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Dubai als Labor für die Kirche zu Hause

Bürgeln Dubai als Labor für die Kirche zu Hause

Seit zwei Jahren kümmert sich Jens Heller im Auftrag der Evangelischen Kirchen Deutschlands (EKD) um die deutschsprachigen Bewohner in den Emiraten. Es ist Pionierarbeit, nicht ohne „Hintergedanken“.

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Bürgeln. Die durch den frühen Fastenmonat Ramadan in diesem Jahr ausgeweiteten Sommerferien nutzt der Bürgelner Jens Heller derzeit zu einem Heimatbesuch bei seinen Eltern. Mit seiner Frau Silke und den drei Kindern Leonie (7), Ronja (5) und Imke (3) lebt der 38-Jährige seit 2008 in Dubai.

Christliche Kirchenarbeit in einem arabischen Land, das ist aber nicht nur ein spannendes Auslandsangebot für einen weltoffenen Pfarrer und ein deutschsprachiges evangelisches Angebot, das sich viele Deutsche in den Emiraten schon länger gewünscht hatten. Denn wenn natürlich die tägliche seelsorgerische Arbeit auch in den boomenden Metropolen Dubai und Abu Dhabi an erster Stelle steht: angesichts der sozialen Struktur dieser Gemeinde lässt sich für die EKD aus Dubai noch mehr lernen. Wie in einem „Laborversuch“ kann Pfarrer Heller dort viel freier als in einer deutschen Kirchengemeinde testen, wie man Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, die oft keine enge Bindung zur Kirche haben, wieder für kirchliche Themen und Gemeindearbeit interessieren kann. Das sind genau die Menschen, die auch in Deutschland häufig der Kirche den Rücken kehren.

Die deutsche Gemeinde in Dubai, Oman oder Abu Dhabi besteht zu einem großen Teil aus „Expatriates“, das sind die meist von deutschen Unternehmen auf Zeit entsandten gut ausgebildeten Arbeitskräfte und ihre Familien, und nur zu einem geringeren Teil aus klassischen Auswanderern, die in den Emiraten Fuß gefasst haben. Das sei in anderen Auslandsgemeinden schon anders, weil dort viel mehr Pensionäre lebten, die wie in Deutschland häufig als ehrenamtliche Helfer unerlässlich sind.

Für die Hellers ist das Abenteuer Dubai im kommenden Sommer auf jeden Fall vorbei. Sie hatten sich von vornherein vorgenommen, nur für drei Jahre ins Ausland zu gehen. Dabei bleibt es auch, selbst wenn das Pilotprojekt der Kirche am Golf wohl um drei Jahre verlängert wird. Jens Heller wird im Anschluss wieder für die Landeskirche tätig sein – und einiges von dem weiterführen, was er in Dubai für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Kirchengemeinde gelernt hat.

von Michael Agricola

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