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Ein Windpark für Wetter und Lahntal

Bürgerversammlung Ein Windpark für Wetter und Lahntal

Über Windenergieanlagen herrschen nach wie vor geteilte Meinungen. Diese kamen auch während der Bürgerversammlung in Sterzhausen zur Sprache.

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Die Windräder bei Goßfelden sind ein gewohntes Bild. Nun geht es um einen möglichen Standort am Wollenberg. Darüber wurde in einer Bürgerversammlung informiert.Fotos: Agricola, Schwalm

Sterzhausen. „Wir sind immer noch in der Phase der Prüfung von möglichen Standorten“, betonten wiederholt Manfred Apell, Bürgermeister der Gemeinde Lahntal, Kai-Uwe Spanka, Bürgermeister der Stadt Wetter, und Rainer Kühne, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg.

Ihnen schien es während der Bürgerversammlung in Sterzhausen ein besonderes Anliegen zu sein, zu verdeutlichen, dass die Lahntaler und Wetteraner ein Mitspracherecht haben im Bezug auf mögliche Standorte von Windenergieanlagen in den beiden Kommunen.

Rund 60 Bürger waren ins Haus am Wollenberg gekommen, um sich über die ersten Überlegungen der Gemeinde Lahntal zu einem gemeinsamen Windenergiepark mit der Stadt Wetter zu informieren. Eine weitere Bürgerversammlung findet am 26. Juni in Wetter statt.

„Unser gemeinsames Ziel ist, einen möglichst großen gesellschaftlichen Konsens zu erreichen“, hob Apell hervor. Daher sollen nach den ersten Vorstellungen auch die bisher geplanten sechs Windenergieanlagen auf die Gebiete beider Gemeinden etwa gleichmäßig aufgeteilt werden. Aktuell wird die Überlegung überprüft, einen Windenergiepark im Wald auf dem Wollenberg zu errichten. Hierzu informierte Kühne ausführlich. Die Stadtwerke Marburg fungieren als Partner für das angestrebte Vorhaben.

Kühne erläuterte, dass die Windenergieanlagen nur dann vom Regierungspräsidium (RP) in Gießen genehmigt werden, wenn sie sich wirtschaftlich auch lohnen. Messungen zufolge gäbe es auf dem Wollenberg ein großes Windkraftpotenzial.

Eine weitere Mindestanforderung für Windanlagen nach Vorgabe des RP sind 1000 Meter Abstand zu Wohnbebauungen. „Erweiterungsflächen und Wohnhäuser außerhalb von Orten sind bei dieser Vorgabe enthalten“, ergänzte Apell.

Die endgültige Standortwahl ist außerdem von weiteren Faktoren abhängig, etwa dem Schutz von Flora und Fauna.

Als Windradtyp favorisieren die Planer derzeit „Nordex N 117“, das speziell für windärmere Gebiete geeignet sei und eine Leistung von bis zu 2,4 Megawatt pro Stunde erzielt. Die Nabenhöhe beträgt bei diesem Typ 140 Meter, der Rotordurchmesser 117 Meter. Würden etwa 20 Millionen Euro für sechs dieser Windräder investiert, könne eine Jahresstrommenge von circa 25000 Megawattstunden erreicht werden. „Damit würde jede Gemeinde mehr als 50 Prozent ihres Stroms regenerativ erzeugen“, erklärte Kühne.

Trotzdem haben viele Bürger Bedenken, dass die insgesamt etwa 200 Meter hohen Anlagen das Landschaftsbild negativ beeinträchtigen. Außerdem fragten sie, ob nicht andere Standorte ein ebenso großes Windkraftpotenzial hätten. Kühne zufolge werden noch einmal Windmessungen vorgenommen, um zu überprüfen, ob der Wollenberg tatsächlich am wirtschaftlichsten ist. Die Vorklärungsphase und Standortanalyse - inklusive der Untersuchungen der Auswirkungen auf die Natur - wird zwischen drei und neun Monate in Anspruch nehmen. Nach der Erstellung eines Teilflächennutzungsplanes und Prüfung des gesamten Gemeindegebietes werden nochmals die Überlegungen zum Wollenberg überprüft. Die Ergebnisse werden in einer weiteren Bürgerversammlung vorgestellt.

Von Simone Schwalm

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