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Gegenwind für Wollenberg-Windpark

Bürgerinitiative Gegenwind für Wollenberg-Windpark

Bisher waren es bei Info-Veranstaltungen nur vereinzelte Bürger, die kritisch nachfragten. Jetzt soll es einen in einer Initiative organisierten Widerstand gegen Windräder im Wollenberg geben.

Caldern. Nach diversen Informationsveranstaltungen und Publikationen rund um das Projekt Windpark Wollenberg, das die beiden Kommunen Lahntal und Wetter auf Flächen von Hessenforst im Wollenberg zusammen mit den Stadtwerken Marburg realisieren wollen, gibt es jetzt einige entschiedene Bürger, die es sich zum Ziel gesetzt haben „diesem Wahnsinn“ entgegenzutreten.

Zum harten Kern dieser Bürger gehören Dr. Peter Fuhge aus Caldern, Dr. Dieter Kalden aus Wetter, Bernd Schautes aus Caldern, Dieter Klose aus Caldern, Dr. Jürgen Scheele aus Wetter und Stefan Funk aus Warzenbach sowie auch die ehemalige Wetteraner Bürgermeister-Kandidatin der Linken, Susann Kalden.

Ihre ablehnende Haltung, und das betonen sie immer wieder, resultiert nicht daraus, dass sie vor ihrer Haustür keine Windräder haben wollen. „Aber bisher sind uns keine verlässlichen Zahlen vorgelegt worden, die eine Investition im Wollenberg rechtfertigen“, sagt Dr. Peter Fuhge.

Und so fahrlässig könne man mit dem Naherholungsgebiet Wollenberg nicht umgehen, zumal es sich dabei auch noch um ein FFH-Schutzgebiet handelt.

Darüber hinaus gibt Fuhge zu Bedenken, dass im Namen der Energiewende zahlreiche Projekte nur über Subvention künstlich wirtschaftlich gemacht würden, die aber zum Gesamtertrag nichts oder nur unzureichende Mengen beisteuern könnten.

Dafür die Landschaft zu zerstören, sei ein viel zu hoher Preis. „Es sind Windräder miteiner Nabenhöhe von 141 Metern. Mit Rotorblatt erreichen sie 200 Meter. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Umwelt - also auch auf Mensch und Tier“, sagt Dieter Klose. „Auswirkungen, die nicht im Ansatz ausreichend erforscht sind“, ergänzt Dr. Jürgen Scheele. Fuhge greift derweil wieder das Argument auf, dass die Investoren nach wie vor keine verlässlichen Zahlen geliefert hätten, beziehungsweise keine Fakten aufgezeigt hätten, die die Bedenken der BI widerlegen würden. Scheele ist deshalb auch zuversichtlich, dass, wenn es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen würde, ihre Erfolgsaussicht sehr gut sei.

„Es gibt mittlerweile zwölf Urteile zu FFH-Schutzgebieten. Und daraus ist zu entnehmen, dass die Wirtschaftlichkeit wissenschaftlich nachgewiesen werden muss.“

Infoabend am Montag,13. Januar, in Warzenbach

Davon könne im vorliegenden Fall keine Rede sein. Vergleichsmessungen könnten keinesfalls herangezogen werden, weil jeder Standort für sich genommen schon sehr unterschiedliche Ergebnisse produzieren würde, die nicht dazu geeignet seien, für andere Standorte angenommen zu werden.

„Es wird Zeit, dass die Bürger aufwachen und sehen, was hier passiert. Wir organisieren uns jetzt in einem Verein und verstärken unsere Öffentlichkeitsarbeit“, sagt Bernd Schautes. Die erste Info-Veranstaltung findet in Warzenbach statt, und zwar schon am Montag, 13. Januar, ab 20 Uhr im TSV-Sportheim unter dem Titel „Was steht uns bevor und wie geht es weiter?“.

Zuletzt hatte die BI schon Befürchtungen, dass im Wollenberg mit Rodungsarbeiten begonnen worden sei.

Dies dementieren die Stadtwerke. Geschäftsführer Norbert Schüren stellt klar, dass es sich bei den Arbeiten ausschließlich um die Entnahme von Bodenproben handele. Diese müssten natürlich auch von den geplanten Standorten stammen, so dass es durchaus mal passieren könne, dass dann kleinere Pflanzen dabei entfernt werden müssten. Dies habe mit einer Rodung nichts zu tun.

von Götz Schaub

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