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"Eierlegende Wollmilchsau" für fast alle Zwecke

Neues Löschfahrzeug "Eierlegende Wollmilchsau" für fast alle Zwecke

Mit der Fahrzeugübergabe und Einweihung am Freitagabend und der öffentlichen Vorführung am Samstagnachmittag stellte die Freiwillige Feuerwehr Wetter ihr neues Fahrzeug offiziell in Dienst.

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Am Samstagnachmittag führte die Feuerwehr Wetter ihr neues Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug und dessen Gerätschaften unter anderem bei einem nachgestellten Autounfall etwa 150 Wetteranern vor. Am Abend zuvor war der Schlüssel übergeben worden.Fotos: Ma

Quelle: Manfred Schubert

Wetter. Der Wunsch des Wetteraner Kreisbeigeordneten Volker Drothler (CDU), dass die Feuerwehrleute nie mit ihrem neuen HLF (Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug) in Einsatz fahren müssen, kam während der Einweihungsfeier am Freitagabend schon deutlich zu spät.

Kaum hatten diese nämlich, nach dreitägiger Einweisung beim Aufbauhersteller Ziegler in Giengen, das Fahrzeug am 9. August nach Wetter überführt, da ging auch schon um 23.35 Uhr der Alarm wegen Feuerscheins in der Frankenberger Straße los. Zum Glück entpuppte sich dieses nur als Gartenabfallentsorgung, das neue Auto brauchte nicht entladen zu werden.

Kreisbrandinspektor Lars Schäfer hingegen war sich „sicher, dass ihr es häufig brauchen werdet“. Stadtbrandinspektor Klaus Prinz hatte eingangs darauf hingewiesen, dass vor vier Jahren die Drehleiter, vor zwei Jahren das Mannschaftstransportfahrzeug und nun das HLF in Dienst gestellt werden konnten und augenzwinkernd gefragt, ob das in zwei Jahren wieder der Fall sein werde. Jedoch schränkte er gleich ein: „Wir brauchen für unsere Aufgaben nicht viele, sondern die richtigen Fahrzeuge.“

Lars Schäfer freute sich mit seinen Kameraden aus Wetter, denn es gebe auch Feuerwehrleute, die nur einmal eine Fahrzeugübergabe erleben würden. Allerdings seien in Wetter auch genügend Leistungsfähigkeit und Potenzial gegeben und hinter den Fahrzeuganforderungen stehe immer ein durchdachtes Konzept. „Ich genieße es, mit Klaus Prinz fachzusimpeln“, bekannte er.

An Bürgermeister Kai-Uwe Spanka richtete er seinen herzlichen Dank für dessen Einsatz für die Ausrüstung der Feuerwehr. Der Bürgermeister hatte ausdrücklich auch die Partner und Kinder der 42 Aktiven unter den etwa 80 Gästen am Freitagabend begrüßt, denn ohne deren Akzeptanz wäre dieses ehrenamtliche Engagement fast unmöglich. Was die nächste Anschaffung angehe, so sei im Haushaltsplan bereits die Verpflichtungsermächtigung für die Fahrzeugbeschaffung für die Feuerwehr Amönau eingetragen. Die Feuerwehr Wetter spiele im Nordkreis mit ihrem Fahrzeugbestand eine herausragende Rolle, es seien beachtliche Investitionen in den vergangenen Jahren geleistet worden. Das neue Fahrzeug kostete 318000 Euro, dazu kommen Ausrüstungsgegenstände im Wert von 30000 Euro in dem alten Fahrzeug, welches nach Warzenbach verlegt wurde.

Der Kreistagsvorsitzende Detlef Ruffert berichtete, dass er schon fast alles über das neue HLF wisse, weil der Gladenbacher Wehrführer leuchtende Augen bekommen habe, als er ihm gegenüber die Einweihung erwähnte, und ihm alles darüber erzählt habe.

Wehrführer Markus Theis betonte, dass der stellvertretende Stadtbrandinspektor Stefan Ronzheimer viel Herzblut in den Bau des Fahrzeugs gesteckt habe. Ronzheimer selbst erzählte, dass der Arbeitskreis für das neue Fahrzeug sich im Februar 2010 erstmals getroffen hatte, am 20. November und nach 15 überarbeiteten Entwürfen war das endgültige Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung fertig. „Ich bin sicher, dass wir mit diesem neuen Erstangriffsfahrzeug einen weiteren großen Schritt zur Erhöhung der Sicherheit unserer Mitbürger gegangen sind. Man könnte es ,eierlegende Wollmilchsau‘ nennen, da dieses Auto für fast alle Eventualitäten gut ausgerüstet ist“, schloss Ronzheimer.

Verschiedene der neuen Gerätschaften, wie den hydraulischen Rettungssatz, der bei Verkehrsunfällen zur Rettung aus Fahrzeugen zum Einsatz kommt, oder die verstärkte Rettungskettensäge, mit der man sich durch Türen oder Aluminiumtore Zugang verschaffen kann, sahen am Samstag etwa 150 interessierte Besucher bei Vorführungen im Einsatz. Unter anderem wurde die Rettung von Personen aus einem auf dem Dach liegenden Pkw demonstriert.

Ausführliche Infos zu diesem und den anderen Fahrzeugen der Feuerwehr Wetter im Internet unter www.feuerwehr-wetter.de

von Manfred Schubert

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