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Eine Lösung nur für Oberrosphe kommt nicht an

Kindergarten-Debatte Eine Lösung nur für Oberrosphe kommt nicht an

Die Bürgerinitiative „Für einen lebendigen Ort weiterhin mit Kindergarten“ konnte auf ihrer eigenen Veranstaltung nicht wirklich für sich punkten. Doch es wurden „Brücken“ zwischen den Orten gebaut.

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Mitglieder der BI mit den beiden Referenten: Sandra Conrad (von links), Jaquelin Dersch, Michael Angermann, Dr. Ulf Häbel und Gerlind Aryceus.

Quelle: Götz Schaub

Oberrosphe. Alles zurück auf null - das wird es wohl nur geben, wenn die Stadt Wetter entscheidet, dass ihr ein Kindergarten-Neubau in Unterrosphe aufgrund fehlender Zuschüsse zu teuer wird. Sicher nicht, weil es Eltern gibt, die ihren Kindergarten in Oberrosphe erhalten wollen, zumal diese auch deutlich in der Minderheit sind. Dennoch versuchten die Initiatoren der Bürgerinitiative „Für einen lebendigen Ort weiterhin mit Kindergarten“ über eine öffentliche Veranstaltung mit zwei Kurzreferaten von auswärtigen Experten Anstöße für ein Umdenken zu bieten.

Zum einen sprach Pädagoge Michael Angermann aus Cölbe zum Thema „Was braucht ein Kind in den ersten Jahren“, zum anderen sprach Pfarrer im Ruhestand Dr. Ulf Häbel aus Laubach-Freienseen zum Thema „Hier bin ich daheim. Warum Kinder ins Dorf gehören“. Häbel versuchte Mut zu machen mit vielen Positiv-Beispielen aus seinem Heimatort. Er stellte zudem die These in den Raum, dass man lernen müsse, neu zu argumentieren. Ein „Es geht nicht, weil...“ sei nicht förderlich, hingegen ein „Es geht doch, wenn...“ schon. Angermann nannte es ein großes Glück für die Kinder, auf dem Dorf aufwachsen zu können. Die Beschaffenheit eines Kindergartens sei für Kinder absolut zweitrangig, viel mehr zähle die Stimmung, die dort herrsche. Wer in einer verlässlichen geborgenen Atmosphäre aufwachse, habe sehr gute Chancen, „gesunde stabile Gemütskräfte“ aufzubauen.

Eltern berichteten davon, wie intensiv ihre Kinder ihr Dorf wahrnehmen können, weil es praktisch den ganzen Tag ihre Umwelt darstellt. Das alles wollen sie nicht durch einen „zentralen“ Kindergarten in Unterrosphe verlieren, zumal sie fürchten, dass, wenn erst einmal der Kindergarten aus Oberrosphe weg sei, die Schule auch keine Zukunft mehr habe. Aber genau da setze doch der „Deal“ der drei Orte Mellnau, Oberrosphe und Unterrosphe an, meinte Norbert Sauerwald, Mitglied des Oberrospher Ortsbeirats, der sich für einen Kindergartenbau in Unterrosphe ausgesprochen hat.

Kinder in allen Orten zuhause

Kinder im Dorf heiße, Kinder in den drei Orten zu halten durch den Kindergarten in Unterrosphe, die ersten beiden Grundschuljahre in Oberrosphe und die beiden folgenden Jahre in Mellnau. So habe jeder Ort Kinder. Die Kinder selbst lernten sich frühzeitig , also im Kindergarten kennen, und würden dann die Jahre bis zum Ende der Grundschule in den drei Dörfern verbringen. Dies biete Chancen auf vielen Gebieten. Schon jetzt sichern sich Vereine ihre Zukunft durch Zusammenlegungen oder über Mitglieder aus den Nachbarorten.

Margot Diehl, Ortsvorsteherin von Mellnau, zeigt nach außen deutlich auf, dass sie schon mitten in diesem Prozess drin ist. Zum einen will sie das Optimum für Mellnau, gerade auch weil im Dorferneuerungsprogramm so viel für ein lebendiges Dorf getan wurde, etwa mit dem Herrichten der Schulscheune. Zum andern sieht sie aber auch die Notwendigkeit, dass sich die drei Orte gegenseitig unterstützen müssen, wenn sie sich nicht die Chance, ein Drei-Generationen-Dorf zu bleiben, verbauen wollen. Sie forderte aber auch Informationen ein. Es sei noch so viel unklar. Niemand wisse, wie das pädagogische Konzept des neuen Kindergartens aussieht, ob Kinder wirklich geholt und gebracht werden, wie es dort mit U-3-Kindern aussieht.

Von allen im Stadtparlament vertretenen Parteien waren Vertreter anwesend und nahmen die Wünsche und Kritikpunkte zur Kenntnis. Letztendlich sprachen sich mehr Eltern für Unterrosphe aus als für einen Verbleib des Kindergartens in Oberrosphe. Bisher gibt es dafür nur die Absichtserklärung des Parlaments, für einen endgültigen Beschluss müssen noch mehr Fakten zum Kostenrahmen feststehen.

von Götz Schaub

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