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Geld sparende Bauhof-Idee erregt Aufmerksamkeit

Auszeichnung Geld sparende Bauhof-Idee erregt Aufmerksamkeit

Der Interkommunale Bauhof Lahntal/Wetter/Cölbe ist in diesen Tagen filmreif: Das Regionalmagazin „17.30live“ von Sat.1 und die Hessenschau filmten dort gleich drei zufriedene Bürgermeister aus dem Nordkreis.

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Drei Bürgermeister und ein Unimog im Focus der Kamera: Tonmann Yannick Wagner (von links), Manfred Apell, aus Lahntal, Kai-Uwe Spanka aus Wetter, Sat.1-Redakteurin Joanna Castillo und
Volker Carle aus Cölbe

Quelle: Martina Koelschtzky

Goßfelden. Der Grund für die Zufriedenheit der Bürgermeister: Die drei bekommen in diesem Jahr die Auszeichnung „Spareuro“ des Hessischen Bundes der Steuerzahler.

Als die drei Bürgermeister und der Geschäftsführer des eigenständigen Bauhofes, Willi Krannich, vor die Kameras treten, sind nur zufriedene Gesichter zu sehen. Alle drei Gemeinden profitieren von der Idee, die Lahntals Bürgermeister Manfred Apell (SPD) 1999 hatte: Die gemeindlichen Bauhöfe über die kommunalen Grenzen hinweg zusammenzulegen.

Wetter war sofort begeistert von der Idee und 2001 nahm der interkommunale Bauhof Lahntal/Wetter seine Arbeit auf. 2010 kam auch Cölbe hinzu, Bürgermeister Volker Carle (parteilos) freut sich auch über die 2,6 Millionen Euro, die seine Gemeinde dadurch gespart hat.

„Das hätte die Sanierung unseres eigenen Bauhofes gekostet. Und wir hatten vorher jährliche Kosten von über 600000 Euro für den Bauhof, bei der interkommunalen Lösung hatten wir im vergangenen Jahr Rechnungen über 480000 Euro“, rechnet er vor.

Der eigenständige Interkommunale Bauhof versorgt mit 30 Mitarbeitern, Geschäftsführer und einer Sachbearbeiterin rund 25000 Bürger, für die 16 Kindertagesstätten, 24 Friedhöfe und 204 Quadratkilometer Fläche zur Verfügung stehen.

„Und es klappt. Auch der Winterdienst ist kein Problem“, freut sich Geschäftsführer Willi Krannich. Zuvor hätten die gemeindlichen Bauhöfe in Wetter 22, in Lahntal neun und in Cölbe acht Mitarbeiter gehabt.

„Wir haben alle übernommen, mussten aber nicht alle ersetzen, die in den Ruhestand gingen“, erklärt er die Personalreduktion. Und auch die Arbeitskraft in den drei Gemeindeverwaltungen sei nun frei geworden, die zuvor für die Bauhöfe aufgewendet werden musste.

„Wir können besser planen, effizienter arbeiten und haben weniger Probleme mit Ausfällen durch Krankheit oder Urlaub. Der Bauhof ist jetzt viel flexibler“, freut sich Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (parteilos). Apell führt an, dass die Abrechnung nach Arbeitsleistung für die einzelnen Gemeinden transparenter ist und jeder sieht, was die Arbeit des Bauhofes kostet.

„Früher hieß es immer, das soll mal der Bauhof machen, das kostet ja nichts“, erklärt er den heute bewussteren Umgang mit den Einsätzen.

Zu der Einsparung und Effizienz konnten alle drei Gemeinden auch die Flächen ihrer ehemaligen Bauhöfe sinnvoll verwerten: In Lahntal arbeitet dort heute eine Schreinerei, Wetter hat den Forsthof zu einem Kindergarten und einer neuen Krippe für unter-Dreijährige umgebaut und Cölbe plant auf dem Bauhofgelände ein Wohnprojekt „50plus“.

Hinter den drei Bürgermeistern prangt ein neuer Unimog mit 300 PS, gerade neu angeschafft für rund 150000 Euro. Der reißt kein Loch in einen der Gemeindehaushalte, sondern wird über die Abrechnung der Maschinenstunden von den drei Gemeinden über die Jahre bezahlt. Kein Wunder, dass so viele gute Ergebnisse dem Bund der Steuerzahler Anerkennung wert ist.

Den Beitrag über den „Spareuro“ aus Goßfelden gibt es am Dienstag, 11. September, im Regionalmagazin „17.30live“ um 17.30 Uhr, oder im Internet unter www.1730live.de. Ein Team der Hessenschau war übrigens einen Tag später da.

von Martina Koelschtzky

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