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„Gesundheitserreger“ wirkt noch immer

Oberasphe „Gesundheitserreger“ wirkt noch immer

Singen ohne den Ehrgeiz des perfekten Chor-Erlebnisses – Singen, um sich an die Lieder von früher und alte Zeiten zu erinnern: In Münchhausen bringt ein solches Angebot bis zu 50 Menschen aus der Gemeinde zusammen.

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So unterschiedlich die Sängerinnen und Sänger sein mögen, sie eint doch die Liebe zu den alten Liedern, die sie oft erst in der Gruppe wiederentdeckt oder aus den eigenen Erinnerungen ausgegraben haben.

Quelle: Michael Agricola

Oberasphe. Gut 20 ältere Menschen aus Münchhausen und den Ortsteilen sitzen im Oberaspher Bürgerhaus im Stuhlkreis und erzählen. Sie erzählen davon, wie sie nach Jahrzehnten endlich wieder gemeinsam Lieder aus ihrer Kindheit anstimmen. Wie viel Freude sie haben, gemeinsam zu singen – ohne feste Regeln, wie sie ein Chor erfordert, ohne den Zwang, jedesmal zu den (Übungs-)Terminen kommen zu müssen.

„Wir sind kein Chor. Wir sind auch keine Konkurrenz für Gesangvereine“, macht Heidemarie Schneider vehement deutlich. Die ehrenamtliche Seniorenbeauftragte der Gemeinde hat das offene Singangebot ins Leben gerufen und damit einen Volltreffer gelandet.

Möglichst viele Menschen zum gemeinsamen Singen zu animieren und altes Liedgut zu erhalten: Das war schon viele Jahre lang das Ziel von Heidemarie Schneider. Und so geht mit dem offenen Singen auch für sie ein langgehegter Traum in Erfüllung. Sie selbst könne aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aus vollem Hals mitsingen, sagt die langjährige Volkshochschul-Fachdienstleiterin.

 

„Unser Liedgut ist ein Stück unserer Kultur“, sagt Schneider. „Wir sammeln alte Möbel, wir sammeln Trachten, aber unsere Lieder gehen verloren.“ Dagegen wollte sie etwas tun.

Gemeinsam haben die Teilnehmer deshalb bei ihren monatlichen Treffen Texte und Melodien zusammengetragen, die sie aus ihrer Kindheit und Jugend kannten. 32 Stücke gibt es schon im „Liederbuch“ der Gruppe und es kommen ständig neue hinzu.

Eine Weile haben die Senioren die Lieder nur gemeinsam gesungen. Nun haben sie eine CD aufgenommen und damit schon mal 25 alte Lieder aus der Region vor dem Vergessen bewahrt.

Fast ausnahmslos wurden solche Lieder nicht schriftlich oder in Noten festgehalten, sondern mündlich, eben beim gemeinsamen Singen, weitergegeben. Lieder, die im nächsten Dorf schon wieder etwas anders gesungen wurden oder ein paar Kilometer weiter schon wieder gänzlich unbekannt sind. 

Die Sängerinnen und Sänger, die meisten davon um die 70 oder älter, sind die beste Quelle für dieses Liedgut. Selbst für Heidemarie Schneider ist immer wieder erstaunlich, wie gut sich die Senioren an Liedtexte erinnern, die sie in ihrer Kindheit gelernt haben und nun vielleicht Jahrzehnte schon nicht mehr gesungen haben.

Wer Interesse an einer CD des Offenen Singkreises hat oder selbst an den Treffen teilnehmen will, kann sich an Heidemarie Schneider wenden: Telefon 06457 / 425

von Michael Agricola

Mehr lesen Sie am Montag in der Printausgabe der OP.

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