bleibt die Platte gleich, aber der Unterbau soll verändert werden. In der aktuellen Form sei der Opfertisch „wuchtig“, wie Pfarrer Janker sagt.

Auch die über 100 Jahre alte Orgel wird saniert. Foto: Tobias Hirsch

Insgesamt seien die Umbauarbeiten mit rund 200 000 Euro kalkuliert, aber Helmut Kombächer vermutet, dass es etwas teurer werden könnte. Kombächer ist Vorsitzender des Fördervereins und Mitglied des Kirchenvorstandes. Ende April soll es losgehen, ab dann bleibt die Kirche geschlossen.

Für Messen und andere Feiern kann die Gemeinde ins Bürgerhaus und in das Gotteshaus der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche ausweichen. „Heiligabend wollen wir dann wieder gemeinsam in der Martin-Luther-Kirche feiern“, sagt Helmut Kombächer.

von Dominic Heitz

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