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Flotte Sprünge und rhythmische Verse

OP-Serie über alte Spiele Flotte Sprünge und rhythmische Verse

Körperspannung und Schwung: Beim Sommerfest in Mellnau lernten Kinder verschiedene Sprungfolgen über das gespannte Band. Wie Gummitwist funktioniert, erklärt die OP im ersten von insgesamt fünf Serienteilen.

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Justin versuchte, einige kompliziertere Sprünge nachzumachen, die seine Patentante Nicole Krieg vorführte.

Quelle: Manfred Schubert

Mellnau. Oft schimpfen Erwachsene darüber, dass Kinder heute zu viel Zeit zu Hause, an Computer und Smartphone oder vor dem Fernseher verbringen. Das vielfältige mediale Angebot führt oft dazu, dass sie keine eigenen Spielideen entwickeln und Spiele, die ihren Eltern oder zumindest Großeltern Spaß bereiteten, gar nicht mehr kennen.

 

factbox

Schwierigkeitsgrad: Zwei bis drei Punkte
Kostenaufwand: Ein Punkt
Fun-Faktor: Zwei Punkte
Revival-Chancen : Ein Punkt

Gerade viele alte Spiele sind  ideal, um Bewegungsmangel mit seinen Folgen entgegenzuwirken, die Entwicklung von Körper und Gehirn anzuregen und, weil sie meist von mehreren gemeinsam gespielt werden, zu vermitteln, wie man miteinander umgeht und Regeln einhält.

Der Ortsbeirat des Wetteraner Stadtteils Mellnau hatte das diesjährige Sommerfest des Dorfes unter das Motto „Alte Spiele neu entdecken“ gestellt. Daran anknüpfend stellt die OP einige dieser Spiele vor, beginnend mit dem Gummitwist. Früher, bis in die 1980er-Jahre, alltäglicher Anblick in den Schulpausen, sieht man laut den am Sommerfest teilnehmenden Kindern heute keine eifrigen „Gummihüpfer“ mehr auf den Schulhöfen. Dabei hat das Gummitwist, dessen Name sich von dem Spielgerät, einem Durchzugsgummi für Kleidungsstücke oder auch speziellen Gummibändern aus dem Spielzeughandel, sowie den beim Twist ausgeführten Tanzbewegungen ähnelnden Sprüngen ableitet, immer noch eine Fangemeinde. Es gibt sogar eine eigene Internetseite der Gummitwist Community Schweiz unter www.gummitwist.ch, die sich mit dem Spiel beschäftigt. Exakte Angaben zum Alter des Spiels konnten auch deren Betreiber nicht ausfindig machen, die Benennung im Englischen mit „Chinese Jump Rope“ weise auf China als Ursprungsland hin, heißt es dort. Zumindest die Erfindung des Gummibands lässt sich aber genau datieren. Der britische Gummifabrikant Stephen Perry reichte es am 17. März 1845 in London zum Patent ein.

Faktencheck

Aus welcher Zeit stammt das Spiel?
1980er Jahre
Wo wurde es gespielt?
Auf dem Schulhof
Was braucht man?
Ein Gummiband
Wie viele Speiler braucht man?
mindestens drei Spieler
Wie viel Zeit nimmt das Spiel in Anspruch?
Mindestens mehrer Minuten

Eigentlich braucht man mindestens drei Spieler: zwei, die sich gegenüberstehen und das Gummiband anfangs um die Knöchel, bei steigendem Schwierigkeitsgrad immer höher spannen, und den Springer. Vor allem zu Übungszwecken oder wenn man alleine ist, kann man das Band auch um Gegenstände spannen. Über das Band hüpfen kann man als Variante auch synchron zu zweit. Bei vielen Teilnehmern ist es besser, mehrere Bänder zu verwenden, sonst wird die Wartezeit zu lang, bis jemand einen Fehler macht und der Nächste an der Reihe ist. Mit rhythmischen Versen wie „Seite, Seite, Mitte, Breite, Seite, Seite, Mitte, Raus“ können die Sprünge angesagt und die Schwierigkeit durch Steigerung der Geschwindigkeit erhöht werden. Erwachsene Teilnehmer des Sommerfestes wie Nicole Krieg führten einfache Sprungfolgen vor, zeigten aber auch kompliziertere Sprünge, bei denen man die Gummiseile mit den Füßen mitnehmen und sich drehen muss.

Die Kinder machten die einfachen Sprünge schnell nach, merkten aber, dass es der Übung bedarf, um höher und komplizierter zu springen. Auch Jungs wie Justin Schneider hatten Spaß daran und sagten, später mit dem Gummitwist weitermachen zu wollen. Schon früher spielten meist Mädchen mit dem Gummitwist, doch auch einige Jungs nahmen stets die sportliche Herausforderung an.

Das Spiel ist ideal, um eine Schulpause zu überbrücken, man kann aber auch längere Wettbewerbe austragen.

von Manfred Schubert

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