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Eine richtig lieb gewordene Tradition

Dinner for one Eine richtig lieb gewordene Tradition

„Wir spielen, bis wir uns nicht mehr zu schminken brauchen“ - dieses Versprechen gaben die beiden grandiosen Darsteller des Silvester-Theater-Klassikers „Dinner for one“ auf dem Wetteraner Marktplatz.

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Zum 21. Mal spielten Richard Hess und Anne Archinal sehr zur Freude des Publikums an einem Silvesterabend das zwei-Personen-Stück „Dinner for one“ und hatten sichtlich selbst wieder sehr viel Spaß daran.

Quelle: Manfred Schubert

Wetter. Für Millionen gehört er einfach zum Jahreswechsel dazu, der englische Theater-Sketch-Klassiker „Dinner for one“. 2013 feierte die Aufnahme, die 1963 in Hamburg entstand, ihren 50. Geburtstag. 1972 wurde sie erstmals an Silvester ausgestrahlt. 1988 kam sie als weltweit am häufigsten wiederholte Fernsehproduktion ins Guinness-Buch der Rekorde. Noch größer als für die vielen Fernsehzuschauer ist das Vergnügen an dem Stück alljährlich in Wetter, denn dort kann man es als Live-Aufführung genießen. Und das hat auch schon eine beachtliche Tradition, die länger währt, als die Befragten unter den diesmal etwa 700 Zuschauern schätzten. Nicht neun oder 15 Jahre. Schon zum 21. Mal übernahm Anne Archinal die Rolle der Miss Sophie, die auch ihren 90. Geburtstag mit der gleichen Prozedur wie jedes Jahr begehen möchte.

Und genau so oft ersetzte Richard Hess als Butler James die verstorbenen Freunde der Jubilarin, trinkt für diese, wird zunehmend beschwipster und stolpert ein ums andere Mal, manchmal aber auch nicht, über das Tigerfell. Sehr zur Freude der jungen und alten Zuschauer, die immer wieder kichern und lachen und schließlich tosenden Applaus spenden.

Zumindest die, die einen Platz ganz vorne ergattert haben, sind hautnah am Geschehen und damit gewissen, das Vergnügen für alle noch steigernden Risiken ausgesetzt. Die Kinder weichen erschrocken zurück, als James trunken auf sie zustolpert, aber natürlich im letzten Moment abdreht, nicht ohne einen Spritzer aus dem Glas in ihre Richtung zu verschütten. Auch der Schwall aus der geöffneten Sektflasche kommt den Zuschauern bedrohlich nahe. Harmloser ist da das heruntergefallene Obst, das James mit einem völlig zufällig erscheinenden Kick zu den Kindern rollen lässt. Einen offenbar sehr wohlerzogenen kleinen Knirps musste dessen Vater mehrmals daran hindern, eine Orange wieder zurückzubringen.

Seit 2000 hat das „Dinner for one“ seinen festen Platz zwischen Kirche und Rathaus, zuvor wurde es in der Stadthalle aufgeführt. Der Gewerbeverein läutete den Nachmittag wieder mit seiner Weihnachtsverlosung ein und hielt Speisen und Getränke bereit. Richard Hess und Anne Archinal freuten sich, dass ihr kleines Stück erneut so viele Menschen zum Abschluss des Jahres zusammenbrachte. „Wir werden es so lange spielen, bis wir dafür nicht mehr geschminkt werden müssen“, sagte Hess schmunzelnd, während Archinal einschränkte, für sie werde mit 88 Jahren Schluss sein. Sprecher der Einleitung war Sven Kepper. Diese Rolle haben im Laufe der Jahre bereits mehrere Personen übernommen.

von Manfred Schubert

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