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Freude über große Gemeinschaftsleistung

Kirchenrenovierung Freude über große Gemeinschaftsleistung

Am Wochenende feierte die Evangelische Kirchengemeinde Rosphetal-Mellnau den Abschluss der 415.000 Euro teuren Restaurierung des Gotteshauses in Oberrosphe nach drei Jahren.

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Zur Feier des Wiedereinzug erstrahlte die restaurierte Oberrospher Kirche auch von außen in neuem Glanz.

Quelle: Manfred Schubert

Oberrosphe. Den Auftakt bildete ein Konzert des heimischen Duos „Klangweilen“ am Samstagabend. Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst mit etwa 100 Teilnehmern, der vom Singkreis, der Gitarrengruppe und Sabine Jansen an der Orgel musikalisch mitgestaltet wurde.

Pfarrerin Wilma Ruppert-Golin sprach in ihrer Predigt von der ebenfalls erneuerten Barockkanzel aus darüber, dass es in der Bibel keinen Auftrag gebe, Kirchen zu bauen. „Brauchen wir diese Gebäude wirklich, um Gott nahe zu sein?“, fragte sie. Man könne ja auch im Freien, im Zelt oder im Bürgerhaus beten, aber ganz so einfach scheine es ja doch nicht zu sein.

Die Architektin Gerlind Aryceus rief kurz den Ablauf der Arbeiten in Erinnerung, die 2005 mit der Entdeckung eines morschen Deckenbalkens in Gang gesetzt wurden. Es sei die erste Kirche, an deren Sanierung sie mitgewirkt habe.

Das und die Erinnerung an die kürzliche Taufe ihres Sohnes in dieser Kirche bewirkte eine starke Gefühlsregung, kurzzeitig versagte ihr die Stimme.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Festzelt auf dem Pfarrhof hielt die Architektin einen bebilderten Vortrag über die drei Bauabschnitte der Restaurierungsarbeiten, die 2007 mit Zimmerarbeiten an der maroden Decke begannen. Im zweiten Bauabschnitt folgten Dachdeckerarbeiten, Fassadenarbeiten an der Sandsteinfassade und Schieferarbeiten sowie die Abdichtung der Grundmauern mit Lehm. Der letzte Abschnitt betraf den Innenraum. Die Heizung musste erneuert werden, der Chor erhielt neue Bänke, um Unterbank-Elektroheizungen installieren zu können, die anderen Bänke wurden restauriert.

Der neue Boden gewährt barrierefreien Zugang zur Kirche, die Sandsteinplatten verlegten Handwerker aus dem Dorf in Eigenleistung, der Anstrich wurde erneuert und ein neues Beleuchtungskonzept umgesetzt. Die Gesamtkosten betrugen 415.000 Euro, bis zum Sonntag verzeichnete der Förderkreis der Kirche 19.100 Euro an Spenden dafür.

Direkt an den Gottesdienst hatte sich ein vom Posaunenchor und Männergesangverein musikalisch gestalteter Festakt im Zelt angeschlossen, den der frühere Gemeindepfarrer Bernd Arlt moderierte. Walter Hahn, Vorsitzender des Kirchenvorstands, erinnerte daran, dass die Bauzeit ursprünglich bis 2010/2011 angesetzt war, als überraschend eine Geldzusage unter der Bedingung kam, das man bis Ende 2009 fertig werde. „Dass wir das erreicht haben, zeigt, wie man auch heute noch als Gemeinschaft eine Kirche renovieren kann“, sagte er stolz.

von Manfred Schubert

Mehr lesen Sie am Freitag in der gedruckten OP.

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