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Groteskes in Oberrosphe

Oberrosphe Groteskes in Oberrosphe

Groteske Dorfrituale sowie Erwartungen an und von einer Gemeinschaft stehen im Mittelpunkt des neuen Stücks von Brunhilde Heß, das kommenden Sommer in Oberrosphe aufgeführt werden soll.

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Die Manuskripte zum neuen Theaterstück wurden Brunhilde Heß bei der Vorbesprechung „aus der Hand gerissen“.

Quelle: Manfred Schubert

Oberrosphe. „Ich brauche von euch die Spielleidenschaft und Spiellust, die bisher immer da war. Und ich brauche eine große Probendichte, vor allem im Juni und Juli absolute Probenanwesenheit“, erklärte Brunhilde Heß den 50 Interessierten, die zur Besprechung und Vorstellung des neuen Stücks ins alte Bürgerhaus kamen.

Nachdem „Die Lumpensammlerbande“ 2003 zur Franzosenzeit um 1810 spielte und „Leibchen, Liebe, Chewing Gum“ 2007 die Zeit vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die 1960er Jahre aufgriff, soll es diesmal um das Hier und Heute des Lebens auf dem Lande gehen. Es ist eine Groteske, eine ins Absurde gesteigerte Satire, die in der Gegenwart spielt, sagte Heß.

Die Idee dazu habe sie bereits vor zwei Jahren gehabt, aber erst in den vergangenen zweieinhalb Wochen habe sie die knapp 50 Seiten lange erste Fassung ihres neuen Stücks niedergeschrieben. Wie üblich, werde es im Verlauf der Proben noch etliche Änderungen erfahren, auch Anregungen der Mitspieler sollen einfließen. „Die endgültige Version entsteht beim Spielen. Meine Stücke brauchen kreativen Freiraum, auch weitere Personen können noch eingefügt werden“, betonte sie. Einen Titel gibt es noch nicht.

In sieben Häusern sollen ebenso viele unterschiedliche Personenkonstellationen wohnen, von einer Platt sprechenden Großmutter über eine mit ihrer Tochter zusammen lebende Friseurin, eine ältere Malerin mit bedeutend jüngerem Ehemann bis zum Tierarzt, der immer mit seinem Sohn aneinander gerät.

In dieses feste Gefüge kommt eine Fremde mit ihrem Mann, die ein Haus geerbt hat. Zwar werden sie von den Dorfbewohnern freundlich aufgenommen, doch das Dorfleben mit seinen ständigen Ritualen macht sie immer verrückter. „Die Geschichte ist aus der Wirklichkeit gegriffen, aber natürlich übertrieben. Was erwartete jemanden, der in eine Gemeinschaft kommt, was erwartet die von ihm? Es soll spaßig, jedoch keine Klamotte werden“, betonte Bruno Heß. Spaß hatten jedenfalls die Anwesenden schon bei der Inhaltsangabe durch die Autorin und Regisseurin.

Etwa 26 Textrollen hat sie vorgesehen, dazu noch Gruppen wie beispielsweise einen Frauenchor. Es soll einige musikalische Einlagen mit Gesang geben, die Musik dafür wird Eckhardt Scherer schreiben. Auch diesmal kommt weitere Unterstützung aus Amönau. So will Hans-Werner Dersch wieder beim Bühnenbau helfen.

Ein paar Sprechrollen verteilte „Bruno“ Heß während der Vorbesprechung. Anders als in anderen Orten gibt es in Oberrosphe keinen Theaterverein, sondern Interessierte, die sich für die jeweilige Produktion engagieren. 2007 waren 108 Personen beteiligt gewesen.

Auch diesmal werden aber noch einige Schauspieler, aber vor allem auch Helfer für Technik, Beleuchtung und Ton, Bühnenbau, Kostüme und Maske gesucht. Die sechs Vorstellungen sollen an dem letzten Juli- und dem ersten Augustwochenende auf dem Museumshof stattfinden.

von Manfred Schubert

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