Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Nordkreis 40 Meter hohes Logistikzentrum geplant
Landkreis Nordkreis 40 Meter hohes Logistikzentrum geplant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 31.05.2018
Der Blick vom Goßfeldener Edeka in Richtung Göttingen. Auf der 9,5 Hektar großen „Spiegelshecke“ will CSL Plasma ein Logistikzentrum bauen. Quelle: Tobias Kunz
Anzeige
Sterzhausen

Die geplante Ansiedlung von CSL Plasma, einem Teil der CSL Behring-Gruppe, in Lahntal rückt näher. Der Bau-, Energie- und Umweltausschuss hat am Mittwochabend über den Bebauungsplan „Spiegelshecke“ beraten und eine entsprechende Empfehlung für die Gemeindevertretung gefasst.

Folgen die Parlamentarier in ihrer Sitzung am 14. Juni dem Ausschuss, muss noch das Regierungspräsidium ­zustimmen, da auch der Flächennutzungsplan abgeändert werden muss. Wenn beide Institutionen ihr Okay geben, steht dem Goßfeldener Industriegebiet an der Schnittstelle der Bundesstraße 62 und der neuen B 252 nichts mehr im Wege.

Bereits im vergangenen Jahr kam heraus, dass CSL Plasma seinen Standort in Schwalmstadt aufgeben wird und stattdessen ins Lahntal ziehen will (die OP berichtete). Nun gab der Bauausschuss grünes Licht dafür, dass die „Spiegelshecke“ ein Industriegebiet werden kann. Der Pharmakonzern plant, dort neben dem Lebensmittelmarkt Edeka und der Feuerwehr ein Logistikzentrum zu bauen, das teils 40 Meter hoch ist.

Lärmbelästigung? „Ein Stück weit Panikmache“

Die Bebauungspläne lagen zweimal öffentlich aus. Vereine, Behörden, aber auch Privat­personen hatten dazu Stellung­nahmen abgegeben, die der Ausschuss nun bei seiner Empfehlung berücksichtigte. Bürgermeister Manfred Apell zeigte sich mit dem Ergebnis des Bauausschusses zufrieden.

Der Gemeindechef erhielt allerdings auch Gegenwind. Vereinzelte Gäste kritisierten den geplanten Neubau. Vorwürfe, dass die Lärmbelästigung seitens des Ver­waltungschefs heruntergespielt werde, relativierte Apell. „Das ist ein Stück weit Panikmache“, sagte er.

Zudem obliege die Entscheidung der Gemeindevertretung und nicht dem Bürgermeister. Manfred Hausmann vom Planungsbüro „Groß & Hausmann“ versicherte, dass man als Gemeinde einen Rahmen setze, in dem sich CSL bewegen müsse. „Dieser Rahmen garantiert, dass Lärmschutz-Richtwerte, die einklagbar sind, auch von CSL berücksichtigt werden“, sagte Hausmann.

"Vor den Rödern" auf den Weg gebracht

Neben der Goßfeldener „Spiegelshecke“ wurde auch das Neubaugebiet „Vor den Rödern“ in Sterzhausen auf den Weg gebracht. Auch hier wurde ­Kritik laut. Ein Bürger bemängelte, dass beide Diskussionen nicht ergebnisoffen geführt würden, da der Bürgermeister bereits mit dem Mehr von „2,7 Millionen Euro Einnahmen“ plane.

Diese Anschuldigung wies Apell von sich. „Beide Baugebiete haben nichts miteinander zu tun“, sagte er. Apell gab allerdings zu, dass er sich über das Interesse des Pharmakonzerns freut. „Ich mache keinen Hehl daraus, CSL haben zu wollen“, sagte er. Denn sollte der Pharmakonzern doch nicht in Lahntal ansiedeln, „würden wir das zwar auch schaffen, aber es würde uns vor Probleme stellen“.

Der Bürgermeister freute sich aber nicht nur über das Interesse von CSL, sondern auch über die starke Nachfrage an den Bauplätzen „Vor den Rödern“. Für die 35 Grundstücke gebe es bereits viermal so viele Anfragen, sagte er.

von Tobias Kunz

Anzeige