Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Nordkreis Familie Kpakou scheitert vorerst vor Gericht
Landkreis Nordkreis Familie Kpakou scheitert vorerst vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:55 01.12.2010

Gießen. Die Familie hatte vor ihrer Abschiebung lange in Cölbe gelebt. Das Verwaltungsgericht Gießen verwarf die Klagen der heute in Ghana und Togo lebenden Mutter Rejoyce und der 10- und 18-jährigen Kinder Panajotis und Richard. Sie hätten trotz Aufforderung keine gültigen Adressen angegeben, somit seien die Klagen aus formalen Gründen unzulässig.
Im Fall des noch in Deutschland lebenden Vaters Kokou Kpakou sahen die Richter den Abschiebeversuch 2006 als rechtmäßig an. Somit sei es auch rechtens, die anteiligen Kosten in Höhe von 2.321 Euro von ihm einzufordern. Die ursprüngliche Forderung über 2.475 Euro nahm das Regierungspräsisum Gießen wegen eines „Rechenfehlers“ zurück.
Bei den Klagen der Ehefrau und der jüngsten Kinder lag der Fall anders. Von ihnen fordert das Land Hessen insgesamt rund 40.000 Euro für ihre Abschiebung im Herbst 2006. Solange diese Summe nicht gezahlt ist, verweigert der Landkreis eine Entscheidung über eine mögliche Wiedereinreise von Familienmitgliedern, zum Beispiel um den kranken Vater in Deutschland zu besuchen.
Einziger Lichtblick für die Familie: Seit einer Woche hat Familienvater Kokou Kpakou eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis.

von Michael Agricola

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der Printausgabe.

Anzeige