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Landkreis Nordkreis Gewaltige Neuerungen mitgestaltet
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17:50 02.01.2014
Heinrich Zimmer gehörte 42 Jahre dem Kirchenvorstand von Wollmar an. 18 Jahre davon als Vorsitzender. Quelle: Götz Schaub
Wollmar

2003 feierten die Wollmarer 175 Jahre Kirchweih. Damals waren von 722 Einwohnern 620 Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirche. Und auf das Kirchengebäude war man damals wie heute sehr stolz. Besonders ist die Einrichtung der Kirche, lässt der eckige Grundriss eine runde Bankanordnung im Innenraum doch kaum vermuten. Kaum noch zu glauben ist die Tatsache, dass das Läuten der Kirchglocken bis 1993 manuell vonstatten ging. Erst mit dem Einbau einer elektronischen Uhr konnte jedes Geläut einprogrammiert werden. So auch das traditionelle Einläuten des Sonntags, das jeden Samstag um 18 Uhr stattfindet und an Stelle der üblichen drei Minuten an den anderen Wochentagen 15 Minuten dauert und alle drei Glocken der Kirche einbindet.

Alles, was bis hier geschrieben wurde, mag vielen Lesern neu sein. Nur einer wird jetzt müde lächeln und sich sagen „Das weiß ich doch schon alles.“ Dieser eine ist Heinrich Zimmer, der 42 Jahre lang im Kirchenvorstand von Wollmar tätig war. 42 Jahre - eine lange Zeit.

Dem neuen Kirchenvorstand hätte er auch noch angehören können, doch Heinrich Zimmer findet, dass es Zeit wird, in diesem Gremium andere „machen zu lassen“. Er wird dem Gremium allerdings als Kirchenältester zur Verfügung stehen, also als beratendes Mitglied ohne Abstimmungsberechtigung.

Der neue Vorstand besteht aus sechs Personen. Zwei Männer und vier Frauen. Für Wollmar eine echte Revolution. 1983 kamen die ersten Frauen, derer aber gleich drei, überhaupt in den Kirchenvorstand. Jetzt dominiert das weibliche Geschlecht.

Als Heinrich Zimmer 1971 anfing, gab es noch zwölf Mitglieder im Kirchenvorstand und die waren ausschließlich männlich. Gerade mal 18 Jahre alt, fand Zimmer schneller als gedacht seinen Platz. Das erste, das geändert wurde, war der Tausch von Wachskerzen gegen elektronische Kerzen am Weihnachtsbaum in der Kirche. „Rein aus Sicherheitsgründen“, versichert Zimmer.

Die Tannenbäume wurde übrigens damals noch aus dem Gemeindewald geholt.

Anders als in anderen Gemeinden ist die Kirche in Wollmar an ganz normalen Sonntagen noch recht gut besucht. „Also 25 Personen sind es dann doch immer“, sagt Zimmer. Dazu kommen noch die Haupt- und Vorkonfirmanden, die den Kirchgang in der Regel auch sehr ernst nehmen. Zimmer hat schon früh erkannt, dass sich die Kirche vor Veränderungen im Dorf nicht verschließen kann und auch nicht sollte. Wenn auch Tradition ein gewisses Heimatgefühl gibt, so war er stets für eine gute Brise Neues. Als Beispiel nennt er die Entscheidung mit dem Pfarrer das Gemeindefest im Sommer aus der Kirche nach außen zu bringen, es auf dem Gelände am Sportplatz stattfinden zu lassen. „Das wurde eigentlich sehr gut angenommen“, resümiert Zimmer. „Die lockere Atmosphäre im Freien macht es den Leuten leichter, an einem Gottesdienst teilzunehmen“, findet Zimmer.

Er selbst arbeitete nur mit vier Pfarrern zusammen. In der Anfangszeit mit Alfred Lölkes, dann mit Peter Laucht, Rolf Fröhlich und ab 1986 mit Friedhelm Wagner, der noch immer Pfarrer des Kirchspiels Christenberg ist, zu dem Wollmar gehört. Und darin liegt auch das Geheimnis, warum in Wollmar zwar Pfarrer predigten, aber niemals wohnten: sie wohnten immer in der größeren Gemeinde, also in Münchhausen, und nahmen von dort aus den Weg nach Wollmar früher durchaus zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Angriff. Heute geht es natürlich schneller und einfacher mit dem Auto, Unter Wagner wurde in Wollmar wieder ein Kirchenchor gegründet und zuletzt wurde ein Posaunenchor gegründet. Das findet Zimmer sehr gut, doch weiß auch er, dass die Kirche um Mitglieder zu kämpfen hat. Deshalb möchte er andere Menschen ermuntern, sich im Ort für die Kirche zu engagieren, es lohne sich auf jeden Fall. „Wir leben nicht unter uns, sondern wollen dort etwas für die Mitbürger machen.“

Zimmer weiß natürlich auch, dass viele Menschen sich ihre Freizeit nicht noch mehr einschränken lassen wollen „Ich hoffe trotzdem, dass wir noch sehr lange unsere Selbstständigkeit innerhalb des Kirchspiels erhalten können.“ Als Küster will er seinen Teil dazu beitragen und die Pflege der Außenanlage übernehmen.

18 Jahre fungierte Zimmer als Vorsitzender des Kirchenvorstandes Wollmar. Davor war er zunächst stellvertretender Vorsitzender. Sein Engagement wurde nun in einer Urkunde und in einer Medaille der Landeskirche Kurhessen-Waldeck zusammengefasst. Er bekam als Anerkennung für seine Arbeit die Maria-Magdalena-Medaille.

von Götz Schaub

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