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Nordkreis Elektrisch mobil rund um Schönstadt
Landkreis Nordkreis Elektrisch mobil rund um Schönstadt
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18:36 16.06.2013
Clown Semillita auf dem ersten Serien-Elektrotrialmotorrad, dem EM 5.7 Electric Motion. Quelle: Manfred Schubert
Schönstadt

Viel mehr an Interessenten hätten sie gar nicht bewältigen können, waren von den Ausstellern der vier- und zweirädrigen Fahrzeuge zu hören. Fünf Stunden lang bewegten sich am Samstag ständig der neue Zoe und der pfiffige Twizy, die von den Mitarbeitern des Marburger Autohauses Renault-Gnau neben den ebenfalls elektrisch angetriebenen Kangoo Z.E. und Fluence Z.E. vorgestellt wurden, sowie der Peugeot i-on vom Autohaus Salzmann aus Rosenthal durch und um Schönstadt.

Ganz zu schweigen von den Elektrofahrrädern, von denen die Firma Wießner aus Gladenbach verschiedene Modelle mitgebracht hatte. Ganz ohne Abgase und fast geräuschlos. Lediglich dann, wenn die Elektroautos unter 30 Stundenkilometern fahren, geben sie dezente Geräusche von sich, um Fußgänger auf sich aufmerksam zu machen.

Besonders eindrucksvoll war es, zu erfahren, dass sich mittlerweile Elektrofahrzeuge im sportlichen Wettbewerb gegen ihre lärmende und stinkende Konkurrenz durchsetzen können. Am Stand der Firma Sames Solar GmbH aus Marburg, die eigentlich Photovoltaikanlagen plant und installiert, war das erste Serien-Elektrotrialmotorrad der Welt, das EM 5.7 Electric Motion aus Frankreich, zu sehen sowie einige Kinder-Trialmotorräder. Als zusätzliches Geschäftsfeld vertreibt Sames die Elektrofahrzeuge. Geschäftsführer Jojakim Sames erklärte, mit der EM 5.7 bereits einige Male bei Trial-Wettbwerben auf dem Siegertreppchen gestanden zu haben. Ein Vorteil sei unter anderem, dass die Kraft des elektrischen Antriebs besser zu dosieren sei.

Apropos Kraft: selbst ein Kindermotorrad mit 2 Kilowatt Leistung, das für die Probefahrten auf dem Bürgerhausgelände heruntergedrosselt war, überraschte mit seinem kräftigen Durchzug. Mitgebracht hatte Sames eine seiner neuen Kompaktsolaranlagen, mit denen er seine Motorräder „betankte“.

Nebenbei schaffte es Clown Semillita auch ohne Elektrizität, Kinder und Jugendliche in Bewegung zu versetzen, mit Seilspringen und Jonglieren. Aber er nutzte auch das Elektrotrialmotorrad für akrobatische Vorführungen.Marco Hofmann, Geographiestudent der Universität Marburg, präsentierte Ergebnisse der Umfrage, an der sich 65 Haushalte mit 165 Personen in Schönstadt beteiligt hatten. 70 Prozent davon können sich vorstellen, Car Sharing mit Elektroautos zu nutzen, 20 Prozent gaben „vielleicht“ an. Die eingeschränkte Reichweite von Elektrofahrzeugen, derzeit geht man von 150 bis 170 Kilometern aus, sei kein Thema.

Die allermeisten gaben an, unter der Woche Strecken bis zu 30 Kilometern, am Wochenende bis zu 50 Kilometern zu fahren. An der Spitze der Anlässe, zu denen man das Carsharing nutzen würde, standen mit je 19 Prozent Einkauf und Freizeit. 49 Prozent der Befragten sind berufstätig, etliche merkten an, für sie wäre es interessant, zur Arbeit nach Marburg fahren und dort das Fahrzeug stehenlassen zu können.

Für 41 Prozent der Befragten sei die Höhe der Nutzungsgebühr „sehr wichtig“, für 46 Prozent die spontane Nutzbarkeit der Fahrzeuge.

Das größte Interesse an gemeinschaftlich genutzten Elektrorädern zeigten Rentner mit 38,5 Prozent. Die vollständige Auswertung soll demnächst auf www.schoenstadt.net zu sehen sein. „Wir hoffen, dass wir das E-Car-Sharing in Schönstadt realisieren können“, sagte Ortsvorsteher Hannes Weber, Koordinator der Veranstaltung. „Wenn ein Ort das schaffen kann, dann Schönstadt“, zeigte sich Bürgermeister Volker Carle, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, zuversichtlich.

Dieser erste Aktionstag der Projektgruppe „Schöner mobil“, deren Gründung Pfarrer Michael Fröhlich als Umweltbeauftragter des Kirchenkreises Kirchhain angestoßen hatte, verlief jedenfalls vielversprechend. Fröhlich hatte Ende 2012 die Idee, nichtkommerzielles Car Sharing mit Elektroautos in Schönstadt auszuprobieren.

von Manfred Schubert

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