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Nordkreis Happy-End für den Cölber Solaracker
Landkreis Nordkreis Happy-End für den Cölber Solaracker
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18:16 27.06.2012
Bald kann es losgehen mit den Arbeiten für den Solaracker in Cölbe. Das Foto stammt von den Arbeiten zum Solarpark in Adorf Quelle: Archivfoto
Reddehausen

Nachdem Bedenken von Naturschützern ausgeräumt worden sind, beschloss die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung in Reddehausen einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplans und den Bebauungsplan.

Auf der ehemaligen Kiesgrube soll eine Fotovoltaikanlage mit Bürgerbeteiligung entstehen. Wie die OP berichtete, hatte das Vorkommen des seltenen Flussregenpfeifers das Projekt fast zum Kippen gebracht. Nun soll dem Vogel eine Ausgleichsfläche nach der Brutzeit zur Verfügung gestellt werden.

Bürgermeister Volker Carle (parteilos) bezeichnete die jetzige Entscheidung als „Meilenstein für die Gemeinde Cölbe“. Wie Gemeindevorstandsmitglied Thomas Rotarius (Grüne) hervorhob, habe es sich gelohnt, sachlich mit den Naturschützern zu reden. Jetzt sei es auch möglich, die Anlage bis zum 30. September fertig zu stellen. Zwar werde die Vergütung nun nicht mehr so hoch sein wie ursprünglich geplant, trotzdem habe das Projekt eine „solide Wirtschaftlichkeit“. Den ersten Spatenstich kündigte Carle für den 3. August an.

Bei einer Enthaltung votierten die Gemeindevertreter ebenfalls für einen von Bürgermeister Carle eingebrachten Dringlichkeitsantrag zur Aufstellung eines sachlichen Teilflächennutzungsplans zur Steuerung der Windenergienutzung mit Geltungsbereich des gesamten Gemeindegebietes.

Carle verwies darauf, dass die im Regionalplan ausgewiesenen Vorranggebiete gerichtlich für unwirksam erklärt worden seien. Der Beschluss jetzt sei die einzige Möglichkeit, dass die Gemeinde sich bei potenziellen Windkraftanlagen einbringen könne, auch wenn es in Cölbe aufgrund der geringen Größe sicher nicht sehr viele Standorte gebe, wie er einräumte.

Dringlichkeitsantrag zu Schönstadt nicht zugelassen

Nicht als dringlich angesehen wurde ein weiterer Antrag des Bürgermeisters und somit wurde auch nicht darüber abgestimmt. Bürger in Schönstadt haben eine Initiative gestartet, statt eines teuren Endausbaus in den Straßen Burgwaldstraße, Bergacker, Triftweg, Fünfpfennigsgraben und Am Berg in Eigeninitiative die Baumaßnahmen durchzuführen. Im Gegenzug, so der Antrag, solle die Gemeinde 25 Jahre auf eine grundhafte Erneuerung verzichten und zehn Prozent der Kosten tragen.

Die Dringlichkeit begründete Carle damit, dass wegen des zurzeit entstehenden Nahwärmenetzes die Straßen offen seien. Es sei nicht sinnvoll, abzuwarten, bis die Löcher erst wieder verschlossen seien.

Dem hielt unter anderem Dr. Michael von Hedenström (FDP) entgegen, dass noch gar nicht alle Anlieger gefragt worden seien.

Abgelehnt wurde vom Gemeindeparlament mehrheitlich die Bebauung eines großen Grundstücks in der Randlage von Schönstadt. Carola Carius (Grüne) verwies darauf, dass die Prämisse Innen- vor Außenentwicklung heiße und in der Ortslage noch Baugrundstücke zur Verfügung stünden.

Mehrheitlich angenommen wurde auch ein Antrag des Gemeindevertreters Heinrich Rodenhausen (CDU), ein für jedermann einsehbares Bauplatzkataster zu erstellen. Dessen Antrag bezog sich ursprünglich nur auf Bürgeln, wurde im Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss jedoch abgeändert. Bereits dort hatte Bürgermeister Carle darauf verwiesen, dass eine Veröffentlichung nur mit Einverständnis möglich sei.

Ein Kataster gebe es bereits. Die Gemeinde habe auf ihrer Homepage ein Bauplatzbörse eingerichtet, auf der bisher jedoch nur die gemeindlichen Grundstücke zu finden seien. Weil von Privatleuten bisher kein Rücklauf zu verzeichnen sei, sollten die Ortsvorsteher persönlichen Kontakt aufnehmen. Die Börse sei anonymisiert, bei Einverständnis könnten jedoch auch Kontaktdaten aufgenommen werden.

Von der Gemeindevertretung beschlossen wurde zudem, dass die Gemeinde die Möglichkeit der Übernahme der Alten Kirche in Bürgeln prüft, ein Kriterienkatalog für die Neuvergabe der Gasnetzkonzession, sowie die Festlegung der Erhebungsfaktoren für die Abwassergebühren.

von Heiko Krause

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