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Geldstrafe für Unfall unter Alkohol

Marburger Amtsgericht Geldstrafe für Unfall unter Alkohol

Ein schwerer Verkehrsunfall zwischen Niederasphe und Treisbach, bei dem im vergangenen Herbst zwei Menschen schwer verletzt worden sind, hatte nun vor dem Marburger Amtsgericht ein juristisches Nachspiel.

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Marburg. Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken verurteilte einen 19-Jährigen zu einer Geldbuße von 1.000 Euro. Unstrittig war, dass es in der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 2010 auf der K 85 zu einem folgenschweren Zusammenstoß gekommen war. Die Verteidigung zweifelte jedoch nach Auskunft Boeskens an der Richtigkeit des gemessenen Blutalkoholwerts von 1,31 Promille zwei Stunden nach dem Unfall.

Wie die Unfallgegnerin des Angeklagten berichtete, sei sie gegen 1 Uhr in Richtung Niederasphe gefahren und habe bereits von weitem die Lichter eines ihrer Ansicht nach schnell fahrenden Autos gesehen. Sie selber kenne die kurvenreiche Strecke gut und sei entsprechend vorsichtig gefahren. Vor einer Linkskurve sei ihr der Wagen auf ihrer Fahrbahn entgegengekommen, obwohl sie nach rechts gelenkt habe, hätte sie den Zusammenprall nicht mehr verhindern können. Dann sei der Airbag aufgegangen, sie erinnere sich erst wieder daran, den Notarzt gerufen zu haben.

Die Spuren am Unfallort haben laut Aussage eines Polizisten darauf hingedeutet, dass der junge Mann wegen nicht angepasster Geschwindigkeit und, wie sich nachher herausgestellt habe, wegen seines Alkoholgenusses aus der Kurve getragen worden sei. Beide Fahrzeuge seien durch die Kollision von der Fahrbahn abgekommen, das des Angeklagten kurz vor einem beginnenden Wald, der Kleinwagen der Frau sei auf der Seite liegend auf einem Feld vorgefunden worden.

Der Mann betonte, dass er sich an nichts mehr erinnern könne. Wie ein rechtsmedizinischer Sachverständiger erläuterte, könne der Gedächtnisverlust durchaus auf der schweren Verletzung, der Mann erlitt einen Beckenbruch, beruhen. In keinem Fall jedoch sei das Ergebnis der Blutuntersuchung verfälscht worden.

In jedem Fall sei der junge Mann absolut fahruntüchtig gewesen, das gelte ohne Gegenbeweismöglichkeit ab dem Wert von 1,1 Promille. Seinen Führerschein darf der junge Mann frühestens in sieben Monaten wieder beantragen.

von Heiko Krause

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