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Ein Haus mit Grundstück für einen Euro

Ehemaliges Museum Ein Haus mit Grundstück für einen Euro

Da darf man sich mal die Augen reiben: Ein Fachwerkhaus auf einem 1200-Quadratmeter-Grundstück für einen Euro. Und das auf „Immobilien Scout 24“ im Internet. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.

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Bürgermeister Manfred Apell, der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow und Denkmalpfleger Dr. Bernhard Buchstab hoffen, dass sich jemand meldet, der das Fachwerkhaus auf eigene Kosten sanieren möchte.

Quelle: Götz Schaub

Caldern. Wer das ehemalige Heimatmuseum im Feiselbergweg, das auch als „Kouts Haus“ bekannt ist, erwirbt, muss sich auch verpflichten, das Gebäude­ nach Kriterien des Denkmalschutzes zu sanieren. Das Haus selbst wurde um 1700 angefertigt. 1982 wurde es komplett abgebaut und an seinem heutigen Standort wieder aufgebaut. Eine Gebäudebeurteilung von 2015 geht von Sanierungskosten in Höhe von 500000 Euro aus. Es muss sich also ein ausgesprochener Liebhaber für das Objekt finden oder einer, der viel selbst machen kann, oder eine Institution, die daraus ein Projekt macht. Die Gemeinde Lahntal wollte das Haus eigentlich abreißen, weil sie sich selbst außer Stande sieht, die Sanierung vorzunehmen. Allein der Denkmalschutzbeirat des Landkreises wollte da nicht so einfach zustimmen. Auf Vermittlung des Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow fand ein Gespräch mit Denkmalpfleger Dr. Bernhard Buchstab und Lahntals Bürgermeister Manfred Apell statt, bei dem vereinbart wurde, das Fachwerkhaus für einen Preis von einem Euro zu verkaufen mit der Maßgabe, dass sich der Käufer verpflichtet, das Haus nach Kriterien des Denkmalschutzes zu sanieren.

Das Kaufangebot soll für die Dauer eines Jahres gelten. Buchstab bekräftigt gegenüber der OP, dass der neue Eigentümer natürlich auch gestalterisch tätig werden könne. So sei es durchaus möglich, Gauben ins Dach einzubauen. Es gehe nur darum, den Gesamtcharakter des Hauses zu erhalten, wie eben die schmückenden Elemente im Fachwerk, wenn auch dort sicher einige Balken nicht mehr zu retten sein werden.

„Wir haben das Haus Anfang der Woche zum Verkauf freigegeben“, sagt Apell. Er betont, dass über den Kaufvertrag auch die Verpflichtung zur Sanierung abgedeckt werde. „Wir wollen verhindern, dass daraus ein Spekulationsobjekt wird nach dem Motto, ich warte, bis es baufällig wird und habe dann ein schönes Grundstück für einen Euro gekauft.“ Wenn die Umsetzung nicht erfolgt, fällt das Gebäude samt Grundstück wieder zurück an die Gemeinde - zu Lasten des Käufers. Also, es wird ein Investor gesucht, der mit Herzblut an das Unternehmen herangeht. Zachow sagt: „Wir hätten jetzt auch noch ein Jahr diskutieren können, ob es abgerissen wird oder nicht. Da kann man ja auch die Zeit nutzen und versuchen, es zu veräußern.“ Buchstab bekräftigt: „Es handelt sich schließlich um ein bedeutendes Gebäude für die hiesige Kulturlandschaft.“ Die Lage ist jedenfalls sehr gut. Das Haus steht frei im Grünen und es befindet sich in einer verkehrstechnisch ruhigen Lage. Die Nähe der Bundesstraße 62 ist keinesfalls als störend wahrzunehmen, sagt Zachow. So, wer will es jetzt? Kaufinteressenten melden sich einfach bei der Gemeinde Lahntal.

Weitere Infos zum Haus gibt es auf der Homepage der Gemeinde.

von Götz Schaub

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