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Nordkreis Eine böse Königin und sieben Zwergen-Agenten
Landkreis Nordkreis Eine böse Königin und sieben Zwergen-Agenten
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19:43 25.03.2012
Grimms Märchen neu interpretiert: Ida Schmidt als Schneewittchen bei den Zwergen, die in Wirklichkeit Geheimagenten sind. Monika Klaus (links) überzeugte mit viel Spielfreude als boshafte Stiefmutter und Königin Drusilla. Quelle: Manfred Schubert

Schönstadt. Der Prinz kam mit dem Cityroller, die Zwerge entpuppten sich als Agenten, und doch hatten Groß und Klein einen Riesenspaß an der munteren Aufführung.

Großen Anteil an dem Vergnügen, das das Stück den 270 Besuchern der beiden Vorstellungen im Bürgerhaus bereitete, hatte eine der acht neuen Darstellerinnen und Darsteller.

Monika Klaus gab die schöne, aber boshafte Königin Drusilla absolut überzeugend und mit ausgeprägter Spielfreude, so dass man schon voller Spannung ihre jeweils nächste Szene erwartete.

Die Bösartigkeit blitzte ihr aus den Augen, grausam lächelnd plante sie ihre Schachzüge gegen Schneewittchen und lieferte sich eloquente Wortgefechte mit ihrem Gemahl, über dessen baldiges und ungeklärtes Ableben sie nicht sonderlich traurig war, oder dem Spiegel. „Dabei musste ich sie erst überreden, die Rolle zu übernehmen“, berichtete ihre Schwester Anja Klaus, aus deren Kostümverleih wieder die passenden Gewänder für die Inszenierung stammten.

Somit war diese Hauptrolle in dem frei nach dem Märchen der Brüder Grimm von Christa Margret Rieken geschriebenen Stück „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ bestens besetzt. Auch die anderen sieben der insgesamt 15 Darsteller, die zum ersten Mal auf der Bühne standen, machten ihre Sache gut, wie Ida Schmidt als Schneewittchen, das lieber im Wald Pilze sammelt und Wildschweine zählt, als Prinzessin zu spielen, oder Ronja Hassenpflug als  Königin Drusillas nicht ganz so schlauer, aber gutmütiger Sohn Bernd.

Alex Reimchen, Flavio Erbe, Elian Klaus sowie Miriam und Melina Grot kamen als fünf der sieben Zwerge zum Einsatz, die mit ihrem munteren mienen- und gestenreichen Spiel viel Leben in die Aufführung brachten.

Nicht nur die Kinder, die gespannt das Geschehen verfolgten, sondern auch die Erwachsenen hatten viel Spaß an den witzig-frechen Dialogen, beispielsweise zwischen Drusilla und dem immer die Wahrheit sagenden Spiegel Lars (Esther Schneider) und Ideen wie Zwergen, die in Wirklichkeit Geheimagenten waren, mit einem so geheimen Geheimversteck, dass sie es fast nicht mehr finden konnten.

Die Königin des Nachbarreichs, Mathilde (Doris Nagel), hatte sie entsandt, um herauszufinden, mit welcher Geheimwaffe Drusilla die Macht über das gesamte Märchenreich zu erlangen sucht. Ihren Sohn Prinz Paul (Achim Bauer) schickte sie als Jäger verkleidet hinterher, allerdings auf einem Cityroller, da sein weißes Pferd zu auffällig sei.

Dank des immer hungrigen Zwergs Dicki (Flavio Erbe)  misslang der Giftapfel-Anschlag und – wie es sich für ein Märchen gehört – gab es ein richtig gutes und fröhliches Ende. Außer für Drusilla, denn die steckte schließlich in dem Spiegel, in den sie so gerne geschaut hatte. Für eine ansprechende Optik sorgten Ulrike Schneider, die mit zahlreichen Helfern ein farbenfrohes, phantasievolles Bühnenbild schuf, sowie die Maske und Frisuren von Karin Hoffmann.

von Manfred Schubert