Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Grobes Foulspiel: Fußballer muss Schmerzensgeld zahlen

Außergerichtliche Einigung Grobes Foulspiel: Fußballer muss Schmerzensgeld zahlen

Nach einem groben Foulspiel während eines Fußballspiels in Bürgeln im Oktober 2016 stand jetzt ein 25-Jähriger wegen Körperverletzung vor dem Marburger Strafgericht.

Voriger Artikel
Mehrfach gewalttätig gegen Ehefrau
Nächster Artikel
Ex-Rockstar Ralf Erkel entdeckt neue Talente
Quelle: Symbolfoto

Marburg. „Marburg soll doch nicht das erste Gericht in ganz Deutschland sein, das nach einer Gelben Karte ein Urteil spricht“, warf Verteidiger Helmut Fiedler ein, „dann wäre die halbe Bundesliga im Knast“. Was sich hier recht harmlos anhört klingt anders, als der 24-jährige Geschädigte in den Zeugenstand gerufen wird. „Ich hatte zwei Monate nichts von meinem Leben, ich konnte nur zu Hause liegen“, sagt der Betroffene. „Das war nicht menschlich, was ich da aushalten musste.“

Im Oktober 2016 soll der 25-jährige Angeklagte bei dem Fußballspiel den Geschädigten mit einem groben Foulspiel niedergestreckt und ihn so körperlich misshandelt haben, während der Ball längst nicht mehr in Reichweite gewesen sein soll. Das soll er gewusst haben und die Verletzung billigend in Kauf genommen haben. Deshalb warf ihm die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift einen „vorsätzlichen Angriff“ vor. Der Geschädigte trug mehrere Bänderrisse am rechten Fußgelenk davon und ist bis heute lädiert.

Ob die Verletzungen dauerhaft bleiben, sei noch nicht klar. „Mein Mandant bedauert die Verletzungen zutiefst“, äußerte sich Verteidiger Fiedler. Der 25-Jährige habe tatsächlich den Ball spielen wollen. „Mein Ziel ist es, dass sich die beiden irgendwann wieder die Hand geben können“, sagt die Verteidigung weiter.

Und immerhin: Zu einem Urteil sollte es nicht mehr kommen. Beide Seiten verständigten sich auf einen außergerichtlichen Täter-Opfer-Ausgleich, dabei soll ein Schmerzensgeld von 1.000 Euro gezahlt und die nicht von der Krankenversicherung getragenen Behandlungskosten von rund 600 Euro übernommen werden. Hier kündigte Helmut Fiedler an, einen Antrag auf Kostenübernahme vom Staat zu stellen.

von Beatrix Achinger

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr